Einen wirklich guten und inspirierenden Artikel habe ich heute auf Online Marketing Rockstars gefunden. Diesen kopiere (hört sich netter an als Klauen) ich einmal 1zu1. Danke an Martin Gardt der den Bericht geschrieben hat:

Was für eine großartige Entwicklung. Heute kann jeder ein Buch schreiben und es ohne Verlag bei der Kindle-Plattform von Amazon verkaufen. Doch neben guten und schlechten Büchern dieser „Selfpublisher“ finden sich geklaute Inhalte, Betrügereien und gekaufte Bewertungen. Ein paar Typen bieten sogar Kurse an, um ihre Strategien zu präsentieren und an Nachahmern Geld zu verdienen. Wir zeigen ein paar der dreistesten Scams auf der Kindle-Plattform.

Der Online Marketer Peep Laja staunte nicht schlecht, als er als Autor eines E-Books bei Amazon auftauchte. Er hatte sich gar nicht auf der Kindle-Plattform angemeldet – schon gar nicht als Buchautor. Tatsächlich hatte ein anderer Nutzer einen Blog-Eintrag von Laja in E-Book-Form gegossen und bei Kindle zum Verkauf angeboten – für knapp drei Euro. Als Laja das Buch mit seinen Inhalten entdeckte, meldete er es sofort bei Amazon, mittlerweile wurde das Angebot gelöscht.

Das Beispiel zeigt, wie dreist einige Goldgräber auf der Plattform sind. Denn die Masche funktioniert typischerweise so: Der Macher heuert einen Autoren an, der ein E-Book für ihn schreiben soll. Das Buch wird unter einem Pseudonym veröffentlicht, das mit einer passenden Biografie ausgestattet wird. Immer sind es Experten auf dem jeweiligen Gebiet. Dann heißt es hoffen, dass das Buch zum Kindle-Bestseller wird – meist sollen gekaufte Bewertungen dabei nachhelfen. Denn gute Bewertungen lassen die Bücher in den Amazon-Rankings nach oben schnellen und sind so leichter auffindbar. Geht man jetzt davon aus, dass der Content-Dieb 100 E-Books mit den Inhalten von Laja verkauft hat, kommen 300 Euro zusammen. Der Autor bekommt über die Publishing-Plattform von Kindle bis zu 70 Prozent der Einnahmen – in diesem Fall also maximal 210 Euro. Wer ohne viel Aufwand Hunderte solche Bücher veröffentlicht kann passiv jeden Monat richtig Geld verdienen.

Eine andere Art mit E-Books zum schnellen Geld zu kommen ist die Erstellung einer fiktiven Autorenpersönlichkeit. Ein solches Phantom ist (oder vielleicht war) Dagny Taggart. Laut Amazon-Profil eine reisewütige Dame, die Crash-Kurse für verschiedene Sprachen anbietet: „Lerne Deutsch in 7 Tagen“ und so weiter. In Wirklichkeit heißt Dagny Taggart aber Alexis Pablo Marrocco, wie die Washington Post herausfand. Der Argentinier heuere nach eigener Aussage verschiedene Autoren für die Bücher an, bevorzuge aber, sie unter einem eigenen Pseudonym zu veröffentlichen. Die erschienenen Lernbücher sind voller Fehler, viele Inhalte wohl aus dem Internet geklaut. Amazon hat auch hier mittlerweile auf die Betrugsmeldung reagiert und die Bücher von Dagny Taggart aus dem Kindle-Shop gelöscht – einige sind weiterhin als Hörbuch verfügbar.

Sich einen Alias zuzulegen oder andere Autoren für sich schreiben zu lassen ist weder illegal, noch verstößt es gegen die Amazon-Richtlinien. Problematisch wird es bei einem Blick auf die Bewertungen. Trotz der mangelhaften Qualität der Bücher sammelt Dagny Taggart nämlich Fünf-Sterne-Ratings ohne Ende. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die jedoch gekauft. Bewerter wie „John Relish“haben fast alle Bücher von Dagny Taggart „gelesen“ und bewerten sie mit fünf Sternen. „John Relish“ schaffte es sogar innerhalb von ein paar Monaten Deutsch, Japanisch und Hindi zu lernen. Andere Self-Publisher fürchten um den Ruf der ganzen Branche. Der Bewertungsbetrug ist schließlich so alt wie Amazon selbst, beim Online-Marktplatz Fiverr kostet eine Bewertung etwa fünf US-Dollar. Auch auf Facebook gibt es Gruppen, in denen Bewertungen zum Kauf angeboten werden. Amazon geht mittlerweile hart gegen diese Betrügereien vor. Vor ein paar Tagen reichte der E-Commerce-Riese Klage gegen über 1.000 Fiverr-Nutzer ein, die Bewertungen verkauften. Ein neuer Algorithmus soll gekaufte Bewertungen noch besser aufspüren.

Wie so oft bildet sich auch um diese Geschäftsidee, mit der man ohne großen Aufwand viel Geld verdienen kann, ein eigenes Business. Online-Kurse wie „K Money Machine“ oder „K Money Mastery“ versprechen das ganz große Geld für Self-Publisher – ohne dass sie ein eigenes E-Book schreiben müssen. Stefan Pylarinos, der Macher hinter Money Mastery verspricht in einem Erklärvideo auf seiner Seite hohe Gewinne, er selbst habe sich dank der E-Book-Verkäufe einen Sportwagen und ein 1,7-Millionen-Dollar-Apartment kaufen können.

Jason Bracht von Money Machine verdient nach eigenen Aussagen 20.000 US-Dollar im Monat mit E-Book-Verkäufen. Auch in Deutschland versuchen erste Anbieter E-Book-Kurse für teures Geld zu verkaufen. Die amerikanischen Lehrgänge kosten an die 100 US-Dollar und das E-Book muss man anschließend immer noch schreiben (lassen).

Auszug aus einem Online-Kurs für E-Book-Schreiber. So sieht eine Fake-Profilbeschreibung aus. Aber wie sehen die Empfehlungen der selbstbetitelten Könige im Business aus? Der Autor sollte sich auf jeden Fall ein Pseudonym mit einer spannenden Hintergrundgeschichte ausdenken, am besten einen Experten auf einem bestimmten Gebiet. Marketing-Themen funktionieren offenbar gut (siehe Peep Laja), Pylarinos empfiehlt Gesundheitsthemen wie Spielsucht. Hier soll der Autor sich als ehemaliger Patient ausgeben, der die Sucht überstanden hat. In anderen Fällen sollen die Autoren sich als Ärzte ausgeben, um Autorität zu versprühen. Die Bücher sollen am Ende Ghostwriter schreiben. Solche anonymen Autoren schreiben bei US-Anbietern wie Epic Write ein E-Book mit 3.500 Worten für 22 US-Dollar, bei vielen anderen kostet ein Wort einen Cent. Auch deutscheGhostwriting-Services machen mit dem Schreiben von E-Books Werbung.

Ist das E-Book geschrieben, wird es kostenlos für gekaufte Bewerter zur Verfügung gestellt und später für wenig Geld (zwei bis drei Euro) bei Kindle verkauft. Die Gefahr, dass echte Leser die Bücher bewerten, ist bei diesem Preis relativ gering. Pylarinos empfiehlt schlechte Bewertungen sofort als Missbrauch zu melden und so verschwinden zu lassen. Am Ende steht dann oft ein E-Book über Spielsucht, geschrieben von einem Ghostwriter, veröffentlicht von einem Autoren, den es gar nicht gibt, verkauft durch Fünf-Sterne-Bewertungen von gefakten Accounts. Am Ende gewinnt nur der Betrüger – oder derjenige, der ihm einen Kurs für 100 Dollar verkauft hat.

Mein Kommentar:

So einfach kann es gehen, ein bisschen Copy & Paste und schon rollt der Rubel. Mal etwas ehrlicher gedacht. Einfacher war es noch nie ein Buch zu veröffentlichen. Und ich glaube man muss nicht schreiben können. Der Inhalt zählt. Wer also etwas Spannendes zu erzählen hat, oder sogar über Inhalte bereits verfügt, der kann loslegen. Was wohl passieren wird, wenn ich die Wortfilter Inhalte zusammenfasse oder eine Antikensammlung zusammen kopiere? Ein Versuch wäre es doch Wert oder? Tja, da wäre dann noch das Bewertungsding. Ich habe einmal nachgeschaut: Auf der Suche nach einem E-Commerce Handbuch hat das best gelistete Buch 15 Bewertungen. Das sollte also kein Hindernis sein.

Links:

Bücher von Dagny Taggart
Das Angebot aus dem Google-Cache
Die deutsche Kindl-Plattform

Bilder: