Schneller Handel ist eine einfache und durchaus richtige Übersetzung für qCommerce, wenngleich auch der Schwerpunkt des Quick Commerce eher auf der Zustellung innerhalb weniger Stunden liegt. Er soll also den eCommerce in einer schnelleren Form beschreiben. Im Grunde ist das aber ein unnützes und auch falsches Buzzword.

qCommerce das nächste große Ding?

Lebensmittel wollen schnell zugestellt werden, so jedenfalls der Verbraucherwunsch (Capttera Studie 2021), aber dann wird es schon fast uninteressant. Die meisten Kunden nutzen einen Service wie Amazon Prime, um ihre Ware innerhalb 24 bis 48 Stunden zu erhalten. Das reicht ihnen. Deshalb ist die Lieferzeit auch nur der zweitwichtigste Faktor bei Onlinekäufen.

»Kunden werden nicht aufhören, bei ihrem Lieblingsgeschäft zu kaufen, wenn es keine 1-Tages-Lieferung anbietet. Der Trend des schnellen Commerce wird sich jedoch immer mehr ausbreiten. Auch wenn es heute noch nicht der wichtigste Faktor ist, ist die Tendenz jedoch steigend«, merkt Ines Bahr an, senior Content Analyst bei Capterra. »Als größte Probleme bei der Lieferung nennen Onlineshopper hohe Versandgebühren (42 Prozent) und Lieferverzögerungen (21 Prozent). Unternehmen sollten sich also erst einmal darauf konzentrieren, diese Probleme anzugehen.«

Die schnelle Zustellung von Waren ist und kann ein großartiger Wettbewerbsvorteil sein. Zumindest dann, wenn er wirtschaftlich klug abgebildet werden kann. Davon sind die meisten Onlinehändler – inklusive Amazon – noch weit entfernt. Trotzdem ist die schnelle Zustellung von Bestellungen wichtig im Entscheidungsprozess der Verbraucher. Ob aber der qCommerce das nächste große Ding werden wird, ist noch nicht verhandelt. Der Autor glaubt: »Nein, er wird zwar relevanter werden, aber nicht entscheidend. Stationäre Händler werden das als ihre Chance begreifen.«

qCommerce : Nichts Neues und eigentlich nur ein schreckliches Buzzword

Wir sprechen hier ja gar nicht von ›Schneller Handel‹, sondern betrachten nur einen Ausschnitt des Kaufprozesses,. Die Zustellung. Es geht um eine schnelle Zustellung der Ware, das Thema ist Logistik, nicht Commerce. Daher scheint die Begriffswahl ungenau und nicht trennscharf. Aber es ist eine Buzzword und somit beschäftigen sich auf einmal E-Commerceler und nicht nur Logistiker mit dem Thema. Die Zielgruppenerweiterung hat funktioniert.

Wer jetzt aber erfahren möchte, wie eine schnelle Logistik wirtschaftlich funktionieren kann, darf sich das jetzt bereits anschauen. Zwei Branchen sind sehr gut in der Schnelllogistik. Das wäre dann auch der richtige Begriff anstatt des ›qCommerce‹! ›qLogistic‹, für alle, die es Neudeutsch brauchen. Der Autoteilehandel stellt an seine Werkstätten bis zu 5-(!)-mal täglich zu. Er bedient sich dabei unterschiedlichster Lösungen. Von der Zustellung mir dem eigenen Fahrzeug bis hin zur Beauftragung verschiedener Zustelldienste wie Nacht- und Paketversand.

Aber auch der Pharma- bzw. Apothekenversand kann das alles schon sehr gut. Nahezu jede Apotheke stellt innerhalb weniger Stunden die Medikamente zu. Gerade von älteren Verbrauchern und natürlich Pflegeeinrichtungen wird das gerne genutzt.

Fazit

Der Begriff qCommerce ist falsch, er beschreibt nichts anderes als eine schnelle Zustellung von Bestellungen. Diese Logistikform ist auch nicht neu. Sie ist in einigen Branchen – wie eben in den Bereichen Autoteile (B2B) oder Pharma/Apotheken (B2C) – seit Jahrzehnten etabliert.