Wer aktuell Toner von HP, Brother oder Kyocera einkauft, sollte genauer hinschauen. Denn was auf den ersten Blick wie ein hervorragender Deal aussieht, kann sich im Nachhinein als existenzielles Problem herausstellen, welches dein Händlerkonto dauerhaft sperren kann!

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In den vergangenen Monaten ist mir aufgefallen, dass immer mehr Amazon und eBay Händler bei anonymen Firmen, Einzelunternehmern oder angeblichen Speditionsunternehmen Tonerkartuschen einkaufen. Die Preise wirken sehr verlockend. Teilweise sogar so günstig, dass etablierte Distributoren, Einkaufsverbände und offizielle Bezugsquellen wie die Expert Gruppe, bei der ich gerne einkaufe preislich nicht einmal ansatzweise mehr mithalten können.

Ich selbst habe Zugang zu offiziellen Einkaufsstrukturen und Herstellern. Dennoch sehe ich regelmäßig Angebote, bei denen ich mich frage:

Wie soll dieser Preis bei originaler Ware überhaupt möglich sein?

In diversen Discord-Gruppen werden regelmäßig vermeintliche Geheimquellen für Toner gehandelt. Anonyme Kontakte, angebliche Großhändler, Speditionsunternehmen/ oder Strohmannsfirmen aus der USA oder auch Einzelunternehmer ohne nennenswerte Historie versprechen Ware zu Preisen, die selbst etablierte Distributoren kaum nachvollziehen können.

  • 𝗙𝗮𝗸𝗲-𝗧𝗼𝗻𝗲𝗿: 𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝗰𝗵𝗻ä𝗽𝗽𝗰𝗵𝗲𝗻-𝗣𝗿𝗲𝗶𝘀 𝗱𝗮𝘀 𝗔𝗺𝗮𝘇𝗼𝗻-𝗞𝗼𝗻𝘁𝗼 𝗸𝗼𝘀𝘁𝗲𝘁

Viele Händler glauben an dieser Stelle, den heiligen Gral gefunden zu haben. In der Praxis erleben wir aktuell jedoch häufig das genaue Gegenteil. Bei PSA Marketing liegen derzeit mehr als fünf Amazon-Sperrungen auf dem Tisch, die direkt oder indirekt mit fragwürdigen Toner-Lieferketten zusammenhängen.

Die Gemeinsamkeiten sind oft erstaunlich ähnlich:

  • unbekannte Bezugsquellen
  • auffällig günstige Einkaufspreise mit Mindestmargen von 14-18%
  • keine nachvollziehbare Lieferkette
  • fehlende Herstellernähe
  • anonyme Verkäuferstrukturen

Der vermeintliche Geheimtipp entwickelt sich dann schnell zum teuren Problem. Die Verpackungen wirken professionell. Die Labels sehen echt aus. Von außen macht die Ware einen hervorragenden Eindruck.

Viele dieser Produkte sind qualitativ weit von der Originalware entfernt. Für Händler wird das spätestens dann gefährlich, wenn Hersteller Testbestellungen durchführen. Und genau das passiert aktuell auf Amazon verstärkt.

Die Hersteller prüfen und machen Testbestellungen, verfolgen Lieferketten nach und gehen deutlich konsequenter gegen Fälschungen vor als noch vor wenigen Jahren.

Ich bin selbst in einem der größten Einkaufsverbände Deutschlands aktiv und habe Zugang zu offiziellen Bezugsquellen, Herstellern und autorisierten Distributoren .

Wenn ich mir jedoch einige der aktuellen Amazon-Angebote bei bestimmten Tonern ansehe, dann könnte ich selbst bei einem originalen Einkauf teilweise nicht ansatzweise zu diesen Preisen verkaufen.

Das sollte jedem Händler zu denken geben. Denn die entscheidende Frage lautet nicht:

„Wie günstig kann ich einkaufen?“

Sondern:

„Wie kann mein Gegenüber überhaupt zu diesem Preis verkaufen?“

Wenn selbst etablierte Marktteilnehmer, Einkaufsverbände und autorisierte Quellen bei bestimmten Angeboten preislich nicht einmal ansatzweise mithalten können, sollte man besonders kritisch werden.

Dabei geht es nicht nur um verlorene Ware oder Reklamationen. Meine Regel lautet immer: Wenn der Preis zu schön ist um wahr zu sein, dann hierbei etwas nicht stimmen. Im schlimmsten Fall steht die Existenz eines Amazon-Kontos auf dem Spiel und das vorhandene Guthaben kann dauerhaft eingefroren werden.

Mein Rat ist daher sehr einfach:

Prüft eure Lieferanten.

Prüft die Firmenanschriften.

Prüft die Unternehmenshistorie.

Und wenn Zweifel bestehen, sendet Muster direkt an den Hersteller und lasst die Ware überprüfen.Die Hersteller Brother und HP bieten diese Möglichkeit aktuell kostenfrei auf deren Webseite an. Ebenfalls kann man anhand der Seriennummern auf der Patrone meist auf der Webseite vom Hersteller bereits feststellen, dass es sich hierbei um Fake Produkte handelt.

Gerade im Toner-Bereich kann er sich als der teuerste Fehler des gesamten Geschäftsjahres herausstellen. Im Artikel findet der Leser ein paar Beispiele wie diese originalen Toner in der Praxis aussehen.


Über den Autor

Pavel Saper ist Unternehmer und Mitgründer der PSA Marketing GmbH. Seit 2017 beschäftigt er sich mit dem internationalen Handel von Markenprodukten, Amazon FBA und Lieferantenstrukturen.

Weitere Einblicke aus dem praxisnahen Händleralltag:
Instagram @pavelsaper

Webseite:www.pavelsaper.com  

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