Amazon baut seine Logistikstruktur in Deutschland weiter aus. In Zweibrücken in Rheinland-Pfalz entsteht derzeit ein neues Logistikzentrum, das bereits im ersten Betriebsjahr bis zu 1000 Arbeitsplätze schaffen soll, berichtet die Saarbrücker Zeitung (Pfälzischer Merkur).

Das Projekt wird auf dem ehemaligen Gelände des Steitzhofs zwischen Zweibrücken und Contwig realisiert. Dort laufen bereits umfangreiche Umbauarbeiten. Die Pläne für den Standort wurden nun im Rahmen einer Sitzung des Zweckverbands Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken vorgestellt.

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Robotics-Logistikzentrum mit moderner Automatisierung

Bei der Präsentation erläuterte ein Amazon-Vertreter die Dimensionen des Projekts. Das neue Gebäude wird als sogenanntes Robotics-Logistikzentrum betrieben. In diesen Lagern kommen automatisierte Systeme zum Einsatz, bei denen Roboter ganze Regale zu den Mitarbeitern transportieren.

Das Prinzip ist inzwischen typisch für moderne Amazon-Standorte: Nicht mehr die Mitarbeiter laufen durch das Lager – die Regale kommen zu den Mitarbeitern. Dadurch sollen Prozesse effizienter werden und gleichzeitig körperlich belastende Laufwege reduziert werden. Der neue Standort in Zweibrücken soll laut Amazon zu den modernsten Logistikzentren des Unternehmens in Europa gehören.

Grundstück mit 210.000 Quadratmetern

Auch die Größe des Projekts zeigt, welche Bedeutung der Standort für Amazon hat. Das Grundstück umfasst rund 210.000 Quadratmeter. Das eigentliche Logistikgebäude wird eine Fläche von etwa 50.000 Quadratmetern haben – das entspricht ungefähr der Größe von sieben Fußballfeldern.

Der Betrieb ist im Drei-Schicht-System geplant. Gearbeitet werden soll rund um die Uhr an sechs Tagen pro Woche. Mitarbeiter sollen feste Schichten erhalten, sodass ein ständiger Wechsel der Arbeitszeiten vermieden wird.

Amazon plant 1000 Beschäftigte bereits im ersten Jahr

Schon im ersten Betriebsjahr sollen laut Amazon bis zu 1000 Mitarbeiter am Standort beschäftigt werden. Abhängig von der Entwicklung des Geschäfts könnte die Zahl der Arbeitsplätze später weiter steigen.

Bereits jetzt hat das Unternehmen zahlreiche Stellen ausgeschrieben. Gesucht werden unter anderem:

  • Team- und Bereichsleiter
  • Qualitätsmanager
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit
  • Mechatroniker
  • Industriemeister
  • Techniker für die Instandhaltung

Amazon plant außerdem die Gründung einer lokalen Betriebsgesellschaft, die nach Unternehmensangaben ab dem ersten Tag Gewerbesteuer vor Ort zahlen soll.

Einstiegslohn über Mindestlohn

Bei der Präsentation ging Amazon auch auf die Bezahlung ein. Der aktuelle Einstiegslohn liegt bei 15,65 Euro pro Stunde. Ab September 2026 soll dieser auf 16 Euro pro Stunde steigen.

Zusätzlich nennt Amazon verschiedene Bonuszahlungen. Mit Sommer- und Winterboni könne ein Mitarbeiter nach etwa zwei Jahren eine Gesamtvergütung von rund 40.000 Euro brutto pro Jahr erreichen.

Damit reagiert das Unternehmen auch auf Kritik, die im Vorfeld des Projekts immer wieder geäußert wurde. In sozialen Netzwerken wurde teilweise behauptet, dass in Zweibrücken lediglich schlecht bezahlte Logistikjobs entstehen würden. Amazon nennt nun deutlich höhere Verdienstmöglichkeiten.

Deutschland bleibt einer der wichtigsten Amazon-Märkte

Deutschland gehört weiterhin zu den wichtigsten Märkten für Amazon. Nach Unternehmensangaben ist der Konzern seit über 25 Jahren in der Bundesrepublik aktiv.

Seit 2014 habe Amazon rund 90 Milliarden Euro in Deutschland investiert, etwa 40.000 unbefristete Arbeitsplätze geschaffen und mehr als 100 Standorte aufgebaut.

Auch viele Händler nutzen den Amazon-Marktplatz. Nach Angaben des Unternehmens verkauften rund 47.000 Händler im Jahr 2024 über den Marketplace ihre Produkte. Allein in Rheinland-Pfalz boten mehr als 1500 kleine und mittelständische Unternehmen Waren über Amazon an. Die Händlerzahlen können bestätigt werden. Wortfilter hat eine vollständige Liste aller Amazon Händler, die in Deutschland verkaufen.

Bedeutung für die Region Zweibrücken und Pirmasens

Das neue Logistikzentrum dürfte für die Region eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung haben. Zweibrücken grenzt unmittelbar an Pirmasens, und beide Städte haben in den vergangenen Jahren wirtschaftlich schwierige Zeiten erlebt. Strukturwandel, Unternehmensschließungen und der Rückgang klassischer Industrien haben in beiden Städten zu überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquoten geführt, insbesondere im Bereich geringer qualifizierter Tätigkeiten.

Vor diesem Hintergrund sind die angekündigten bis zu 1000 Arbeitsplätze von großer Bedeutung für die Region. Gerade im Logistik- und Lagerbereich entstehen damit neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die sonst nur schwer einen Einstieg in den Arbeitsmarkt finden.

Der Weg bis zur Inbetriebnahme war allerdings lang. Der Bau des Logistikzentrums entwickelte sich über Jahre hinweg zu einer regelrechten Hängepartie. Zwischen ersten Planungen, Genehmigungen und dem tatsächlichen Baustart vergingen nahezu drei Jahre, bevor das Projekt nun tatsächlich auf die Zielgerade kommt.

In dieser Zeit wurde das Vorhaben immer wieder kritisch diskutiert – teilweise auch sehr emotional. In sozialen Medien, aber auch von einigen politischen Akteuren, wurde das Projekt zum Teil unsachlich kritisiert. Unabhängig von dieser Debatte bleibt jedoch festzuhalten: Für eine wirtschaftlich angeschlagene Region wie die Westpfalz stellt ein Projekt dieser Größenordnung einen erheblichen positiven wirtschaftlichen Impuls dar.

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