Amazon Japan hat bekannt gegeben, dass seine Büros von der japanischen Kartellbehörde wegen des Verdachts eines möglichen Kartellverstoßes durchsucht wurden. Ein Sprecher von Amazon Japan hat mitgeteilt, dass sie voll und ganz mit der Behörde kooperiert, aber es abgelehnt hat, weitere Kommentare oder Details zu den mutmaßlichen Verstößen, bekannt zu geben.

Worum geht es also genau?

Es ist nicht klar, aber verschiedene Quellen haben Vermutungen. Ein lokales Medium schreibt, dass Amazon illegal von Händlern verlangt hat, einen Teil der Kosten zu decken, wenn sie ihre Produkte während der Werbeaktionen diskontieren. Eine andere Lokalzeitung berichtete, dass Amazon angeblich verlangte, dass Lieferanten eine „collaboration fee“ zahlen.

Aber die allgemeine Stoßrichtung scheint zu sein, dass Amazon angeblich Kick-Backs verlangt hat, wenn es Waren für Käufer von Händlern und Lieferanten diskontiert. Der japanische Fernsehsender NHK hat ebenfalls berichtet, dass Amazon den Lieferanten mitgeteilt hat, dass sie ihre Waren nicht mehr zum Verkauf anbieten würden, wenn sie sich weigern würden, die Gebühren zu zahlen. Bisher sind die Meldungen noch nicht bestätigt.

Amazon wurde zuvor von den japanischen Behörden geprüft. Nach einer vorangegangenen kartellrechtlichen Untersuchung stellte die Fair Trade Commission fest, dass Amazon Händler, die ihre Produkte auf mehreren Marktplätzen verkaufen müssen, diese bei Amazon Japan zum gleichen oder einem niedrigeren Preis auflisten. Amazon-Japan stimmte zu, die Praxis einzustellen, und die Regulierungsbehörden beendeten ihre Untersuchung. Eine ähnliche Situation gab es vor einigen Jahren in Deutschland. Das Stichwort: Preisparität.

Die japanische Fair Trade Commission hat es bisher abgelehnt, sich zu der Durchsuchungzu äußern.

(Mit Material von tamebay.com)