Heute postete ein Mitglied der Wortfilter Facebook Gruppe eine Frage zur Nutzung seiner Bilder:

„Frage Urheberrecht: Ich verkaufe bei Amazon, dementsprechend werden meine Fotos auch für die Amazon Katalogseiten verwendet, soweit nicht schön aber ok. Nun gibt es einen Webshop der verwendet genau diese Bilder. Auf Anfrage dort sagt man mir, dass die Bilder von Amazon bezogen werden und das dies ja erlaubt sei. Der Meinung bin ich nicht. Weiß das jemand? Darf man von Amazon Bilder weiter verwenden?“

Und tatsächlich die Zoxs GmbH klaut Bilder.

Sie betreibt eine Ankauf-Plattform wie rebuy, momox oder medimops.

Nachdem er dort höflich und nett angefragt hatte, wurde er dort nicht nur nach „Strich und Faden“ belogen, sondern wurde auch noch recht arrogant abgebügelt.

Zoxs weigerte sich die Bilder zu löschen und behauptete gegenüber dem Gruppenmitglied auch noch, die Nutzung sei durch Lizenzzahlungen und Vereinbarungen an Amazon gestattet. Das ist natürlich falsch.

Die Nutzung von Bildern, die ein Verkäufer auf Amazon bereitgestellt hat und nun durch Dritte genutzt werden können, ist hier geregelt:

Anforderungen für die Teilnahme am EU-Partnerprogramm

Teilnahmebedingungen des EU-Partnerprogramms

Verzeichnis der Änderungen der Teilnahmebedingungen des EU-Partnerprogramms wirksam ab 1. Mai 2015

Amazon EU Product Advertising API Licence Agreement

Ganz klar:

Amazon untersagt die Nutzung von Bild- und Textmaterial auf Internetseiten Dritter, wenn die Nutzung nicht im Rahmen der o.g. Vereinbarungen erfolgt. Und das tut es hier nicht.

Das Verhalten von Zoxs ist kriminell und strafrechtlich untersagt. Und da kann sich der Geschäftsführer von Zoxs, Olaf Zimmer auch nicht auf seine GmbH zurückziehen, denn er ist mit seinem Privatvermögen haftbar.

Mit Einverständnis des Betroffenen, habe ich mich heute eingeschaltet und selber den Kontakt zu Zoxs aufgenommen. Auch ich wurde zunächst arrogant behandelt, jedoch gelang es mir das Anliegen deutlich vorzubringen.

Als es Zoxs dann allmählich dämmerte, dass sie kriminell handeln, ging es sehr schnell. Im Laufe des frühen Abends sind nun alle Bilder gelöscht worden.

Zoxs als Ankauf-Plattform war mir bisher unbekannt. Durch einen weiteren Leserhinweis habe ich mich einmal auf den anderen Plattformen umgesehen. Also rebuy, momox und medimops und auch noch einmal Zoxs.

Hier mein Ergebnis:

Auch rebuy, momox und medimops klauen Bilder was das Zeug hält. Und Zoxs verstößt immer noch gegen das Urheberrecht.Bemerkenswert ist, dass alle Plattformen die Bilder auch auf Ihren Servern lagern.

Ich empfehle jedem Amazon-Verkäufer zu überprüfen, ob diese Plattformen die eigenen Bilder nutzen.

Eine Urheberrechtsverletzung ist eine Straftat und kann auch mit Haftstrafe geahndet werden. Daher kann auch eine Strafanzeige erstattet werden.

Hier könnt Ihr online eine Strafanzeige erstatten:

https://www.online-strafanzeige.de/

Und genau das solltet Ihr auch machen, denn ein solches kriminelles Verhalten gehört wirksam eingedämmt.

Eine auf das Urheberrecht spezialisierte Anwältin schrieb in der Gruppe „Bilder, die Du bei Amazon zur Verfügung stellst, dürfen nur für andere Amazon-Angebote verwendet werden (dazu gehört auch das Affiliate-Programm). Dafür brauche ich auch die AGB von Amazon nicht: Im Zweifel wäre jede andere Klausel überraschend und unwirksam“

Dieser Auffassung stimmte auch ein weiterer Kollege zu: „Daher sehe ich es so wie die Kollegin Heidi Kneller-Gronen, mehr an Rechten überträgt die Klausel nicht, alles andere wäre wohl nicht wirksam. Daher wäre meine erste Einschätzung: Bildnutzung kann abgemahnt werden!“

Er verwies auf das Urteil des OLG Köln, 19.12.2014 – 6 U 51/14

Meine Meinung:

Amazon sollte hier schnellstens einschreiten, sonst entsteht, meiner Meinung nach, der Eindruck das Amazon das krimineller Verhalten von zoxs, rebuy, momox und medimops duldet oder sogar fördert.

In meinen Augen ist es unvorstellbar, dass rebuy, momox, medimops und zoxs „versehentlich“ sich so kriminell verhalten. Da hat sich wohl in dieser Branche ein erheblicher krimineller Trieb durchgesetzt. Es ist ja auch einfach über die Amazon-api sich die Bilder zu ziehen. Das macht es nicht besser. Im Gegenteil.

Die „Großen“ nutzen schamlos die Möglichkeiten und treten das „Recht mit Füßen“. Wohl in der Hoffnung, dass es keinem auffällt und sich niemand traut dagegen vorzugehen.

Das zeigt aber auch, wie wenige sich noch Ihres eigenen Rechts an Bild und Text bei Amazon bewusst sind.

Ich hoffe und wünsche mir, dass massiv gegen dieses illegale und strafrechtlich relevante Verhalten vorgegangen wird.

Es kann nicht sein, dass der kleine Amazon-Händler seine Rechte zu Lasten ein paar Großer aufgibt, damit sich diese die Taschen, auf illegale Art und Weise, voll machen können.

Wenn die Erstellung eines Produktbildes nur 2 Minuten dauert (und das ist schon sehr knapp bemessen), dann bedeutet es, dass bei Bruttolohnkosten, die bei den Plattformbetreibern anfallen, von circa 30 Euro die Stunde, ein Bild 1 Euro kostet.

Bei der hohen Zahl an Artikeln und Produkten, die die 4 Plattformen handeln, ist das ein Schaden der in die Millionen geht! – Oder umgekehrt: Die Plattformen sparen Millionen an jährlichen Kosten.

Sind rebuy, momox, medimops und zoxs die größten Urheberrechtsverletzer die Deutschland je gesehen hat?

Was wird nun passieren? Werden dort die Verantwortlichen nun auch verfolgt wie die kino.to Betreiber oder Kim Dotcom?