Während die Gründe für die Absage der Internetworld Expo nachvollziehbar sind, die komplett verwirrende und herausfordernde Kommunikation ist es nicht! Ein Desaster und Paradebeispiel für einen haarsträubenden Dilettantismus, den sich der Veranstalter dort erlaubt.

Die späte Absage ist nachvollziehbar

Wie bereits hier berichtet, ist die späte Absage der Expo kaum zu kritisieren.

„Am Freitagabend um 19:24 Uhr hat uns der Bescheid des Referats für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München zur aktuellen Coronavirus-Situation erreicht, der aus unserer Sicht leider nicht erfüllbare Auflagen enthält.“

Ursächlich waren dafür die langsamen Amtsmühlen der Stadt München, die des Gesundheitsamts und Krisenstabs des Gesundheitsministeriums. Was aber sehr unbeholfen wirkt, ist die Kommunikation.

(Wirre parallel Kommunikation)

Sechs! Setzen! [Ich mag den Satz nicht wirklich]

Aber betrachten wir, dass hier die Veranstaltung eines Verlages, eines Pressemediums abgesagt wird. Also sollten doch gerade diese Menschen kommunizieren können, oder nicht? Weit gefehlt.

„Das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München (RGU) hat uns am heutigen Abend mitgeteilt, dass die INTERNET WORLD EXPO in der von uns geplanten Form voraussichtlich nicht stattfinden kann. „

Der an die Partner und Aussteller am 6. März 2020 gegen 23:50 Uhr versendete Newsletter sorgte für maximale Verwirrung. Nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch für die Mitarbeiter des Verlages und die Aussteller, Speaker und Besucher wirke er herausfordernd.

Ein Aussteller rief mich gegen 8:00 Uhr an und fragte, wie denn der Newsletter zu verstehen sei. Er wollte wissen, ob er den Lkw jetzt losschicken kann oder nicht. In den sozialen Medien wurde gemutmaßt, ob der Newsletter nicht sogar eine >Fake News< sei.

Und auch jetzt ist noch nicht klar, ob die Side- und Parallel-Events abgesagt sind oder stattfinden. Glaubt man den Seiten, dann findet z. B. die AmazonWorld-Convention statt. Aus informierten Kreisen war zu erfahren, dass das wohl nicht so sein wird.

Chaos Club Szameitat

Ohne Zweifel ist die Internetworld Expo eine großartige Veranstaltung. Sie ist wichtig, hat in der Vergangenheit viel Freude gemacht und es ist schade, dass sie nicht stattfindet. Dafür kann der Veranstalter auch nichts.

In der Vergangenheit gab es hinter den Kulissen aber immer wieder Reibereien und Ungereimtheiten. So wurden auf der AmazonWorld-Convention unseriöse Speaker benannt, die fast zu Absagen von Ausstellern und anderen Speakern geführt hätten. Am eigenen Leib durfte Wortfilter schon einmal die recht anstrengende Kommunikation mit Frau Szameitat erfahren. Sie genießt bei Mitarbeitern und Ausstellern einen fragwürdigen Ruf. Ihr Geschäftsgebaren stand nicht nur einmal bei Ausstellern und Speakern in der Kritik.

Bei allem Verständnis für die aktuelle Situation und die knappe Zeit, eine klare und unmissverständliche Kommunikation gegenüber den Teilnehmern, Partnern und Ausstellern darf – muss – soll erwartet werden. Und da hat der Chaos Club Szameitat versagt.

Ein »wird voraussichtlich nicht stattfinden« ist nun mal für alle Beteiligten schlichtweg keine Information.

Inkonsistenz links und rechts

Stand 7. März 15:00 Uhr ist immer noch diese Seite online und direkt von der Startseite erreichbar „Wichtige Informationen zum Coronavirus (Stand: 05.03.2020 11:26 Uhr) Die INTERNET WORLD EXPO 2020 wird wie geplant stattfinden.“

Ticketkäufe waren bis nach 12:00 Uhr ungehindert möglich. Ein Besucher teilte mit, dass er fast einen Flug gebucht hätte, wenn er nicht durch Zufall die Wortfilter-Meldung gelesen hätte.

Fazit

Kommunikation aus der Hölle konnten wir seit gestern Nacht rund um die Internetworld EXPO erleben. Der Chaos Club Szameitat hat ganze Arbeit geleistet und für maximale Verwirrung und Unsicherheit bei den Ausstellern und Besuchern gesorgt. Das war mal gar nix!