Zum 20. Geburtstag von Amazon wurde der Amazon Prime Day groß aufgezogen, bekam tolle PR, Fernsehwerbung und eine bunte und gut gelaunte Neugestaltung der Startseite. Viel wurde versprochen und die Erwartung der Shopper schnellten nach oben. Viele Leute blieben lange wach, damit sie als erstes an die tollen Schnäpppchen kommen und sich die besten Deals des Jahres ergattern konnten. Was dann allerdings in den sozialen Medien als Feedback zum Amazon Prime Day kam… deckte sich nicht so ganz mit den Erwartungen, die vorher gesetzt wurden.

Womit sich die Einkaufswilligen konfrontiert sahen waren eher seltsame Angebote von empfundener Minderwertigkeit – im US amerikanischen Raum wurde der Amazon Prime Day scherzhaft als Hinterhof- oder Garagen-Flohmarkt bezeichnet als ein tolles eCommerce Einkaufsevent. Außer ein paar wirklich guten Angeboten scheint es so als ob Amazon’s beste „Deals“ die waren, bei denen die Preise der eigenen Angebote rabattiert wurden, wie zum Beispiel bei dem Amazon Fire TV Stick, dem Kindle und dem Lautsprecher Echo.

Frustration bei beendeten Angeboten

Schon am Mittwoch morgen waren viele Angebote vergriffen und viele, die sich erst mittags oder während einer Kaffeepause dem Amazon Prime Day zuwandten waren enttäuscht. Denn anstatt Angebote kaufen zu können durften sich diese in Wartelisten einschreiben und darauf hoffen eventuell doch noch von dem ein oder anderen Deal zu profitieren.

Andere Promotionen schienen auch eher auf Amazon’s eigene Produkte und Services hinauszulaufen, wie zum Beispiel Geschenkgutscheine und Amazon Warehouse Deals. Auch hier passte die empfundene Qualität der Angebote nicht zu den Erwartungen, die im Vorfeld gesetzt wurden.

Nachdem immer mehr Deals von der Startseite verschwanden kamen immer mehr „Blitzangebote“ dazu. 20% Rabatt auf Waschmittel, 5 Euro Rabatt auf Rasierklingen und „Spare mit unserem Abonnement für elektrische Zahnbürsten“. Die Auswahl sah, zugegebener maßen doch eher zufällig aus und Prime Mitglieder beschwerten sich, dass die Angebote langweilig sein und sie nichts finden, was sie gerne kaufen würden. Die tollen Angebote waren ausverkauft, die Rabatte waren nicht unschlagbar und es sei einfach nichts für sie dabei gewesen.

Amazon’s Zahlen schreiben eine andere Geschichte

Das sind aber nur die Stimmen aus den sozialen Netzwerken – Amazon (US) beschreibt eine andere Geschichte. Zum einen hat Amazon viel über das Verhalten der Kunden gelernt und kann Produktpräferenzen von Massen abschätzen – nächstes Mal könnte es also spannender werden. Zum anderen sind laut Angaben von Amazon US die Verkäufe um 80% gestiegen, die Nachfrage der Verbraucher war also groß. Und wenn man bei den Prime Day Angebote nichts gefunden hat, haben die Kunden wahrscheinlich auf andere Produkte zurückgegriffen. Man war ja gerade eh zufällig da, wäre ja schade, wenn man mit leeren Händen geht.

Amazon US gibt an, dass Amazon Prime Mitglieder innerhalb von 15 Minuten mehrere zehntausend Fire TV Sticks, 35.000 Herr der Ringe Blue Ray Sets und 4.000 Echo-Lautsprecher gekauft hatten. Weitere Artikel waren innerhalb von Minuten ausverkauft, und über 1.200 Fernseher aus einem Deal gingen innerhalb von 10 Minuten über den Ladentisch.

ChannelAdvisor hat sich die Amazon Daten ebenfalls angeschaut und kam zu folgendem Ergebnis: Im Tages-Vergleich zum Vorjahr waren die Verkäufe bei Amazon US um 80% höher, in Europa stiegen die Verkaufszahlen um ca. 40%.

Die Amazon Apps haben sich am Mittwoch auch wacker geschlagen. Die Position im iTunes Store hat sich von Nr. 21 auf Nr. 5 verbessert. Dieser Sprung im App-Ranking ist unglaublich und man nimmt an, dass sich die Zahl der Amazon-App Benutzer verdreifacht hat. Bei Google Play hat die App Platz 14 erreicht, wobei die Anzahl der Downloads hier noch größer waren.

All das zeigt, dass sich die Käuferscharen echt auf den Prime Day gefreut haben und bereit waren gutes Geld für gute Deals auszugeben. Wie es jetzt allerdings mit der langfristigen Kundenbindung weitergeht, das bleibt abzuwarten.

Der Artikel ist eine Übersetzung von diesem Artikel, erscheinen bei TechCrunch und geschrieben von: Sarah Perez (Twitter: @sarahintampa)

https://techcrunch.com/2015/07/15/despite-complaints-consumer-demand-for-amazon-prime-day-was-huge/

Herzlichen Dank an Amelie Deister von evectio, die mir diesen Artikel übersetzt hat.