Das Ausgangsproblem: Etliche Lego- und Playmobil-Bauten im Zimmer. Zimmer aufrĂ€umen ist schwierig. Die Originalverpackungen sind fĂŒr die fertigen Bauten naturgemĂ€ĂŸ immer zu klein.

Mögliche Lösung: Kisten besorgen, in die man die Bauten einpacken kann, ohne sie wieder in kleinste Teil zu zerlegen.

Also schnell Maßband raus, Bauten ausmessen, ab in den Baumarkt, Kisten kaufen. Ich schĂ€tze, ich brauche 2-3 ziemlich große und ca. 10-15 mittelgroße Kisten. Möglichst einheitlich, damit ich sie stapeln kann. Perfekte Kisten wird es nicht geben: Lego & Co. kreieren ihre Bauten halt nicht nach Baumarktkisten-GrĂ¶ĂŸen. Ich ĂŒberlege, welche ungefĂ€hren GrĂ¶ĂŸen gute Kompromisse wĂ€ren.

Klingt einfach? Dachte ich auch. Und dann stellte ich fest, dass (On- und Offline-)HĂ€ndler nicht in der Lage sind, die NĂŒtzlichkeit ihrer Angaben zu prĂŒfen.

Die ersten Kisten hatten Aufkleber mit Zentimetermaßen. Klasse. Dachte ich. Muss ich ja nur die passenden Kisten suchen. Und dann wurde mein vernickeltes Augenmaß misstrauisch. Das kann doch gar nicht passen! Maßband raus und Innenmaße gemessen. Ergebnis: Die Maßangaben waren Außenmaße. Die brauche ich, wenn ich wissen will, ob die Kiste ins Regal passt, aber was bringt die mir in meinem Fall? Nichts! Insbesondere enttĂ€uschend, wenn die meisten Kisten konisch zulaufen oder dicke RĂ€nder haben und dadurch etliche Zentimeter fehlen, die angegeben waren.

Die nĂ€chste auffindbare Angabe: Literangabe. Wieviel Liter hat denn so eine aufgebaute Lego-Polizeistation? Crazy. Ich wollte Lego nicht eingießen.

Also dann halt selbst innen mit dem Maßband ausmessen. LĂ€nge, Breite, Höhe. Ich renne von Kiste zu Kiste. Um dann wieder festzustellen, dass nicht mal das wirklich möglich ist: Nicht nur, dass viele nach unten konisch zulaufen, nein, innen haben sie nahezu alle auch noch irgendwelche Einbuchtungen, manche in der Mitte, manche gar mehrere. Nochmal geht Platz verloren und man muss dann noch die engsten Stellen suchen. Manche haben gar versetzte Einbuchtungen, sodass man nicht mal die engste Stelle so einfach finden kann.

Zur Krönung geht bei manchen der Deckel auch noch nach innen rein, sodass ich nun auch noch anfange, die Deckel zu messen.

Ich renne mittlerweile kreuz und quer durch den Laden. Verschiedene Hersteller, verschiedene Maße. Die Mitarbeiter in mittlerweile drei verschiedenen LĂ€den halten mich fĂŒr völlig durchgeknallt. Eine Mitarbeiterin sagte beim Vorbeigehen, sie mĂŒsse sich auch erst noch mit dem Sortiment genauer befassen. Hey, ich wollte dort nicht anfangen zu arbeiten!!!

Na gut, dann halt online. Aber hey: Gleiche nutzlose Maßangaben und obendrein keine Chance nachzumessen. Völliger Reinfall.

Dabei wĂ€re die Lösung doch einfach: Wo sind die Innenmaße?

Wortfilter Kommentar

Online wie offline fehlt oft die Sicht aus Kundenperspektive auf den Artikel. Produktverantwortlichen scheint es intellektuell nahezu unmöglich zu verstehen, welche Probleme die eigene Ware beheben soll. Dabei sind die Lösungen mitunter so offensichtlich.

Setzt euch mit euren Artikeln auseinander, kreiert euch ein festes Fragenset, welches ihr ĂŒber jedes eurer Produkte legen könnt: Was soll das Produkt machen? Welche Probleme soll es lösen? Habe ich alle Produktdaten? 


In diesem speziellen Fall wĂ€re ein ordentliches Hero Image oder ein Skizzenbild mit allen Maßangaben die richtige und sicherlich gut konvertierende Lösung. Und in diesem speziellen Fall wĂ€re es DAS Argument, warum ein Preis nur eine sekundĂ€re Rolle bei der Kaufentscheidung gespielt hĂ€tte. Think about this!