Wichtige Änderungen bei eBay

Bei eBay gibt es einige weitreichende Änderungen:

1. Verkäufer dürfen Käufer nicht mehr neutral oder negativ bewerten.
2. Die Angebotsgebühren werden gesenkt.
3. Die Verkaufsprovisionen werden erhöht.
4. Die neuen Angebotsgebühren für Auktionen sind niedriger, als die für Festpreisangebote.
5. Verkäufer mit guten Detailbewertungen zahlen weniger eBay-Gebühren.
6. Die Suche wird verändert, zukünftig werden Angebote von Verkäufern mit guten Detailbewertungen bevorzugt angezeigt.

eBay hat hier allgemeine Infos zu den geplanten Änderungen veröffentlicht und hier Infos zu den Änderungen am Bewertungssystem.

Erst am 11. Februar wird eBay Details und vor allem die neuen Gebührenstaffeln für Deutschland und Österreich veröffentlichen. In den USA hat man die neuen Gebühren bereits veröffentlicht. Den dortigen Verkäufern werden die nicht gefallen: Unterm Strich gibt es in den USA eine saftige Preiserhöhung. Zwar werden die Angebotsgebühren ein wenig gesenkt, dafür wird aber die Verkaufsprovision für Artikel bis 25 Dollar um 48 Prozent auf 8,75 Prozent vom Umsatz erhöht. Bei den Artikeln in eBay-Shops steigt die Verkaufsprovision auf satte 12 Prozent.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: In den USA wird die Zusatzoption "Galeriebild" in Zukunft kostenlos. Allerdings war die in den USA mit 35 US-Cent ohnehin vergleichsweise preiswert, in Deutschland kostet die derzeit 75 Euro-Cent und damit mehr als das Dreifache.

Revolutionär neu ist, dass Powerseller in den USA und in Kanada gegenüber "normalen" Verkäufern künftig Preisvorteile bekommen. Powerseller bekommen bis zu 15 Prozent Rabatt auf die Verkaufsprovisionen - in Abhängigkeit von den detailed seller ratings (DSRs). So sehen die DSRs aus:

DSR

In den USA und in Kanada bekommen Powerseller, die in allen vier Kriterien mehr als 4,6 Sterne erreichen, 5 Prozent Rabatt auf ihre Verkaufsprovisionen. Sind es in allen Kriterien mindestens 4,8 Sterne, dann gibt es sogar 15 Prozent Rabatt auf die Verkaufsprovision - das dürfte allerdings kaum jemand schaffen.

In den nächsten Tagen veröffentliche ich ein Tool, mit dem man die DSRs auf die Stelle hinter dem Komma genau ermitteln kann.

Der (deutsche) Verkäufer in dem Beispielbild oben würde übrigens nicht in den Genuss der Rabatte kommen, weil seine Kunden seine Versandkosten als zu hoch empfinden. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die DSRs in Deutschland durchschnittlich schlechter ausfallen, als in den USA - das muss ich aber noch näher untersuchen. Jedenfalls glaube ich, dass vergleichbare Rabatte auch in Deutschland angeboten werden - hoffentlich aber mit weniger strengen Grenzen.

Und eigentlich glaube ich auch, dass die Gebühren in Deutschland und Österreich nicht genau so steigen, wie in den USA. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass man in Deutschland bei den Verkaufsprovisionen berücksichtigt, um was für Artikel es sich handelt. So wird vermutlich ein Antiquitätenhändler künftig höhere Verkaufsprovisionen zahlen, als ein Computerverkäufer: Die Gewinnspanne ist im Bereich elektronischer Geräte viel geringer, als z.B. bei antiken Möbeln.

In manchen Bereichen ist eBay heute wegen der hohen Kosten der Verkäufer für Käufer uninteressant geworden: So kostet z.B. der Verkauf eines 1.000-Euro-Laptops über eBay durchschnittlich rund 50 Euro Gebühren - die der Verkäufer natürlich auf den Preis aufschlagen muss. Die meisten Käufer werden es sich gut überlegen, ob sie für einen Laptop im "normalen" Onlineshop 950 Euro oder lieber bei eBay 1.000 Euro bezahlen...

Die neuen Gebühren für Deutschland und Österreich werden am 11. Februar bekanntgegeben. Für die Schweiz sind sie bereits jetzt bekannt.

Eines steht jedenfalls fest: Die neuen Gebühren gelten ab dem 20. Februar - wie ich das schon Ende letzten Jahres vorhergesagt hatte.

Keine negativen Käuferbewertungen mehr

Ab Mai 2008 können Verkäufer keine neutralen oder negativen Bewertungen mehr für ihre Käufer abgeben.

Vermutlich wird das einen Riesen-Aufschrei unter den Verkäufern produzieren, ich halte diese neue Regelung aber für durchdacht und richtig: Zum einen können Käufer dann ohne Angst vor Rachebewertungen bewerten, das stärkt die Aussagekraft des gesamten Bewertungssystems. Zum anderen spielt das Bewertungsprofil bei Käufern ohnehin keine Rolle: Ein Verkäufer kann sich seine Käufer sowieso nicht aussuchen.

Eigentlich wäre es noch konsequenter, Käufer überhaupt nicht mehr zu bewerten. Dagegen sprechen aber eBays Umsätze: Viele Käufer kaufen unbewusst deshalb gerne über eBay ein, weil sie dafür mit positiven Bewertungen gelobt werden. Diese Käufer freuen sich über jeden Bewertungspunkt, schließlich drückt das Bewertungsprofil öffentliches Lob aus.


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aXel Gronen
Köln, 29.01.2008
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Axel Gronen August 2006

Mr. Research Marktanalyse Konkurrenzanalyse für eBay

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© 2008 bei Axel Gronen. Letzte Aktualisierung: 30.01.2008.
Etwaige Rechtschreib- und Grammatikfehler in diesem Text sind gewollt und wurden hier mit Absicht versteckt. Wer sie findet, darf sie behalten oder auf eBay versteigern. Best viewed with open eyes and a human brain ver. 1.0 or above.

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