Jedenfalls in Indien, genauer in Bangalore, unterstützt Amazon Privatverkäufer ihre Artikel an den Mann zu bringen. Und das auf eine Art und Weise wie wir sie bisher nur von eBay kennen.

Ist Indien ein Amazon Test-Markt?

Mittlerweile testen einige der Big Player ihre Services zunächst in Indien. Facebook z. B. testet „offline videos“. (Quelle: techcrunch) Amazon scheint nun nachzuziehen. Der Dino startet das Programm „Verkaufe als Privatperson“ in Indien, eben in Bangalore.

Die Idee klingt nach eBay, oder?

Ist das nicht der eBay-Spielplatz auf den Amazon da gerade möchte? Der Verkauf von Gebrauchtware an C2C ist eBays angestammte Exzellenz und Ursprung, also die Wurzel, aus der die jetzige Plattform entstanden ist. Da scheint Amazon wohl zu planen, in fremden Revieren zu wildern.

Was leistet Amazon?

Gewohnt kundenzentriert bietet Amazon einen hervorragenden Service an. Abholung der Ware, das Verpacken und die Zustellung übernimmt der Onlineriese. Im Augenblick aber nur im Stadtgebiet von Bangalore, eine Stadt mit knapp 9 Mio. Einwohnern im Süden von Indien und drittgrößte Stadt des Landes. Dort haben sich in den letzten Jahren nahezu alle großen IT-Firmen angesiedelt, darunter Amazon, IBM, Dell, Oracel und auch SAP. Diese Strukturen werden wohl auch ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen sein, in dieser Stadt den Service zu testen.

Amazons Abwicklung

Amazons Verkaufsformular

Amazons Verkaufsformular: Sell dash new

Diese scheint wirklich einfach zu sein und ist auf das Wesentliche reduziert. 10 Felder sind auszufüllen und der Artikel ist online. Das ist sportlich. Natürlich ist anzumerken, dass der indische E-Commerce-Markt wenig reguliert ist.

Die Kosten

Die Gebühren sind lächerlich gering. Sie reichen von 0.69€ bis maximal 1.40€. Das ist nun wirklich nicht viel. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich das rechnet. Muss es aber auch glaube ich nicht, denn es ist ein Test. Spannend dürfte die Frage sein, ob dieser Service bei den Konsumenten ankommt.

2015 hat es Amazon mit Junglee versucht

Mit junglee.com by amazon hat der Gigant bereits 2015 versucht Gebrauchtes an den Mann zu bringen. Allerdings wohl mit mäßigem Erfolg. Der Link führt ins Leere. Es werden keine Angebote angezeigt.

https://www.junglee.com/

https://www.junglee.com/

Ist es nun ein Test oder nicht?

Ich bin mir nicht sicher. Es spricht einiges dafür, dass Amazon hier die Besonderheiten des indischen E-Commerce-Marktes auslotet. Aber, und das spricht gegen die Idee, dass es nur ein lokales Projekt ist: Es ist eine schlüssige und gute Strategie, Kunden gleichzeitig zu Verkäufern zu machen. Denn genau das ist, was eBay immer noch erfolgreich praktiziert und oftmals als USP verkaufen möchte.