Claude, der KI-Assistent von Anthropic, wächst so schnell wie nie . Zwischen Januar und Februar 2026 explodierten die zahlenden Abonnentenzahlen – und laut Anthropic haben sich die bezahlten Claude-Subscriptions in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt. Was steckt dahinter?

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Die Zahlen: Rekordwachstum bei zahlenden Nutzern

Die Datenanalyse-Firma Indagari hat Milliarden anonymisierter Kreditkartentransaktionen von rund 28 Millionen US-Verbrauchern ausgewertet – im Auftrag von TechCrunch . Das Ergebnis: Claude gewinnt zahlende Abonnenten in Rekordzahlen. Nicht nur neue Nutzer kommen hinzu – im Februar kehrten auch frühere Nutzer zurück.

Claude Gesamtnutzer Sept–Feb 2026
Claude-Gesamtnutzer Sept–Feb 2026. Quelle: Indagari / TechCrunch

Der Großteil der neuen Abonnenten entscheidet sich für das günstigste Abo: Claude Pro kostet 20 US-Dollar pro Monat – deutlich weniger als die 100- oder 200-Dollar-Tarife. Daten aus dem frühen März bestätigen, dass das Wachstum anhält.

Was hat den Boom ausgelöst?

Zwei Faktoren zusammen haben Anthropic in kurzer Zeit in die Köpfe der breiten Öffentlichkeit katapultiert. Super-Bowl-Spots gegen ChatGPT. Im Februar schaltete Anthropic humorvolle TV-Werbung beim Super Bowl – und zielte direkt auf OpenAI. Der Vorwurf: ChatGPT zeigt Nutzern Werbung. Claude werde das nie tun. Die Spots funktionierten: Sie trieben die Claude-App in die Top 10 der App-Stores – und sorgten für sichtlichen Unmut bei OpenAI-Chef Sam Altman.

Der DoD-Streit. Ab Ende Januar berichteten Wall Street Journal, Axios und andere Medien über den wachsenden Konflikt zwischen Anthropic und dem US-Verteidigungsministerium. Kern des Streits: Anthropic weigert sich, seine KI-Modelle für autonome Tötungsoperationen oder Massenüberwachung von US-Bürgern freizugeben. CEO Dario Amodei stellte sich am 26. Februar öffentlich gegen den Druck des Pentagons – das DoD drohte damit, Anthropic als Sicherheitsrisiko einzustufen. Diese Eskalation trieb die Neuanmeldungen massiv in die Höhe.

Claude neue zahlende Nutzer Sept–Feb 2026
Claude neue zahlende Nutzer Sept–Feb 2026. Quelle: Indagari / TechCrunch

Der Anstieg ist besonders ausgeprägt zwischen den ersten Medienberichten Ende Januar und Amodeis Statement am 26. Februar.

Claude Code und Computer Use als Abo-Treiber

Neben dem öffentlichen Drama haben auch neue Features gezogen: Claude Code und Claude Cowork – im Januar veröffentlicht – haben laut Anthropic maßgeblich zu den Abo-Abschlüssen beigetragen. Diese Woche kam Computer Use hinzu: Das Feature erlaubt Claude, eigenständig am Computer zu navigieren, zu klicken und Aufgaben auszuführen. Gekoppelt mit Dispatch – einer Funktion zum Delegieren von Aufgaben via Smartphone – ist das ein echter Produktivitäts-Sprung. Beide Features sind ausschließlich für zahlende Nutzer verfügbar. Und sie sind gut, Anm. d. Autors.

ChatGPT bleibt vorn – aber der Abstand schrumpft

Claude vs. ChatGPT wöchentliche neue Abonnenten
Claude vs. ChatGPT: wöchentliche neue Abonnenten. Quelle: Indagari / TechCrunch

Trotz des Rekordwachstums gilt: ChatGPT bleibt die unangefochtene Nummer eins. OpenAI gewinnt weiterhin schnell neue zahlende Nutzer – auch wenn die Uninstall-Rate nach dem Bekanntwerden des DoD-Deals kurzzeitig um 295 Prozent hochschoss . Der Abstand zwischen beiden Plattformen bleibt groß. Aber er schrumpft.

Anthropic wächst – auch ohne Gesamtzahlen zu nennen

Gesamtzahlen veröffentlicht Anthropic nicht. Schätzungen für die Gesamt-Nutzerbasis schwanken zwischen 18 und 30 Millionen – das Unternehmen lässt sich nicht festlegen. Was Anthropic gegenüber TechCrunch aber bestätigt hat: Die bezahlten Subscriptions haben sich 2026 bereits mehr als verdoppelt. Die Indagari-Daten decken nicht das Enterprise-Geschäft ab (das Anthropics Kernerträge bringt) und auch keine Gratis-Nutzer. Das tatsächliche Gesamtwachstum dürfte also noch deutlicher ausfallen.

Das macht den Unterschied

Claude hat einen klaren Reputationsvorteil aufgebaut: Das Unternehmen hat sich öffentlich gegen militärische KI-Nutzung für Tötungsoperationen gestellt – und zahlt dafür einen politischen Preis. Genau das scheint viele zahlungswillige Nutzer zu überzeugen. Dazu kommen echte Produktinnovationen wie Computer Use, die Claude von einem Chatbot zu einem Arbeitsagenten machen. Ob das reicht, um ChatGPT mittelfristig einzuholen? Die Kurve zeigt jedenfalls in die richtige Richtung.

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