Die Black Friday Week und das anschließende Weihnachtsgeschäft sind für viele Händler die umsatz- und ertragsstärksten Zeiten im Jahr. ‘Bad Actors’ versuchen mitunter eure Listings zu sperren und sind damit erfolgreich. Sehr erfolgreich sogar. Im Sommer wurden einem Klimageräte Händler auf Grund einer Fake-Patentverletzung mehrere Tage Listings gesperrt, er verlor Millionen Umsatz.

Das sind die miesen Tricks

Amazon bietet Marken- und Rechte-Inhabern etliche Tools und Programme zum Schutz des geistigen Eigentums an. Zum Beispiel: Amazon Project Zero, Amazon Brand Registry oder das Amazon Transparency Programm. Alle haben gemein, dass Verstöße in der Regel zur sofortigen Suspendierung der Listings führen. Hier ein weiterführender Link zu Amazon.

Diese Programme können aber von schlecht handelnden Sellern missbraucht werden. Das passiert regelmäßig so: Bad Actors fälschen Patente, Marken-Inhaber oder geben sich als diese aus und melden Verstöße. Zusammengefasst unternehmen sie alles damit die Listings welche angegriffen werden sollen suspendiert werden.

Und sie sind erfolgreich, Amazon löscht die Listings, der gut handelnde Seller erhält eine Verwarnung. Er verliert Umsatz und Ertrag.

Wie könnt ihr euch erfolgreich wehren?

Natürlich soll eure erste Anlaufstelle Amazon sein. Mitunter sind die Fälle aber >tricky< und es muss eine alternative Handlungsmöglichkeit her. Diese gibt es: Amazon hebt die Suspendierung sofort auf, wenn ihr ein Urteil bzw. eine einstweilige Verfügung übermitteln könnt. Um diese zu erhalten geht ihr wie folgt vor:

Ihr sucht euch einen Anwalt (Empfehlungen s.u.) dieser beantragt eine EV (einstweilige Verfügung) gegen den ‘Bad Actor’, dieser ist ja meistens bekannt, da Amazon diese Daten euch übermittelt. Das kostet zwar euer Geld und es ist wahrscheinlich, dass ihr es nicht erstattet bekommt, aber je nach Umsatz-/Ertrags-Verlust kann es das wert sein.

Denkt bitte daran, dass ihr für den Anwalt Dokumente benötigt, welche eure Sachverhaltsdarstellung belegen.

Die erhaltene einstweilige Verfügung sendet ihr nun Amazon zu. Es ist NICHT nötig, dass euer >Gegner< die EV überhaupt zugestellt bekommt. Das ist bei Drittlandhändlern z.B. aus China auch nur schwer möglich bzw. zeitraubend.

Amazon wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an die einstweilige Verfügung halten und eure Listings sofort freigeben. Meistens könnt ihr die einstweilige Verfügung über den eröffneten Fall zu Amazon hochladen.

Risiken

Das sind vor allem die Kosten. Die Chancen, dass ihr jemals Geld von eurem Gegner erhalten werdet sind gering. Und dann ist es möglich, dass das Gericht/Richter eine mündliche Verhandlung anberaumen möchten, also die beantrage EV nicht direkt erteilen. Das führt zu Verzögerungen.

Anwälte, an die ihr euch wenden könnt

Rechtsanwalt Euskirchen https://www.ra-euskirchen.de/

Patentanwalt Dr. Rolf Claessen https://rolfclaessen.com/

Rechtsanwalt Malte Mörger https://www.hkmw-rechtsanwaelte.de/anw%C3%A4lte/rechtsanwalt-malte-m%C3%B6rger/

Rechtsanwalt Dr. Jörg Brettschneider https://brettschneider.law/