Eine Kurzumfrage in der Wortfilter Facebook-Gruppe, an der knapp 90 Händler unterschiedlicher Größe teilnahmen, ergab, dass ein Großteil nicht sofort Voice-Commerce-Angebote als Verkaufskanal annehmen würden. Der überwiegende Teil der Händler geht zunächst in Wartestellung und nur die wenigsten würde ein Voice-Commerce-Angebot sofort umsetzen.

Was ist Voice Commerce?

Voice Commerce oder auch Conversational Commerce ist eine aufstrebende Form der digitalen Interaktion und eine Plattform für neue Dienste. Verbraucher mögen Sprachassistenten: 36 Prozent der Deutschen nutzen sie bereits im Alltag, so die Studie „Conversational Commerce“des Digital Transformation Institute von Capgemini.

Verbreitung der Geräte

Neben Smartphones, die am häufigsten von Verbrauchern genutzt werden, ziehen immer mehr Geräte in die Haushalte ein. Amazons Echo liegt vorne, verliert aber massiv an Zuwächsen. Google Home holt auf.

Wo findet Voice Commerce statt?

Diese von der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft/IFH Köln GmbH veröffentlichte Statistik beantwortet die Frage:

Was könnten Händler unternehmen?

Praktisch sind sie auf sich gestellt, denn nahezu alle Dienstleister bieten noch keine fertige oder ausreifte Lösung an. Das ist schade und sehr bedauerlich. Selbst der vermeintlich innovative Shopsystemanbieter ›Shopware‹ hält noch keine marktreife Lösung für die Händler parat, sondern verliert sich im üblichen Marketingggeschwubbel: »Mit Shopware Playground sind wir future ready, da wir auf das, was die Zukunft bringen wird, vorbereitet sein wollen. ›Visionär‹ ist einer unserer drei Unternehmenswerte, weshalb wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, zukunftsweisende E-Commerce-Lösungen zu schaffen. Aus diesem Grund ist es uns ein persönliches Anliegen, in diese Technologie zu forschen und zu investieren«, erklärt Daniel Nögel, Product Manager Enterprise in Research & Development bei der Shopware AG.

Fazit: ›Order per Voice‹ bleibt noch einige Zeit nur den Großen vorbehalten. Während Amazon & Co. schon an der übernächsten Innovation arbeiten, schaut der KMU-Handel in die Röhre oder muss sich selbst helfen.

30% der befragten Händler lehnen Voice-Commerce-Lösungen ab

Wirklich überraschend ist die starke Ablehnung von Voice-Commerce-Lösungen. 30% der befragten KMU-Händler lehnen eigene Lösungen ab. Da klafft eine große Lücke zwischen der Bereitschaft der Verbraucher, Sprachassistenten zu nutzen und dem Willen der Händler, eine solche anzubieten.

45% alle befragten wollen dann auch abwarten. Das ist schade, denn damit verspielt gerade der Mittelstand seine absolute Stärke gegenüber großen Konzernen: Die Schnelligkeit, Innovationen zu erkennen und umzusetzen.

Nur 25% der Händlerschaft wäre bereit, sofort eine angebotene Lösung umzusetzen. Bei circa 500.00 Onlineshops, die es in Deutschland geben soll, wären das immerhin noch 120.000, die ein Voice-Commerce-Angebot sofort implementieren würden.

Learning

Ich hätte erwartet, dass ein Großteil der Händler ready in den Startlöchern stehen und gespannt auf eine Voice-Commerce-Lösung warten. In meinen Augen wäre sie in der Tat einfach zu implementieren. Amazon stellt seine gesamte KI auf der eigenen Entwicklerplattform AWS den Lösungsanbietern zur Verfügung. Auch das Payment wäre über AmazonPay zu lösen. Aber nein, offensichtlich ist die Händlerschaft etwas behäbig, um es freundlich auszudrücken. Das ist enttäuschend, denn der kleine Handel nutzt so seine größten Trümpfe nicht: Schnelligkeit und Flexibilität.

Aber auch die Dienstleister zeigen sich wahrlich nicht von ihrer besten Seite. Bis auf wenige Skill-Entwickler sind mir keine Dienstleister bekannt, die finanzierbare Voice-Commerce-Lösungen oder ›Order per Voice‹-Schnittstellen anbieten.

Henry Ford sagte so wunderbar treffend: »Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt, schnellere Pferde.«