Die gestrige Pressemitteilung vom Bundeskartellamt hat viel Sprengstoff in sich. Sie hat aber vor allem eines geschafft, sie bestätigt noch einmal die Marktplatz Zahlen. Amazon ist groß, sicher auch sehr groß. Aber bei weitem nicht so groß wie die E-Commerce Experten ála Lang, Krisch, Fuchs und Graf es gerne hätten. Sie lagen falsch. Auch Amazons Dementi zu der von Wortfilter.de geleakten Zahlen erscheint in einem anderen Licht.

Amazons Marketplace GMV ist kleiner als gedacht

Das Bundekartellamt errechnet eine Spanne zwischen 11 Mrd und 12 Mrd Euro Händlerumsatz netto für das Jahr 2018. Die geleakten Zahlen sagten 10,2 Mrd. Euro auch für 2018. Das war der Fehler. Weitere Recherchen ergaben, dass die Zahlen wohl möglich den 2017er Aussen-Umsatz darstellten.

11 oder 12 Milliarden Nettoumsatz

Das ist dann wohl das amtliche Ergebnis. Gegenüber Jochen Fuchs von der t3n.de dementierte Amazon die Zahlen nicht. Auf Twitter schrieb Jochen „Das Kartellamt hat mir gegenüber bestätigt, dass die Zahlen im Laufe des Verfahrens direkt von Amazon geliefert wurden.“ Damit dürften diese Umsätze nun zementiert sein.

(Quelle: Bundeskartellamt)

Die Experten

Seit etlichen Jahren streiten sich die Experten über die Größe des Marketplace GMV. Damit wird nun endlich Schluss sein. Die eher konservativ schätzende und rechnende Fraktion hat sich da wohl durchgesetzt. Peter Höschl von shopanbieter und wortfilter.de hatten gemeinsam bereits deutlich niedrigere Zahlen als viele andere schillernden Protagonisten errechnet. Die zuletzt von Wortfilter.de und vom Handelsblatt zuerst veröffentlichten Zahlen wurden denn auch von diesen kritisch hinterfragt.

„Aufgrund des von Jeff Bezos in seinem Aktionärsbrief publizierten Verhältnis zwischen Eigenhandel und Marketplatz von 42:58 wäre das auf unserem Szenario basierende GMV neu gar zu erhöhen auf EUR 26 Milliarden für Deutschland.“, so Thomas lang auf seinem Blog Carpathia.

Händler zeigten kaum Interesse

Unter Händlern wurden die Zahlen kaum diskutiert. Jedoch die Berater, Dienstleister und Experten-Branche tat sich schwer mit den deutlich kleineren GMV. Warum eigentlich?

„Das (netto) Handelsvolumen des deutschen Marktplatzes betrug im Jahr 2018 weit mehr als 20 Mrd. Euro. Amazon.de ist damit der mit Abstand größte der fünf europäischen Marktplätze von Amazon. […] Das Handelsvolumen auf amazon.de stammt zu 40-45 Prozent von der eigenen Retail-Sparte von Amazon und zu 55-60 Prozent von Dritthändlern.“ (Quelle: Pressemitteilung Bundeskartellamt)

Und zum Schluss: So viel zu Amazons Dementi zu den geleakten Zahlen – Der Seitenhieb musste sein.

Fazit

Es ist gut nunmehr eine verbindliche und echte Zahl in der Hand zu haben um die Bedeutung an Amazons Marketplace Umsatz einschätzen zu können. Das erleichtert strategische Planungen und liefert eine Benchmark für die Wettbewerber.