Preisdumping ist das eigentliche Problem im E-Commerce. Warum Händler sich gegenseitig unterbieten – und dabei ihr eigenes Geschäft ruiniere
Es ist erstaunlich, wie gerne sich Händler einreden, dass „der Markt kaputt ist“. Mal sind es die Chinesen. Mal ist es Amazon. Mal ist es der Wettbewerb, der nicht einmal richtig kalkulieren kann und so viel vom Onlinehandel versteht wie ein Schwein vom Fahrradfahren. Die unbequeme Wahrheit: Das größte Problem im Preisdumping E-Commerce sitzt oft direkt vor dem Bildschirm.
Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.
Das Muster, das alle kennen – und trotzdem machen
Ein Wettbewerber senkt den Preis. Minimal. Kaum der Rede wert. Und sofort passiert das, was immer passiert: Man zieht nach. Nicht, weil man muss. Sondern weil man glaubt, man müsse.
Das Ganze wiederholt sich. Ein paar Cent hier, ein Euro da. Bis irgendwann niemand mehr weiß, warum er das Produkt überhaupt noch verkauft. Und klickt auf „Preis anpassen“, ohne darüber nachzudenken, was er damit bewirkt. In der Praxis ist es ein Rattenschwanz, der niemals aufhört.
Die falschen Kennzahlen geben falsches Sicherheitsgefühl
Viele Händler schauen auf die falschen Zahlen. Mehr Bestellungen. Mehr Umsatz. Mehr Bewegung im Account. Das sieht gut aus. Fühlt sich gut an. Ist aber oft nichts anderes als Selbsttäuschung.
Denn was parallel passiert: Die Marge verschwindet. Leise. Schritt für Schritt. Und irgendwann arbeitet man nur noch für die Plattform, den Logistiker und den Steuerberater. Nur nicht mehr für sich selbst. Dabei sollte das die erste Priorität sein: sich selbst auszahlen können.
Amazon ist nicht der Schuldige
Amazon verstärkt das Verhalten. Keine Frage. Der günstigste Anbieter bekommt Sichtbarkeit. Sichtbarkeit bringt Umsatz. Umsatz bestätigt die Strategie. Ein perfekter Kreislauf – nur leider in die falsche Richtung.
Aber Amazon zwingt niemanden, Preise zu senken. Das erledigen die Händler schon selbst. Sehr zuverlässig sogar. Wir sind auf diesen Plattformen Mieter, keine Eigentümer. Und als Mieter spielt man nach den Regeln des Vermieters – oder man hört auf zu spielen.
Das eigentliche Problem: fehlende Strategie
Preisdumping im E-Commerce ist kein Marktmechanismus. Es ist ein Strategieproblem. Wer keine Antwort auf diese Frage hat – „Warum soll jemand genau bei mir kaufen?“ – landet automatisch beim Preis. Weil der Preis das letzte Argument ist, wenn es keine anderen mehr gibt.
Und genau da beginnt die Abwärtsspirale.
Der Punkt, an dem es kippt
Preisdumping passiert nicht plötzlich. Es ist kein Absturz. Es ist ein langsames Abrutschen. Man gewöhnt sich daran: etwas weniger Marge, etwas mehr Druck, etwas mehr Volumen. Bis man merkt: Das trägt sich nicht mehr.
Und dann ist es meistens zu spät.
Wer hier wirklich verliert, ist nicht der Kunde. Nicht die Plattform. Sondern der Händler, der glaubt, er könne dieses Spiel dauerhaft mitspielen. Denn es gibt immer jemanden, der noch günstiger ist. Oder noch länger durchhält. Und irgendwann ist man selbst derjenige, der aussteigt. Nicht freiwillig.
Was 2026 klar sein sollte
Wer heute glaubt, er könne sein Geschäft über den Preis steuern, hat das Problem nicht verstanden. Preisdumping ist kein Wettbewerbsvorteil. Es ist ein Zeichen dafür, dass es keinen gibt.
Genau da muss man ansetzen. Nicht beim nächsten Cent. Sondern beim Geschäftsmodell.
Pavel Saper von der PSA Marketing GmbH hat dazu ein sehenswertes Video veröffentlicht, das in der Szene bereits Resonanz gefunden hat. Schaut selbst vorbei:
Fazit: Wer über den Preis steuert, hat keine Strategie
Preisdumping löst kein Problem. Es verschiebt es nur – nach unten. Wer seinen Wettbewerbsvorteil nicht benennen kann, wird ihn auch nicht verteidigen können. Das gilt 2026 mehr denn je.
Transparenz: PSA Marketing ist im Dienstleisterverzeichnis und unterstützt wortfilter.de finanziell.





