Die geplante Übernahme von CECONOMY durch den chinesischen Konzern JD.com stockt. Grund ist das Investitionskontrollverfahren in Österreich. Während kartellrechtliche Freigaben in sechs Ländern bereits vorliegen und die investitionsrechtlichen Genehmigungen für Frankreich und Italien erteilt sind, verweigert die zuständige österreichische Behörde bislang eine Einigung. Ob und wann die Freigabe kommt, ist offen.

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Deal läuft – nur Österreich bremst

CECONOMY und JD.com hatten am 30. Juli 2025 eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet. Am 1. September 2025 veröffentlichte JD.com die formelle Angebotsunterlage für ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an alle CECONOMY-Aktionäre nach dem deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG). JD.com hält derzeit rund 59,8 Prozent der CECONOMY-Aktien. Ziel ist es, den Konzern von der Börse zu nehmen – geplant noch im ersten Halbjahr 2026.

Die kartellrechtlichen Freigaben in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Polen, Spanien und der Türkei liegen vor. Die investitionskontrollrechtlichen Freigaben (FDI) für Frankreich und Italien wurden ebenfalls erteilt. Für Deutschland und Spanien rechnet CECONOMY mit einer zeitnahen Zustimmung der jeweiligen Wirtschaftsministerien. Österreich ist der einzige offene Punkt – und der entscheidende.

Österreichs Behörde verweigert Gespräche

Die Behörde für Investitionskontrolle gehört zum österreichischen Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET). Sie hat Bedenken an der Genehmigungsfähigkeit der Transaktion geäußert und versperrt sich nach Unternehmensangaben einer gemeinsamen Lösungsfindung. CECONOMY bestätigte die Situation am 27. März 2026 per Ad-hoc-Mitteilung.

Medienberichten zufolge liegen die Hauptbedenken im Datenschutz. CECONOMY betreibt in Österreich 56 MediaMarkt-Filialen mit rund 2.000 Beschäftigten. Die Marke Saturn ist dort seit 2020 nicht mehr präsent. Sollte keine Einigung erzielt werden, steht laut Berichten auch ein Rückzug des österreichischen Geschäfts aus der Transaktion im Raum.

Zusagen reichen bislang nicht

JD.com hat der österreichischen Behörde konkrete Zusagen zu Standorten, Arbeitsplätzen, Datenschutz und der Unabhängigkeit des Managements gemacht. Darüber hinaus wurden laut Unternehmensangaben weitere Maßnahmen angeboten, die über diese Zusagen hinausgehen. Der bisherige Österreich-Chef Jan Niclas Brandt – der demnächst in den Konzernvorstand nach Deutschland wechselt – war persönlich im BMWET vorstellig, um Arbeitsplatzerhalt und Markenautonomie zu versichern.

Die angebotenen Datenschutzstandards gehen nach Unternehmensangaben deutlich über das im Handel übliche Niveau hinaus und orientieren sich an sensibleren Branchen. Die Behörde ließ sich bislang nicht überzeugen.

Zeitplan unter Druck

Der Abschluss der Transaktion war ursprünglich für das erste Halbjahr 2026 geplant. Angesichts der offenen österreichischen FDI-Prüfung ist dieses Ziel unsicher. CECONOMY erklärte, intensiv an einer Lösung zu arbeiten, die das österreichische Geschäft in die Transaktion einbezieht.

Für den Onlinehandel hat das Vorhaben weitreichende Bedeutung. JD.com ist seit Mitte März 2026 mit der Plattform Joybuy in Deutschland und fünf weiteren europäischen Märkten aktiv . Parallel baut der Konzern seine Präsenz über Markenpartnerschaften und eigene Logistik aus. Die CECONOMY-Übernahme würde JD.com direkten Zugang zu über 1.000 stationären Filialen in Europa verschaffen – ein Fundament, das für europäische Onlinehändler erhebliche Konsequenzen hätte .

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