Sebastian Feuster, Gründer und langjähriger Betreiber von sellerforum.de , hat die deutschsprachige E-Commerce-Community öffentlich zum Verkauf gestellt. In einem Posting auf LinkedIn beschreibt Feuster das Forum als etablierte Plattform mit 18 Jahren Geschichte, fast 800.000 Beiträgen und rund 12.000 täglichen Besuchern. Der Preis: ein faires Angebot, bereits ein niedriges fünfstelliges Gebot liegt vor, schreibt Feuster.
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Was steht zum Verkauf?
sellerforum.de ist seit 2007 eine deutschsprachige Community-Plattform für Onlinehändler. Diskutiert wird dort über Marktplätze, Tools, Recht, Logistik und Marketing. Feuster wirbt mit starker Google-Sichtbarkeit durch langjährig gewachsene Inhalte, etabliertem Branding und organischem Traffic. Die laufenden Kosten liegen nach eigenen Angaben bei rund 100 Euro pro Monat für Software und Hosting – vor einem guten Jahr wurde das Forum von phpBB auf WoltLab migriert. Die permanenten Google-Ads-Einblendungen wirken für Nutzer störend.
Die Zahlen, die Feuster nennt
Im Verkaufsposting nennt Feuster folgende Kennzahlen:
- 18 Jahre online
- Fast 800.000 Beiträge
- Ca. 12.000 tägliche Besucher (saisonal schwankend, Winter mehr)
- Werbeeinnahmen: aktuell 500–1.000 Euro pro Monat (Google AdSense + ca. 100 bezahlte Mitgliedschaften)
- Bis 2021 teils vierstellige monatliche Werbeeinnahmen
Feuster erklärt offen, dass er sich in den letzten Jahren kaum noch um die Monetarisierung gekümmert hat – ein Jobwechsel und Veränderungen im eigenen Handel hätten seine Zeit beansprucht. Das ist jedenfalls die Eigensicht und Eigendarstellung Feusters.
Die Zahlen, die Feuster nicht nennt
Im Verkaufsposting fehlen relevante Performance-Kennzahlen vollständig: keine Angaben zu registrierten oder aktiven Nutzern, keine Engagement-KPIs, keine Zahlen zu täglichen Postings. Wer selbst nachschaut, findet 26.266 registrierte Mitglieder – wobei davon auszugehen ist, dass der Großteil inaktiv ist. Stichproben zeigen, dass gleichzeitig lediglich 20 bis 40 Mitglieder online sind – inklusive solcher, die lediglich einen inaktiven Tab offen haben. Engagement-Zahlen und Posting-Frequenz werden im Angebot mit keinem Wort erwähnt. Für einen seriösen Plattformkauf sind das wesentliche Lücken.
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Weitere InformationenWarum der Verkauf?
Feuster begründet den Verkauf mit fehlender Zeit und einer bevorstehenden Firmengründung, die seine volle Aufmerksamkeit erfordere. Seit der Gründung 2007 sei sellerforum.de eine „unabhängige One-Man-Show“ geblieben – ein Forum ohne Team, ohne Redaktion, ohne Wachstumsstrategie. Ein Teil dieser Darstellung darf bezweifelt werden, denn tatsächlich nennt er auf der Seite 8 Team-Mitglieder-Accounts. Aus dem Markt waren andere Gründe zu hören.
Die Geschichte hinter dem Forum
Feuster gründete sellerforum.de 2007 – ausgelöst durch die Übernahme von Afterbuy durch eBay. Noch 2017 schrieb er: „Die Zensur sowie der Umgang im Afterbuy-Forum nach Übernahme durch eBay im Jahre 2007 war der Start einer neutralen und anbieterunabhängigen Diskussionsplattform: sellerforum.de.“
Als eBay 2007 Afterbuy übernahm, sah sich Feuster in der Aufgabe, ein eigenes Forum zu gründen, weil er eBay unterstellte, dass nun kritische Beiträge im Afterbuy-Forum zensiert würden – was jedoch tatsächlich nie geschah. Es handelte sich vielmehr um ein Hirngespinst eines Eifler Luftballonhandlers, der – so ein kritischer Marktteilnehmer – möglicherweise etwas zu viel Gas geschnüffelt hatte.
Foren: Ein Auslaufmodell?
Feuster selbst räumt ein, dass die Nutzerzahlen rückläufig sind – weil der Austausch zunehmend über Social Media stattfindet. Das ist kein sellerforum -spezifisches Problem, sondern ein allgemeines: Foren als Format gelten weitgehend als überholt. Facebook-Gruppen, LinkedIn, Reddit und spezialisierte Slack-Communities haben den klassischen Forenstil in den letzten Jahren weitgehend abgelöst. Hinzu kommt: In der Vergangenheit wurden im Forum auch illegale Inhalte gepostet, die mitunter erst mit erheblicher Verzögerung entfernt wurden – ein Risiko, das ein potenzieller Käufer mit bedenken sollte. Und auch die nur circa 100 zahlenden Member sind ein deutliches Zeichen eines fehlenden Kommittent zur Community.





