Amazon ändert zum Prime Day 2026 die Regeln für Referenzpreise und Rabattanzeigen auf seinem Marktplatz. Ziel ist es, irreführende Preisnachlässe zu unterbinden – insbesondere das Aufblähen von Listenpreisen, mit denen Händler künstlich hohe Rabatte vortäuschen. Die Änderungen betreffen sowohl den List Price als auch den Typical Price.
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Was Amazon ändert
Ab dem 23. April 2026 müssen Händler jeden angegebenen Listenpreis mit konkreten Belegen untermauern – etwa durch aktuelle Verkaufsdaten auf Amazon selbst oder durch Preise vergleichbarer Drittanbieter. Wer einfach einen überhöhten UVP setzt, um einen satten Nachlass vorzutäuschen, kommt damit nicht durch.
Eine zweite Änderung folgt am 18. Mai 2026: Die Berechnung des Typical Price – also des durchgestrichenen „War“-Preises – wird angepasst. Fällt ein Produktpreis innerhalb von 90 Tagen an mehr als der Hälfte der Tage unter den Nicht-Aktionspreis-Median, wirkt sich dieser niedrigere Preis auf die Berechnungsbasis aus. Das macht die gängige Praxis unmöglich, dauerhaft hohe Normalpreise zu führen und diese nur durch häufige Kurzaktionen zu unterbrechen.
Was das für Prime Day bedeutet
Für die Prime-Day-Teilnahme gilt: Der Aktionspreis muss den niedrigsten Punkt der letzten 60 Tage darstellen und einen Mindestabstand zum 30-Tage-Tief einhalten. Kurz vor dem Event den Preis hochziehen, um danach einen größeren Rabatt ausweisen zu können – das blockieren die neuen Regeln.
Hintergrund ist regulatorischer Druck. In mehreren Regionen haben Behörden die Transparenz bei digitalen Preisangaben stärker in den Fokus gerückt. Referenzpreise müssen nachweislich realen früheren Angeboten entsprechen. Amazon reagiert damit auch auf ein Problem, das nicht neu ist: Aufgeblähte Streichpreise sind seit Jahren ein Kritikpunkt auf Marktplätzen weltweit. Ende 2025 wurde in Washington State eine Sammelklage eingereicht, die Amazon vorwirft, für Prime-Day-Deals fiktive Listenpreise als Basis zu verwenden – Produkte wie Kopfhörer und Tablets sollen nie zu den angegebenen Streichpreisen verkauft worden sein (Cord Cutters News ).
Was Händler jetzt konkret tun müssen
Wer auf Amazon verkauft und Rabatte ausweist, muss seine Preispflege überprüfen. List Price: Nur noch setzen, wenn er durch externe oder eigene Verkaufsdaten belegbar ist. Typischer Preis: Wer häufig Aktionspreise unterhalb des Normalpreises anbietet, riskiert, dass dieser niedrigere Preis zur neuen Berechnungsbasis wird. Prime-Day-Deals: Preiserhöhungen kurz vor dem Event werden durch die 60-Tage-Regel blockiert. Bestimmte Aktionsformen – darunter Buy X Get Y, Subscribe & Save und personalisierte Coupons – sind von der Neuberechnung des Typical Price ausgenommen.
Fake-Rabatte schaden seriösen Händlern
Die Maßnahme ist gut. Fake-Rabatte schaden seriösen Händlern, weil sie echte Preise unattraktiv erscheinen lassen. Käufer nutzen externe Preisverlaufs-Tools , um Schein-Rabatte zu entlarven – Amazon reagiert damit auf realen Vertrauensverlust. Ob die Durchsetzung konsequent erfolgt, muss sich zeigen. Die technische Logik der neuen Berechnungsmethoden ist jedenfalls schwer zu umgehen.





