Warnung vor Fake-Kanzleien: Diese angeblichen Rechtsanwaltskanzleien existieren nicht

Immer häufiger werden Händler und Unternehmen von angeblichen Rechtsanwaltskanzleien kontaktiert, die Insolvenzware, Sonderposten oder Verwertungen anbieten. Der professionelle Ton, eine sauber gestaltete Website und vollständige Kontaktdaten vermitteln Seriosität. Bei genauer Prüfung zeigt sich jedoch: Die genannten Kanzleien existieren nicht.

In einigen Fällen waren die angeblichen Rechtsanwälte nicht im offiziellen Verzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer registriert. Webseiten wurden künstlich aufgebaut, Einträge in Online-Verzeichnissen sind konstruiert und Bestellungen sollten ausschließlich per E-Mail erfolgen. Das Muster ist immer identisch – und auf Täuschung ausgelegt.

Die Betrüger passen sich aktuell an

Offenbar haben die Betrüger ihre Masche inzwischen angepasst. Die letzten drei bis vier Meldungen betreffen allesamt real existierende Kanzleien, die auch im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis (BRAV) geführt werden.

Tatsächlich haben diese Kanzleien jedoch keine derartigen E-Mails versendet. Stattdessen missbrauchen die Täter gezielt die Identitäten echter Rechtsanwälte, um ihre Angebote glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Für Empfänger wirkt die Mail dadurch auf den ersten Blick seriös – tatsächlich handelt es sich jedoch um klassischen Identitätsmissbrauch im Rahmen eines Betrugsversuchs.

Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.

Diese Seite dient als fortlaufend aktualisierte Warnliste. Hier dokumentiert Wortfilter Kanzleinamen, Domains und Kontaktdaten, vor denen ausdrücklich gewarnt werden muss. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und Händler frühzeitig zu sensibilisieren.

Wenn Du selbst eine verdächtige Kanzlei oder ein entsprechendes Angebot erhalten hast, kannst Du die Informationen gerne anonym über dieses Formular weiterleiten.



    Je schneller solche Strukturen öffentlich gemacht werden, desto geringer ist die Gefahr, dass Unternehmen auf diese Masche hereinfallen.


    Prüfliste: So überprüfe ich angebliche Rechtsanwaltskanzleien

    Bei jeder gemeldeten Kanzlei werden folgende Punkte systematisch geprüft:

    • Eintrag im offiziellen Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer
    • Übereinstimmung von Name, Anschrift und Telefonnummer mit öffentlich verifizierbaren Quellen
    • Existenz einer realen Kanzlei unter der angegebenen Adresse
    • Transparente Angabe der zuständigen Rechtsanwaltskammer im Impressum
    • Domainregistrierung (Registrierungsdatum, Inhaber, technische Auffälligkeiten)
    • Qualität und Individualität der Website (Stockfotos, generische Texte, KI-typische Formulierungen)
    • Kommunikationsstruktur (Bestellung nur per E-Mail, keine Mandatsprüfung, kein Vertragsprozess)
    • Zahlungsbedingungen (Vorkasse, Zeitdruck, ungewöhnliche Lieferzusagen)
    • Auffälligkeiten bei beigefügten Dokumenten (PDF-Metadaten, Formatierung, Sprachmuster)

    Erst wenn ein oder mehrere dieser Kriterien Auffälligkeiten aufweisen, erfolgt ein Eintrag in die Warnliste.


    Warnliste: Betrug durch Fake-Rechtsanwaltskanzleien


    Rechtsanwalt André K. Gabel (Frankfurt am Main)

    Rechtsanwalt André K. Gabel (Frankfurt am Main)
    Status: 🔴 Betrug (Identitätsmissbrauch)
    • Name: André K. Gabel, Rechtsanwalt
    • Angegebene Adresse: Hamburger Allee 2–4, 23. OG, 60486 Frankfurt am Main
    • E-Mail: [email protected]
    • Telefon: +49 69 20085295
    • Betreff der Mail: „Warenbestand aus Insolvenzverfahren – Neuware zu Sonderkonditionen“
    Anlass
    Ein Händler hat wortfilter.de eine E-Mail weitergeleitet, in der angeblich ein Warenbestand aus mehreren Insolvenzverfahren angeboten wird. Die Mail enthält einen umfangreichen Produktkatalog mit Elektronik, IT-Hardware, Baugeräten und Edelmetallen sowie die Aufforderung, bei Interesse Kontakt aufzunehmen. Als Ansprechpartner wird „Rechtsanwalt André K. Gabel“ genannt.
    Prüfergebnis
    • ❌ Die Kanzlei und der genannte Rechtsanwalt existieren tatsächlich
    • ❌ Laut vorliegenden Informationen hat die Kanzlei diese E-Mails jedoch nicht versendet
    • ❌ Typische Betrugsstruktur: Massenmail mit angeblicher Insolvenzware und beigefügtem Katalog
    • ❌ Auffällig sind unrealistische Warenangebote (IT-Hardware, Grafikkarten, Edelmetalle etc.) in großen Mengen
    • ❌ Ziel solcher Mails ist häufig Vorkasse-Betrug oder Datenabgriff
    Bewertung: Es handelt sich um Betrug durch Identitätsmissbrauch eines real existierenden Rechtsanwalts. Händler sollten auf solche Angebote nicht reagieren und keinesfalls Zahlungen leisten.

    KANZLEI CHRISTOPH RICK (Stadtplatz 26 86551 Aichach)

    ACHTUNG: Der Rechtsanwalt existiert unter dieser Anschrift. Trotzdem ist es Betrug. Diese Mail stammt nicht von seiner Kanzlei.

    „Christoph Rick Insolvenzrecht“ (Fahrzeugverwertung per PDF-Katalog)
    Status: 🔴 Betrug (Verdacht: Identitätsmissbrauch / Fake-Insolvenzverwertung)
    • Absendername: Christoph Rick Insolvenzrecht
    • E-Mail-Absender (sichtbar): [email protected]
    • Betreff: Fahrzeugverwertung – VW, BMW, Porsche, Audi (PDF-Katalog)
    • Call-to-Action: „Kurze Antwort auf diese E-Mail genügt“
    • Angebliche Kanzleidaten im Text: Kanzlei Christoph Rick, Stadtplatz 26, 86551 Aichach
    • Telefon (im Text): +49 (0) 8251 930 9898
    • E-Mail (im Text): [email protected]
    • USt-ID (im Text): DE319660346
    Anlass
    Unaufgeforderte E-Mail an ein Unternehmen mit der Behauptung, im Rahmen eines „betreuten Insolvenzverfahrens“ werde ein hochwertiger Fahrzeugbestand (u. a. VW, Porsche, BMW, Audi, Mercedes-Benz, Škoda) „gegen Gebot“ verwertet. Als Vertrauensanker wird ein PDF-Katalog angehängt und zur schnellen Rückmeldung per Reply aufgefordert.
    Prüfergebnis
    • Unplausible Absenderdomain: [email protected] passt nicht zu einer deutschen Kanzlei-Kommunikation
    • Typisches Scam-Muster: Premium-Fahrzeuge + „attraktiv kalkuliert“ + Verwertung „gegen Gebot“ erzeugen Zeitdruck und FOMO
    • Reply-Falle: „Kurze Antwort genügt“ – Einstieg in einen Betrugsdialog (Daten/Anzahlung/Transport)
    • PDF als Vertrauensanker: Der Katalog soll Seriosität erzeugen, ersetzt aber keinen belastbaren Nachweis eines Insolvenzverfahrens
    • Verdacht Identitätsmissbrauch: Es ist möglich, dass reale Kanzleidaten missbräuchlich verwendet werden, um Vertrauen zu gewinnen
    Bewertung: Sehr hoher Betrugsverdacht. Keine Antwort auf die Mail, keine Daten herausgeben und keine Zahlungen leisten. Echtheit nur über selbst recherchierte Kontaktdaten (Impressum/Telefon) gegenprüfen – nicht über Angaben aus der E-Mail.

    Dr. jur. Klaus Alten (Frankfurt am Main)

    Achtung: Der Rechtsanwalt Dr. Klaus Alten ist existent und als Rechtanwalt laut Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) auch an dieser Anschrift niedergelassen. Trotzdem ist die Mail und die Internetseite betrügerisch. Die Identität von Ra Dr. Alten wird missbraucht. Er ist durch Wortfilter informiert.

    Dr. jur. Klaus Alten (Frankfurt am Main)
    Status: 🔴 Betrug (Identitätsmissbrauch)
    Anlass
    Newsletter-Mail mit Betreff „Exklusiver Zugang inkl. Preisnachlass zu den offenen Insolvenzmassen 🚀“. Bewerbung angeblicher Insolvenzmassen (Baugeräte, Elektronik, Solartechnik, Wärmepumpen) inklusive „sicherer Abwicklung durch Rechtsanwalt“. Die Nachricht wurde einem Händler unaufgefordert zugesendet und an wortfilter.de weitergeleitet.
    Prüfergebnis
    • ❌ Der Rechtsanwalt existiert tatsächlich, jedoch liegt hier Identitätsmissbrauch vor
    • ❌ Der betroffene Anwalt wurde informiert; er ist in Wirklichkeit Syndikusanwalt und nicht als Insolvenzverwerter tätig
    • ❌ Typische Betrugsstruktur: Massenmail, Newsletter-Behauptung ohne Anmeldung, „Insolvenzmasse“-Argument, Call-to-Action-Button
    Bewertung: Es handelt sich um Betrug durch Identitätsmissbrauch eines real existierenden Rechtsanwalts. Keine Kontaktaufnahme und keine Zahlung vornehmen.

    Kanzlei Andreas Kienast (Hamburg)

    Kanzlei Andreas Kienast (Hamburg) -⚠️ACHTUNG: Es gibt in HH auch einen ECHTEN Rechtsanwalt Andreas Kienast
    Status: 🔴 Betrug
    • Fake Rechtsanwalt / Insolvenzverwalter: Andreas Kienast
    • Adresse laut Nachricht: Alte Rabenstraße 12B, 20148 Hamburg
    • Telefon: +49 40 429 25835
    • E-Mail: [email protected]
    Anlass
    Über das Kontaktformular auf wortfilter.de wurde eine Nachricht mit „Hinweis auf Insolvenzverwertung – Fahrzeuge und Materialien“ gesendet. Angebot von Fahrzeugen sowie Maschinen (u. a. CNC-Maschinen) aus angeblichen Insolvenzverfahren, angeblich mit PDF-Katalog im Anhang.
    Prüfergebnis
    • ❌ Identitätsmissbrauch: Die Nachricht ist nach Angaben des Empfängers/Wortfilter eindeutig FAKE
    • ❌ Typisches Muster: Verwertung aus „Insolvenzmasse“, PDF-Katalog, hochpreisige Güter (Fahrzeuge/CNC), Kontakt per Mail/Telefon
    • ❌ Kontaktweg missbraucht: Versand über ein Website-Kontaktformular zur Umgehung von Spamfiltern
    Bewertung: Es handelt sich um Betrug. Keine Kontaktaufnahme, keine Zahlung, keine Anhänge öffnen.

    Rothermel, Steinburg & Partner (Frankfurt am Main)

    Rothermel, Steinburg & Partner (Frankfurt am Main)
    Status: 🔴 Betrug
    • E-Mail: [email protected]
    • Angegebene Adresse: Große Gallusstraße 14, 60315 Frankfurt
    • Telefon: +49 699 57991100
    • Bezeichnung: „Kanzlei Rothermel, Steinburg & Partner“
    Anlass
    Massenmail mit Angebot „Restposten aus Insolvenzmasse – geprüft & treuhänderisch abgewickelt“ inklusive PDF-Bestandsliste. Bewerbung von Neuware aus angeblichen Insolvenzverfahren mit Versand inklusive.
    Prüfergebnis
    • ❌ Kein Eintrag der Kanzlei im offiziellen Anwaltsverzeichnis (BRAV/BRAK) auffindbar
    • ❌ Domain wirkt konstruiert („ra“ im Domainnamen), keine etablierte Kanzleihistorie erkennbar
    • ❌ Typische Betrugsmerkmale: Zeitdruck, Massenansprache, „Treuhand“-Argumentation zur Vertrauensbildung
    Bewertung: Es handelt sich um Betrug. Keine Bestellung auslösen und keine Zahlung vornehmen.

    Kanzlei Steinwender (Norderstedt)

    Kanzlei Steinwender (Norderstedt) – Insolvenzposten „Spielwaren“
    Status: 🔴 Betrug
    • Ansprechpartner: Torben Grau (Rechtsanwaltsfachangestellter)
    • Genannter Verantwortlicher: Lennart Fritz Friedrich Steinwender
    • Adresse laut Mail: Theodor-Fontane-Str. 15, 22848 Norderstedt
    • Telefon: 040 609 446 821
    • E-Mail: [email protected]
    • Website: www.kanzlei-steinwender.de
    • Zuständige Kammer (laut Mail): Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer
    Anlass
    E-Mail-Verkehr zu einem angeblichen Insolvenzposten „Spielwaren“ (u. a. UNO, Skip-Bo, Phase 10, Lego Duplo) inkl. Rechnung im Anhang. Es wird massiver Zeit- und Zahlungsdruck aufgebaut („bis 16:00 Uhr“, „nur bezahlte Ware ist verkauft“, strikte Vorgaben zum Verwendungszweck).
    Prüfergebnis
    • ❌ Kanzlei/Anwalt nicht im offiziellen Anwaltsverzeichnis (BRAV/BRAK) auffindbar
    • ❌ Ablauf entspricht typischer Vorkasse-Masche: hoher Zeitdruck, „Ware wird nicht reserviert“, Zahlung vor Lieferung
    • ❌ Rechnung/Zahlungsdaten dienen als Druckmittel (Verwendungszweck „ohne Abänderungen“, Belegpflicht direkt nach Zahlung)
    Bewertung: Es handelt sich um Betrug. Keine Zahlung leisten, keine Daten nachreichen, keine Anhänge weiter öffnen.

    Rechtsanwaltskanzlei Hans-Michael Rausch (Düsseldorf)

    Rechtsanwaltskanzlei Hans-Michael Rausch (Düsseldorf)
    Status: 🔴 Betrug
    • Fake Rechtsanwalt: Hans-Michael Rausch
    • Adresse laut E-Mail: Bruchstraße 68, 40235 Düsseldorf
    • E-Mail: [email protected]
    • Website: kanzlei-ra.net
    Anlass
    E-Mail mit Angebot von Insolvenz-Sonderposten (Maschinen, Fahrzeuge, Betriebsausstattung).
    Prüfergebnis
    • ❌ Kein Eintrag im Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer
    • ❌ Keine nachweisbare Kanzlei unter der angegebenen Anschrift
    • ❌ Website ist künstlich mit KI (lovable) erstellt
    Bewertung: Es handelt sich um Betrug. Keine Bestellung oder Zahlung vornehmen.

    Leonhardt & Partner – Kanzlei für Insolvenzrecht (Frankfurt am Main)

    Leonhardt & Partner – Kanzlei für Insolvenzrecht (Frankfurt am Main)
    Status: 🔴 Betrug
    • Bezeichnung in der Mail: „Leonhardt & Partner – Kanzlei für Insolvenzrecht“
    • Adresse laut Mail: Bockenheimer Landstraße 33, 60325 Frankfurt am Main
    • Telefon laut Mail: +49 (0) 69 94321304
    • E-Mail laut Mail: [email protected]
    • Website laut Mail: www.leonhardt-inso.com
    Anlass
    E-Mail-Angebot zu Insolvenzverwertung/Sonderposten (u. a. Europaletten, Stretchfolien, Stapler/Flurförderzeuge, Container und Fahrzeuge) inkl. PDF-Artikelliste.
    Prüfergebnis
    • ❌ Kein Eintrag für „Leonhardt & Partner“ oder „Peter Leonhardt“ im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis (BRAV) / bei der Rechtsanwaltskammer Frankfurt
    • ❌ Domain „leonhardt-inso.com“ laut Beitrag neu und ohne Historie (z. B. keine Spuren bei Archive.org)
    • ❌ Keine belastbaren Hinweise auf eine reale Kanzlei mit dieser Insolvenztätigkeit unter dem genannten Namen
    Bewertung: Es handelt sich um Betrug. Keine Bestellung oder Zahlung vornehmen.

    Eberhardt & Partner Rechtsanwälte (Köln)

    Eberhardt & Partner Rechtsanwälte (Köln)
    Status: 🔴 Betrug
    • Website: www.eberhardt-kanzlei.de
    • Genannte (Fake-)Namen: Dr. Frank Eberhardt, Julia Bergmann, Thomas Schäfer, Dr. Sabine Neumann
    • Bezug in den Unterlagen: „Insolvenzmasse“ der SSD Technic GmbH (HRB 116714)
    Anlass
    Professionelle E-Mail mit PDF-Anhang (Inventarliste, angeblicher Gerichtsbeschluss, Besichtigungsangebot) und Angebot hochwertiger IT-/Apple-Ware zu auffällig niedrigen Preisen.
    Prüfergebnis
    • ❌ Kein Eintrag der genannten Personen im öffentlichen Rechtsanwaltsverzeichnis (BRAV/BRAK)
    • ❌ Domain/Onlinepräsenz: laut Beitrag 2025 registriert, SSL kurz vor Versand ausgestellt, keine Historie über Archive.org
    • ❌ „Insolvenz“ der SSD Technic GmbH: laut Beitrag nicht nachvollziehbar (Firma eingetragen, keine Insolvenz verzeichnet)
    Bewertung: Es handelt sich um Betrug. Keine Bestellung oder Zahlung vornehmen.

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