Auf TikTok Shop USA holt 1 Prozent der Verkäufer 60 Prozent des Umsatzes – stärker konzentriert als bei Amazon. JD.com öffnet seinen Marktplatz Joybuy für Drittanbieter in Europa und startet parallel einen „Summer Black Friday“ in Deutschland. Temu kürzt sein US-Werbebudget drastisch und wächst trotzdem weiter. Dazu: Patentkrieg zwischen DJI und Insta360, sinkende Billig-Exporte und frische Börsenpläne.
Inhaltsverzeichnis
- TikTok Shop USA: 1 Prozent kassiert 60 Prozent
- JD.com öffnet Joybuy – und feiert „Summer Black Friday“
- Temu kürzt die Werbung – und wächst trotzdem
- AliExpress holt sich lokale Händler in Australien
- DHgate gibt Käufern 15 Tage zum Streiten
- DJI gegen Insta360 – Patentkrieg um die Luna
- Chinas Billig-Export sinkt den fünften Monat
- Olight will an die Börse in Shenzhen
- Huakai Yibai kauft in Hongkong für 200 Mio. Yuan
- Guangdong fährt fünf Monate zweistelliges Plus ein
- Makera bringt seine CNC-Fräse zurück nach China
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TikTok Shop USA: 1 Prozent kassiert 60 Prozent
Der Marktplatz von TikTok in den USA liegt fest in der Hand weniger Top-Verkäufer. Laut einer Auswertung von Marketplace Pulse entfallen 60 Prozent des Bruttowarenwerts (GMV) auf das oberste 1 Prozent der Händler. Das Spitzen-Promille – die obersten 0,1 Prozent – steht allein für über ein Viertel des gesamten Umsatzes.
Die Konzentration liegt damit höher als auf Amazon. Kleinere Händler kämpfen auf TikTok Shop also um Reichweite, die längst verteilt ist. (Quelle: Marketplace Pulse / EEN)
JD.com öffnet Joybuy – und feiert „Summer Black Friday“
JD.coms Cross-Border-Plattform Joybuy startet im zweiten Halbjahr 2026 ein „Curated Marketplace“-Pilotprogramm in Europa und wechselt damit zum Marktplatzmodell. Bisher verkaufte Joybuy fast nur als Erstanbieter. Künftig laufen Teile der Ware weiter über Joybuy-Lager, andere verschicken Lieferanten direkt. Die Plattform bedient Deutschland, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Belgien und Luxemburg mit über 100.000 Artikeln – von Lebensmitteln über Beauty bis Elektronik.
Parallel läuft vom 15. bis 30. Juni Joybuys erster „Summer Black Friday“ in sechs europäischen Märkten, Deutschland inklusive. Es gibt Rabatte bis 50 Prozent auf Technik, Haushalt und Beauty. Wer vor 11 Uhr bestellt, soll noch am selben Tag bis 23 Uhr beliefert werden – dieser Service erreicht laut JD.com über 40 Millionen Menschen. (Quelle: Bluehole / New Consumption Daily)
Temu kürzt die Werbung – und wächst trotzdem
Temu hat seine Werbeausgaben in den USA scharf zurückgefahren; die Investitionen auf mehreren großen Social-Plattformen brachen ein. Trotzdem bleiben die Nutzerzahlen robust: Von Januar bis Mai 2026 legten die monatlich aktiven US-Nutzer um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.
Analysten verbinden die Budget-Umschichtung mit der US-Zollpolitik und dem Aus für die De-minimis-Freigrenze. Sendungen unter 800 Dollar kamen früher zoll- und prüfungsfrei ins Land. Der Wegfall treibt Temus Fulfillment-Kosten direkt nach oben. (Quelle: Ebrun)
AliExpress holt sich lokale Händler in Australien
AliExpress bringt sein „Local-to-Local“-Modell nach Australien. Heimische Händler dürfen dort Produkte listen und Lager sowie Versand selbst steuern. Europa, Südkorea und Brasilien hatten das Modell zuvor bekommen.
Laut Semrush zählte AliExpress im April 2026 in Australien 10,97 Millionen Besuche – gegen 5,92 Millionen bei SHEIN und 52,65 Millionen bei Amazon Australia. Alibabas International Digital Commerce Group meldete für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 132,3 Milliarden Yuan (rund 16,8 Mrd. Euro), ein Plus von 27 Prozent. (Quelle: EEN)
DHgate gibt Käufern 15 Tage zum Streiten
DHgate baut seine Streitschlichtung um. Die Verhandlungsfrist zwischen Käufer und Verkäufer steigt von 10 auf 15 Kalendertage. Käufer können die Plattform künftig sofort einschalten, sobald ein Verkäufer ihre Reklamation ablehnt – die bisherige Wartezeit von fünf Tagen entfällt.
Bleibt eine Intervention aus, geht die Bestellung in eine 15-tägige Ruhephase, in der sich Streitfälle erneut öffnen lassen. Danach werden offene Fälle automatisch storniert. Die Regeln gelten ab sofort. (Quelle: EEN)
DJI gegen Insta360 – Patentkrieg um die Luna
DJI hat Insta360 vor einem US-Bezirksgericht in Texas verklagt. Der Vorwurf: Die Luna-Gimbal-Kameras von Insta360 verletzten zwei Design- und vier Gebrauchspatente, etwa bei Steuerung und Aufnahmefunktionen. DJI fordert ein dauerhaftes Verkaufsverbot und dreifachen Schadensersatz.
Insta360 konterte am 12. Juni mit eigenen Klagen zu fünf Patenten rund um Stabilisierung und Panorama-Entwacklung. Zusätzlich will das Unternehmen DJIs Patente bei Chinas Patentamt für ungültig erklären lassen. (Quelle: Jiemian)
Chinas Billig-Export sinkt den fünften Monat
Chinas Export billiger Cross-Border-Ware fiel im April um 10,9 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar – der fünfte Rückgang in Folge. Auslöser sind das Aus der 800-Dollar-De-minimis-Grenze in den USA und steigende Kerosinpreise. Bei manchen Produkten macht die Luftfracht inzwischen rund 60 Prozent der Gesamtkosten aus, weshalb Verkäufer die Preise anheben.
Der breite Export hält dagegen: Im Mai legten Chinas Ausfuhren um 19,4 Prozent zu, die Halbleiter-Exporte verdoppelten sich, Auto-Exporte stiegen um fast 40 Prozent. (Quelle: EEN)
Olight will an die Börse in Shenzhen
Die Olight Technology Group hat einen Börsengang am ChiNext-Board der Shenzhen Stock Exchange beantragt; der Antrag ist angenommen. Die 2007 gegründete Marke verkauft Taschenlampen weltweit, viele Modelle rangieren dauerhaft unter Amazons Bestsellern.
Von 2023 bis 2025 stieg der Umsatz von 1,192 über 1,350 auf 1,665 Milliarden Yuan (rund 152, 172 und 212 Mio. Euro). Fast der gesamte Umsatz kommt aus dem Ausland – 2025 entfielen 71,93 Prozent auf Nordamerika und 16,56 Prozent auf Europa. (Quelle: Hugo)
Huakai Yibai kauft in Hongkong für 200 Mio. Yuan
Huakai Yibai baut sein Cross-Border-Geschäft per Zukauf aus. Die Tochter Yibai Network steckt zunächst 120 Millionen Yuan (rund 15,3 Mio. Euro) in die neue Gesellschaft Shenzhen Bixunhe und sichert sich 60 Prozent.
Anschließend kauft Bixunhes Hongkonger Tochter für 200 Millionen Yuan (rund 25,5 Mio. Euro) zentrale Vermögenswerte der Red International Holdings – darunter Shops, Lagerbestände und die Marke HOMLAND. (Quelle: EEN)
Guangdong fährt fünf Monate zweistelliges Plus ein
Guangdongs Außenhandel wuchs in den ersten fünf Monaten um 18,8 Prozent auf 4,44 Billionen Yuan (rund 565 Mrd. Euro) – fünf Monate zweistelliges Wachstum in Serie. Die Exporte legten um 10,8 Prozent auf 2,61 Billionen Yuan (rund 332 Mrd. Euro) zu, die Importe um 32,4 Prozent auf 1,83 Billionen Yuan (rund 233 Mrd. Euro).
Allein im Mai erreichte das Handelsvolumen mit 948,19 Milliarden Yuan (rund 120,7 Mrd. Euro) einen Monatsrekord. (Quelle: Guangdong News Broadcast)
Makera bringt seine CNC-Fräse zurück nach China
Die Consumer-CNC-Marke Makera hat ihre Tischfräse Z1 offiziell im Heimatmarkt China vorgestellt – nach dem internationalen Start. Auf Kickstarter sammelte der Z1 in 45 Tagen über 10,24 Millionen Dollar ein und gewann den „2026 Best of Kickstarter“-Award. (Quelle: Ebrun)




