Diese Frage stellte ein Händler in der Wortfilter-Facebook-Community. Die Frage, wie es nach einem unternehmerischen Scheitern weitergehen soll, ist wichtig. Jeder Händler ist gut beraten, Vorsorge zu treffen und einen Plan B zumindest einmal durchdacht zu haben. Im Rahmen einer Chancen-Risiko-Analyse muss auch ein Worst-case-Szenario mitgedacht werden.

Szenarioanalyse im Business

Szenarioanalysen gibt es nicht nur im Geschäft, sondern sie sind anerkannte wissenschaftliche Denkansätze um Ereignisse unter verschiedenen Bedingungen vorherzusagen. In der Regel werden drei Varianten betrachtet: best, middle- und worst case.

Sie dienen u. a. im Rahmen der Risikoanalyse Vorhersagen und Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Eben einen Plan B oder auch Notfallplan zu entwickeln. Der gute Unternehmer hat wenigstens einen solchen >kleinen Plan< für sich und natürlich sein Business im Kopf.

Viele Antworten, Unsicherheit & schlimme Geschichten

‘Fallen, Krönchen richten und weitermachen’ ist eine gängig kommunizierte Praxis. So antworteten dann auch unter dem Posting in der Community viele Händler in ähnlicher Art und Weise. Nur reagiert in der Praxis auch jeder so?

Welchen Plan B habt ihr im Falle eines Scheiterns?

Nein, denn so rational viele auch versuchen zu denken, entscheidend ist die eigene mentale Stärke. Ist diese aufgrund des Scheiterns oder anderer Begleitumstände nicht mehr vorhanden, dann kann es passieren, dass ihr vor Abgründen steht.

Nicht jeder denkt über sein Scheitern nach, weder privat noch geschäftlich. So schaut die Realität aus. Was also tun? Wer sich externer Hilfe verweigert, der landet meist auf der Straße. Daran wird sich auch mit keinem Sozialsystem der Welt etwas ändern. Wir müssen also früher die Herausforderungen erkennen.

Mindset, Psychologie & Co.

Der Idealfall ist der, dass ihr im Rahmen einer Szenarioanalyse Vorsorge getroffen habt und weich fallt. Dabei ist es egal, ob ihr unser Sozialsystem nutzt oder auf privatem Wege Sicherheit geschaffen habt. Wer in Deutschland scheitert, der fällt weich. Voraussetzung ist, dass ihr mit einem gesunden Verstand und mentaler Stärke den Herausforderungen begegnet.

Schätzt euch richtig ein. Nicht jeder Unternehmer benötigt eine detailreiche Risikobetrachtung. Es gibt Menschen, denen wird nachgesagt, dass sie immer wieder auf die Füße fallen. Solche Charaktere gibt es und sie sind tatsächlich sehr resilient. Andere wiederum werfen Ereignisse schnell aus der Bahn. Das ist nicht zu verurteilen, ihr selbst müsst euch richtig einschätzen und daraus Konsequenzen ziehen.

“Es kommt nie so schlimm wie ihr es euch denkt”, lautet eine alte Weisheit.

Neben einer ehrlichen Einschätzung eurer mentalen Stärke kann deshalb ein Coach oder Psychologe und natürlich Familie und Freunde die beste Hilfe sein. Bedenkt das bitte immer.

Und hier 5 Tipps

Zu scheitern ist nicht schlimm, auch wenn wir hier in Europa und besonders in Deutschland eine schreckliche Scheiter- und Neidkultur haben. Hier nun 5 Tipps, die euch helfen können.

  1. Stellt euch die Frage: Was ist, wenn … ?
  2. Trennt euer Privat- vom Firmenvermögen
  3. Prüft Haftungsverhältnisse
  4. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende (Habt Mut zur Entscheidung!)
  5. Gebt euch nicht auf. Nehmt Hilfe in Anspruch. Fragt um Rat. Ertragt dämliche und unreife Antworten

Zum Schluss: Erkennt bitte, dass eurer Charakter wichtiger ist als jede Strategie. Seid und bleibt stark. Verdrängt auch nicht in guten Zeiten die Gedanken ans Scheitern.