Aus der Community bekam ich die Frage gestellt, wie denn kleinere und mittlere Händler von dem Hype rund um die Cyber Week und dem Black Friday profitieren können. Vieles für euch erledigen die Marktplatzanbieter, aber ein paar Tipps und Tricks könnt ihr auch selbst schnell und einfach anwenden. Hier nun meine Favoriten.

Wann beginnt die Cyber-Week?

Die Woche startet bereits am Montag, den 20. November, und endet mit dem Cyber Monday am 27. November. Freitag, der 24. November, ist dann der besagte ‚Black Friday‘. Es geht also jetzt los.

Was macht eBay, was macht Amazon?

Amazon wird insgesamt 55.000 Produkte reduzieren, bei eBay sind es ein paar Millionen. eBay wirbt mit Rabatt Codes, während Amazon die Produkte selbst reduziert.

Bilder ändern

Der einfachste Weg, eure Kunden auf eure Weihnachtsangebote aufmerksam zu machen, ist, dass ihr eure Bilder anpasst. Dafür braucht ihr nur die Bilder in euren Shops oder in euren Angeboten auf eurem Server zu ersetzen. Aber denkt daran, die ursprünglichen auch zu sichern.

(Screenshot eBay: Beispiel mit Mängeln)

Chal-Tec hat hier lediglich seinen Banner mit einem saisonalen Bild in der eBay-Artikelbeschreibung ersetzt. Das ist gut. Der Hinweis auf dieses verlängerte Widerrufsfrist ist jedoch abmahnbar. Und auch hätte die Schrift etwas gefälliger gewählt werden können.

Natürlich könnt ihr auch sehr einfach das Start-Bild eures eBay Shops ändern, um auf die Cyber-Week oder den Black-Friday hinzuweisen.

Fazit: Bilder sind einfach zu ersetzen und bieten daher eine schnelle Möglichkeit, Kunden für Events zu incentivieren.

Fügt in euren Shops Kategorien ein

Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann könnt ihr durch das Einrichten neuer Shop-Kategorien eure Kunden auf besondere Angebote hinweisen. In diesen Kategorien listet ihr dann die Sonderangebote, die ihr anbieten wollt.

Eine Pro-Lösung wäre es z.B., dass ihr diese Links zu den jeweiligen eBay-Shop-Kategorien in eure Templates einfügt. Das geht schnell mit dem Tool von Datablue eSync.

Fazit: Durch die Einrichtung neuer Shop-Kategorien könnt ihr eure Sonderangebote schnell prominenter darstellen.

Newsletter

Wenn ihr eine eigene Newsletter-Datenbank habt, dann könnt ihr eure Kunden zu euren Deals einladen und eure Angebote im Newsletter bewerben. Tipp: Mailchimp ist ein tolles Newsletter-Tool. Es bietet auch einen kostenlosen Tarif.

Aber eBay bietet euch auch eine kostenlose Möglichkeit, Newsletter an eure eBay-Follower zu versenden. Die meisten nutzen diese Möglichkeit nicht. Hier könnt ihr den Newsletter einstellen.

Fazit: Sowohl über eBay als auch über eure eigene Datenbank ist das Versenden von Newslettern recht einfach zu bewerkstelligen.

Verlängerte Rückgaben

Macht es Amazon nach und gewährt euren Kunden verlängerte Rückgabefristen. Ihr könnt das im Rahmen eines freiwilligen Rückgabe-Versprechens machen. Euer Rechtstexte-Dienstleister oder euer Anwalt wird euch bei der Formulierung und Umsetzung unterstützen.

Da viele Händler diese Möglichkeit, sich zu differenzieren, nicht nutzen, kann das für euch ein echtes Plus werden. Verbraucher machen selten von den verlängerten Fristen Gebrauch, ihnen kommt es eher auf die Möglichkeit an. Gerade bei Artikeln, bei denen ihr nicht Preisführer sein könnt oder wollt, können verlängerte Rückgabe Fristen beim Verbraucher das Zünglein an der Waage sein.

Hier ein Beispiel, wie es ein Händler bereits umgesetzt hat:

7. Rücknahme
Bei XXX können Sie den Artikel bei Nichtgefallen innerhalb von 90 Tagen zurückgeben. Dies setzt voraus, dass Sie die Ware nicht benutzt bzw. eingebaut haben und dass Sie die Ware innerhalb von 90 Tagen nach Erhalt der Ware an XXX zurücksenden; für die Einhaltung der Frist gilt der Eingang der Ware bei XXX.  Die Kosten der Rücksendung trägt XXX ; bitte nutzen Sie zur Rücksendung die Originalverpackung, um Transportschäden vorzubeugen. Kontaktieren Sie bitte den Verkäufer per E-Mail. Sie erhalten dann einen Link, über den die kostenlose Rücksendung beantragt werden kann. Von dieser Rücksendung unbeschadet steht Verbrauchern ein Widerrufsrecht nach Maßgabe oben unter Ziffer 2. erteilten Belehrung.

Fazit: Verlängerte Fristen sind nicht kompliziert umzusetzen und sind auch recht günstig. Konsumenten lieben die Möglichkeit, nutzen sie aber selten.

Sonderangebote/Streichpreise/Aktionsrabatte

Auf Produktebene könnt ihr natürlich mit unterschiedlichsten Aktionen eure Preise reduzieren. Vergesst dabei bei eBay nicht die Möglichkeit des Preisvorschlags.

Rabatte lesen sich für Konsumenten immer gut, aber ihr solltet aufpassen, dass ihr auch wirkliche Rabatte geben könnt. Wenn euch euer Wettbewerber direkt unter oder über euch in der Liste unterbietet, sieht das nicht unbedingt gut aus.

Fazit: Sowohl im Shop wie auch auf den großen Marktplätzen lassen sich Rabatt-Aktionen leicht erstellen und bewerben.

Bundel-Bildung

Ein einfacher wie genialer Trick ist es, dass ihr Bundels bildet. Gerade bei Produkten, die stark vergleichbar sind, schafft ihr so eine gute Ausgangslage. Gegenüber Verbrauchern könnt ihr mit dem Mehrwert des Bundels punkten und gegenüber Wettbewerbern seid ihr hierdurch weniger vergleichbar.

Darüber hinaus könnt ihr eure ‚alten‘ Angebote belassen und ‚gegen diese‘ werben.

Große Marken wenden diese Möglichkeit im Übrigen sogar dauerhaft und noch etwas trickreicher an. So gibt es im Bereich der Consumer Electronic einige Hersteller, die Artikel extra für bestimmte Vertriebskanäle auflegen. Für den Verbraucher ist es dann nicht ganz so einfach, die Produkte aus den unterschiedlichen Kanälen zu vergleichen.

Fazit: Bundels sind schnell erstellt und eröffnen euch großartige Möglichkeiten, euch vom Wettbewerb und von eurem Stamm-Sortiment zu differenzieren.

Tragt eure Deals auf den wichtigsten Plattformen ein

Neben MyDealz gibt es auch noch etliche andere Deals-Plattformen und auch Preisvergleichsportale. Je nach Regeln, die auf den Plattformen herrschen, ist es nicht gestattet, eigene Angebote zu posten und für eine ausgefeilte ‚Schummel-Strategie‘ fehlt die Zeit; daher ein Tipp der auch klappt: Schreibt Nutzer der Plattform, die bereits einen hohen Trust-Score haben doch einfach per PN an und bittet sie, (gegen einen kleinen Betrag) euer Angebot zu posten.

Fazit: Preisportale und Deals-Plattformen sind wichtig und haben Reichweite. Nutzt sie und platziert eure wichtigsten Produkte auch dort.

Promoten mit Countdown

Verbraucher lieben begrenzte Angebote. Ihr habt also die Möglichkeit, eine begrenzte Menge zu promoten, oder aber ihr nutzt die zeitliche Komponente. Im Netz gibt es eine Vielzahl von Optionen, Counter einfach einzubinden:

https://www.google.de/search?q=countdown+plugin&oe=&gws_rd=cr&dcr=0&ei=sJMSWoitKsfawQKvmpngBQ

https://www.google.de/search?q=countdown+gif&newwindow=1&dcr=0&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjGtbim38zXAhXIIuwKHVeaABAQ_AUICigB&biw=1295&bih=964

Die einfachste und schnellste Möglichkeit wäre diese: Ihr setzt einen Platzhalter für ein Bild in euer Template und beginnt, es jeden Tag auf eurem Server zu ersetzen.

(Beispiel: kein Gutes, ich bin nicht kreativ)

Wenn ihr die gleichen Herausforderungen wegen mangelnder Kreativität habt, dann vergebt einen solchen Auftrag z.B. über die Plattform fiverr.com.

Fazit: Ein Countdown in euren Angeboten oder in eurem Shop umzusetzen, ist kein großes Ding. Ihr bekommt das mit ganz einfachen Bordmitteln hin.

Influencer/ Facebook Gruppen/ Adds/Google Adds

Ein Marketing-Versteher bin ich weiß Gott nicht, aber weder die Schalung von Google Anzeigen noch von Facebook-Adds ist schwer. Ihr solltet jedoch auf euer Budget achten.

(Screenshot Wortfilter-Gruppe)

Smarter hingegen finde ich die Idee, sich einige Facebook-Gruppen auszusuchen oder einige Influencer anzusprechen. Wenn ihr passende Communitys gefunden habt, schaut nach den Admins und fragt nach, ob ihr eure Angebote posten dürft. Die meisten Gruppen-Administratoren dürften so überrascht sein, dass ihr nachfragt, dass sie es auch gestatten.

Fazit: Influencer und Gruppen-Admins bieten euch i.d.R. eine richtig günstige Möglichkeit, eure Produkte zu promoten. Wenn sie denn Geld verlangen, liegt die Entscheidung immer noch bei euch.

PPC & Anzeigen auf Marktplätzen

So, jetzt zum letzten Tipp: Wenn ihr Budget habt, dann haut es für Anzeigen und PPC Kampagnen raus. Dadurch erreicht ihr, dass eure Produkte auf den Marktplätzen sichtbarer werden. Nur überlegt euch auch, ob solcher Umsatz bzw. diese Sichtbarkeit auch wirtschaftlich eingekauft ist.

Fazit: Solche Kampagnen können gut funktionieren, aber ihr solltet immer die Kosten gut im Auge behalten. Es nutzt euch nichts, wenn ihr nur Geld wechselt.

Hinweis

In der Cyber-Week geht es vor allem um eines: Schnäppchen! Doch hier gilt es, rechtliche Spielregeln einzuhalten. Beispielsweise muss der Termin der Aktion genau bekannt gegeben werden und darf dann auch nicht einfach verlängert werden. Häufig wird rund um die Shopping-Großereignisse kritisiert, dass die Rabatte höher angekündigt werden, als sie es letztlich sind. Hier gilt: Bei der Berechnung des Rabatts keine Mondpreise (=Preise, die nie oder nur kurz verlangt wurden) verwenden, sondern tatsächliche Preise.