Dass Amazon scharf gegen Plattformen vorgeht, die illegale Bewertungen anbieten, ist ja bekannt. Auch Händler sind in der Vergangenheit nicht verschont geblieben. Wir erinnern uns an die immer noch fortdauernde Suspendierung von Aukey oder das Verfahren gegen Martin von der Hocht persönlich. Beide Verfahren hat Amazon gewonnen. Bereits im Juli wurde AMZTigers-Gründer Norbert Weber aus Berlin zu 7 Tagen Ordnungshaft verurteilt (Az. 315 O 275/18). Der Gerichtsbeschluss liegt Wortfilter exklusiv vor.

Verurteilt und nicht an das Urteil gehalten = Ab in den Knast

Im Rahmen eines Einstweiliger Verfügungsverfahrens und die darauf erfolgte Beratungserfahrung (Az. 15 U 132/19) ist Norbert Weber verurteilt worden, folgendes zu unterlassen:

1. auf www.amazon.de Kundenrezensionen, die von Personen erstellt werden, die hierfür bezahlt werden und/oder andere vermögenswerte Vorteile erhalten, zu veröffentlichen und/oder veröffentlichen zu lassen, ohne darauf hinzuweisen, dass die Kundenrezensionen beauftragt wurden und der Rezensent dafür eine Bezahlung und/oder einen anderen vermögenswerten Vorteil erhalten hat, 315 O 275/18 – Seite 2 –

und/oder

2.a) Kundenrezensionen zu Produkten, die auf www.amazon.de verkauft werden, anzubieten und/oder anbieten zu lassen, wenn die Kundenrezensionen von Personen erstellt werden, die hierfür bezahlt werden und/oder andere vermögenswerte Vorteile erhalten, wie geschehen auf der Website https://goldstar-marketing.net gemäß der diesem Beschluss beigefügten Anlage A,

und/oder

b) zu behaupten und/oder behaupten zu lassen, es sei legal und/oder richtlinienkonform, mit gekauften Amazon-Bewertungen zu werben, wie geschehen in der diesem Beschluss beigefügten Anlage B.

Nachdem Weber sich nicht an das Urteil gehalten hat, ergingen zwei Ordnungsmittelbeschlüsse. Er muss einmal 10.000 Euro und ein weiteres Mal 80.000 Euro an die Staatskasse zahlen. Nach zwei weiteren Ordnungsmittelanträgen durch Amazon ist jetzt ein Beschluss ergangen, der den Betreiber von AMZTigers zu 7 Tagen Ordnungshaft verurteilt hat. Wer nicht hören will, muss fühlen!

(AMZTigers Gründer, Gesellschafter und Geschäftsführer Norbert Weber auf einer Veranstaltung. Er wirbt hier unverhohlen für illegales Handeln)

Viele Existenzen wurden zerstört

Wortfilter-Autor Mark Steier hat in der Vergangenheit eindringlich vor solchen Machenschaften gewarnt. Infolge der Warnungen und Ankündigungen, dass Amazon sehr scharf gegen Händler und Betreiber der Plattformen vorgehen wird, wurde der Blog durch eine massive DDoS-Attacke versucht, lahmzulegen.

Als Amazon dann begann, gegen die Händler und Plattformen vorzugehen, wurden auch Amazon-Accounts von Mitarbeitenden der Plattform ShopDoc von Martin von der Hocht vom Handel ausgeschlossen. Eine Mitarbeiterin verlor dadurch ihre Firma! Andere Mitarbeiter verloren hohe Beträge, weil ihre Konten suspendiert worden waren. Der Dienst ShopDoc ist mittlerweile vollständig eingestellt. Martin von der Hocht taucht immer mal wieder mit unseriösen Gebaren auf. Zuletzt wegen eines Datenskandals bei einem Kölner Corona-Testzentrum.

Landgericht Hamburg Az.: 315 O 275/18

Landgericht Hamburg Az.: 315 O 275/18

(Quelle: Wortfilter.de | Gerichtsunterlagen)

Ein anderer Akteur im illegalen Rezensions-Business war Timo Bock mit seinem Dienst AMZStars. Er verkaufte seine Firma jedoch rechtzeitig, sodass ihm Konsequenzen erspart blieben.

Allerdings wurden durch Amazon Unternehmen wie bspw. Aukey u. a. dauerhaft vom Handel ausgeschlossen. Diese Händler repräsentierten ein Milliarden-GMV auf Amazons Marketplace. Hunderte Mitarbeiter wurden entlassen.

Amazon kämpft weiter

Das Unternehmen strebte mehrere Klagen in den USA und Europa an und möchte die Schließung von mehr als 11.000 Webseiten und Facebook-Gruppen durchsetzen.

„Böswillige Akteure durch Rechtsstreitigkeiten und kriminelle Verweise zur Rechenschaft zu ziehen, ist eine von vielen wichtigen Möglichkeiten, wie wir Kunden schützen, damit sie vertrauensvoll einkaufen können“, sagte Dharmesh Mehta, Vice President of Selling Partner Services bei Amazon. „Amazon wird nicht nur unsere robuste Erkennung und Verhinderung gefälschter Bewertungen in unserem Geschäft weiter vorantreiben, sondern auch unermüdlich bei der Identifizierung und Durchsetzung gegen schlechte Akteure bleiben, die versuchen, sich an Bewertungsmissbrauch zu beteiligen. Es gibt keinen Platz für gefälschte Rezensionen bei Amazon oder anderswo in der Branche.“

Strafanzeige in Italien und Klage in Spanien

Nicht nur in den USA und Deutschland ist Amazon aktiv. In einem neuen Blog-Eintrag teilt Amazon mit, dass sie nun strafrechtlich gegen ein italienisches Netzwerk und zivilrechtlich gegen einen spanischen Anbieter vorgehen. Den längeren Atem hat Amazon, auch wenn Amazons Bemühungen wie ein Kampf gegen Windmühlen wirkt. Am Ende des Tages wird der Konzern gewinnen und den Sumpf austrocknen.

Das Warum?

Allgemeinwissen ist, dass Verbraucher sich sehr stark an Bewertungen orientieren und ihre Kaufentscheidung danach ausrichten. Entsprechend wichtig ist es für Amazon, dass Verbraucher ehrliche Rezensionen lesen können. Gefakte Bewertungen zerstören das Vertrauen. Und genau das ist ein wichtiger Wert für Amazon.