Das hört sich spannend an und kann für Amazon eine echte Bedrohung sein. Microsoft soll eine Software entwickeln, die es ermöglicht, einen kassen- und barrierelosen Supermarkt zu betreiben. Als Partner ist die US-Supermarktkette Walmart im Gespräch. Sogar ein Ex-Amazon-Go-Mann soll sich beim Projekt engagieren, so berichtet Reuters.

Das liest sich nicht nur smart, sondern ist es auch

Bewahrheiten sich die bisher kolportieren Daten und Fakten, dann ist das ein Schritt in eine ganz spannende Zukunft. Der LEH (Lebensmitteleinzelhandel) kann durch eine solche Software-Lösung nachhaltig verändert werden. Und der Markt ist groß.

Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland in den Jahren 1998 bis 2017 (in Milliarden Euro)

(Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland in den Jahren 1998 bis 2017)

Der Markt bietet genügend Spielraum. Betrachtet einmal die Filialdichte in Europa. Sie ist der große Vorteil des bereits etablierten LEH. Die Geschäfte und Standorte sind bereits vorhanden.

Reuters berichtet

»Der in Redmond, Washington, ansässige Software-Riese entwickelt Systeme, die verfolgen, was die Kunden ihrem Einkaufswagen hinzufügen. Microsoft hat Einzelhändlern aus der ganzen Welt Mustertechnologie gezeigt und Gespräche mit Walmart Inc. (WMT.N) über eine mögliche Zusammenarbeit geführt.

Die Technologie von Microsoft soll Einzelhändlern helfen, mit Amazon Go Schritt zu halten, einem hochautomatisierten Geschäft, das im Januar in Seattle eröffnet wurde. Amazon-Kunden scannen ihre Smartphones an einem Drehkreuz, um sie zu betreten. Kameras und Sensoren erkennen, was sie aus den Regalen entfernen. Wenn die Kunden mit dem Einkauf fertig sind, verlassen sie einfach den Laden und Amazon rechnet ihre Kreditkarten ab.

Amazon Go, das auch bald in Chicago und San Francisco eröffnet wird, hat Rivalen geschickt, um sich auf eine weitere Störung durch den größten Onlinehändler der Welt vorzubereiten. Einige haben Programme getestet, bei denen Kunden jeden Artikel beim Einkauf scannen und einpacken, mit gemischten Ergebnissen.

Für Microsoft bedeutet es ein großes Geschäft, ein strategischer Verbündeter des Einzelhandels zu werden. Neben der Entwicklung von Retail-Technologien ist sie die Nummer 2 hinter Amazon, wenn es um den Verkauf von Cloud-Services geht, die beispielsweise für den Betrieb von E-Commerce-Sites wichtig sind.«

(Quelle reuters.com & übersetzt mit deepl.com)

Das kann für Amazon gefährlich werden

Der große Vorteil der LEH ist die gewaltige Flächendeckung. Zwar hat Amazon sich dort durch den Einkauf von WholeFoods platziert, aber doch eher im homöopathischen Maße. Der größte Nachteil des LEH ist bisweilen seine beispiellose Behäbigkeit. Das kann sich aber auch sehr schnell ändern. Zumal dann, wenn es gute Lösungen gibt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass gerade im Kontext kleiner Filialen, wie sie z. B. von 7-eleven in Asien betrieben werden, sich ein solches Konzept schnell durchsetzen wird.

Project Kinect für Azure

Möglicherweise bringt Microsoft das Projekt ‚Kinect‘ zum Einsatz. Die ursprünglich für Spielekonsolen entwickelte Bewegungs- und Sprachsteuerung hat der Software-Riese mächtig aufgebohrt.

Auf der hauseigenen Konferenz Build 2018 stellte Microsoft KI-Anwendungen mit Kinect vor. Das Unternehmen sieht als mögliche Einsatzbereiche unter anderem Systeme zur Objekterkennung, selbstständige Navigation von Robotern und Drohnen, Automatisierung in Fabrikanlagen und im Gesundheitswesen sowie allgemeine Kommunikationsanwendungen.

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