LinkedIn als Abverkaufskanal? Ein Blick auf Zahlen, Realität und Missverständnisse

LinkedIn ist für Personal Branding großartig – aber eignet es sich auch zum Verkaufen? Der SNOCKS-Gründer Johannes Kliesch liefert mit seinem Posting ehrliche Einblicke. Und die zeigen: Die Antwort ist nicht so einfach, wie viele denken.


LinkedIn: Zwischen Hype und Realität

LinkedIn ist nicht nur ein digitales Adressbuch für Jobsuchende. Die Plattform hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Ort für Business-Kommunikation, Networking und Thought Leadership entwickelt. Aber taugt sie auch als echter Abverkaufskanal?

Die Frage ist berechtigt – und schwer pauschal zu beantworten. Denn wie so oft hängt es von der Strategie, der Zielgruppe und der Contentqualität ab. Ein aktuelles Praxisbeispiel zeigt das deutlich: SNOCKS.


Johannes Kliesch & SNOCKS: Personal Branding mit messbarem Impact

Johannes Kliesch, Gründer und CEO von SNOCKS, ist eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Direct-to-Consumer-Szene. Sein Erfolgsgeheimnis: radikale Transparenz, Storytelling und konsequenter Aufbau einer Personal Brand auf LinkedIn.

Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen 83 Mio. Euro Umsatz – und etwa 1 % davon direkt über seine persönliche LinkedIn-Präsenz. Das entspricht rund 830.000 € Umsatz, die seiner Sichtbarkeit als Gründer auf der Plattform zugeschrieben werden können.

Das allein ist bemerkenswert – denn dieser Impact lässt sich nur schwer präzise messen. Viele Kaufimpulse entstehen in Zwischenschritten, in Gesprächen, über geteilte Inhalte – und oft außerhalb klassischer Tracking-Systeme.


Der Versuch mit dem Rabattcode „linkedin10“

Um einmal konkret Zahlen zu erzeugen, hat Kliesch einen kleinen Test gemacht. In einer Umfrage unter seinen Followern fragte er:

„Hast du bereits durch LinkedIn bei SNOCKS bestellt?“

Ergebnis:

  • 1.577 Stimmen
  • 106 Personen gaben an, über LinkedIn bestellt zu haben
  • 62 davon wollten mit dem eigens eingerichteten Code „linkedin10“ zuschlagen

Die Realität:

Nur 4 Einlösungen des Rabattcodes.
213,30 € Umsatz, 53,33 € Durchschnittsbon (brutto).

Sein Fazit:

„Ehrlicherweise ziemlich ernüchternd.“


Was heißt das jetzt?

Das Beispiel zeigt: LinkedIn ist kein klassischer Sales-Kanal. Zumindest nicht im Sinne von Performance-Marketing oder Direct Response.

Stattdessen ist es ein Ort für:

  • Markenaufbau
  • Reichweite und Sichtbarkeit
  • Vertrauen und Community

Die Plattform wirkt – aber selten direkt. Menschen informieren sich, beobachten, empfehlen weiter. Und wenn sie kaufen, passiert das oft nicht über den letzten sichtbaren Klick.


Sichtbarkeit ≠ Gutschein-Einlösung

Was viele Marken (und leider auch zu viele Agenturen) übersehen:
LinkedIn wirkt auf der Marken- und Entscheidungsebene – nicht auf der Gutscheinebene.

Die Rechnung geht so:

  • Jemand sieht einen Post von Johannes
  • Merkt sich die Brand
  • Empfiehlt SNOCKS weiter
  • Kauft Wochen später – über Google oder direkt im Shop

Die Conversion wird niemals LinkedIn zugeordnet – der Effekt ist aber trotzdem da.


Fazit: Lohnt sich trotzdem? Ja – aber mit klarem Mindset

LinkedIn ist ein wertvoller Kanal. Aber eben nicht für jeden Zweck.

Wer dort verkaufen will, sollte sich bewusst sein:

  • Es geht um Langfristigkeit, nicht um direkte Sales
  • Es geht um Vertrauen, nicht um Gutscheincodes
  • Es geht um Markenführung, nicht um CTR

Johannes Kliesch zeigt mit SNOCKS, wie stark eine konsequent aufgebaute Personal Brand wirken kann – auch wenn das nicht immer in kurzfristigem Umsatz messbar ist.

Und genau deshalb lautet das Fazit:

LinkedIn verkauft – aber nicht wie ein Werbebanner. Sondern wie ein guter Ruf.


 

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