Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland zeigt zu Jahresbeginn 2026 leichte Erholungstendenzen, verharrt insgesamt jedoch auf einem niedrigen Niveau. Der Konsumklima-Indikator steigt für Februar 2026 im Vergleich zum Vormonat um 2,8 Punkte auf -24,1 Zähler. Das geht aus den aktuellen Ergebnissen des GfK Konsumklimas powered by NIM hervor, das seit Oktober 2023 gemeinsam von NIQ/GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) veröffentlicht wird.

Getragen wird die Entwicklung vor allem von einer deutlich verbesserten Einkommenserwartung sowie einer steigenden Anschaffungsneigung. Die Sparneigung hingegen zeigt im Januar kaum Bewegung und verbleibt mit rund 18 Punkten auf einem weiterhin sehr hohen Niveau.

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Einkommenserwartungen legen deutlich zu

Besonders auffällig ist der sprunghafte Anstieg der Einkommenserwartung. Der entsprechende Indikator gewinnt im Januar 12 Zähler hinzu und erreicht damit 5,1 Punkte. Als Gründe werden unter anderem die zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene Erhöhung des Mindestlohns sowie gesunkene Inflationsängste der Verbraucher genannt.

Trotz der Verbesserung bleibt das Gesamtbild vorsichtig. Das Konsumklima kann zwar einen Teil der Verluste aus dem Vormonat ausgleichen, erreicht jedoch weiterhin ein historisch schwaches Niveau. Externe Faktoren wie geopolitische Spannungen oder mögliche Eskalationen internationaler Handelskonflikte gelten weiterhin als Risiken für die weitere Entwicklung.

Anschaffungsneigung auf höchstem Stand seit 2022

Von den verbesserten Einkommensaussichten profitiert im Januar auch die Anschaffungsneigung. Der Indikator steigt um 3,5 Punkte auf -4,0 Zähler. Ein höherer Wert wurde zuletzt im März 2022 gemessen.

Neben der Einkommensentwicklung bleibt das Preisniveau ein zentraler Faktor für die Kaufbereitschaft. Analysen des NIM zeigen, dass hohe oder steigende Preise weiterhin der wichtigste Grund für eine zurückhaltende Anschaffungsneigung sind. Zuletzt hat sich hier jedoch eine gewisse Entspannung abgezeichnet: Die Inflationsrate in Deutschland lag im Dezember 2025 bei 1,8 Prozent.

Konjunkturerwartungen mit zweitem Anstieg in Folge

GfK Konsumklima 2026

Auch die Konjunkturerwartungen der Verbraucher entwickeln sich zu Jahresbeginn positiver. Der Indikator gewinnt 5,4 Punkte hinzu und erreicht 6,6 Zähler. Damit liegt er 8,2 Punkte über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Mit dem zweiten Anstieg in Folge verdichten sich nach Einschätzung der Verbraucher die Hinweise auf eine wirtschaftliche Stabilisierung nach mehreren Jahren der Rezession beziehungsweise Stagnation. Wirtschaftsexperten gehen derzeit davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von rund einem Prozent erreichen könnte.

Methodischer Hintergrund

Die Ergebnisse basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die zwischen dem 2. und 13. Januar 2026 im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt wurden. Das Konsumklima bezieht sich auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht dabei lediglich etwa 30 Prozent dieser Ausgaben aus, während Dienstleistungen, Mieten, Reisen, Gesundheits- und Wellnessleistungen den deutlich größeren Anteil stellen.

GfK Konsumklima 2026

Die Anschaffungsneigung erfasst ausschließlich die Einschätzung der Verbraucher zu größeren, langlebigen Gebrauchsgütern. Eine positive Einschätzung bedeutet nicht automatisch eine tatsächliche Kaufentscheidung, da hierfür sowohl finanzielle Mittel als auch ein konkreter Bedarf vorhanden sein müssen.


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