Die eBay-Übernahme durch GameStop hat einen Dämpfer kassiert. Auf der virtuellen Hauptversammlung stimmten die eBay-Aktionäre gegen einen Antrag, der GameStop-Chef Ryan Cohen den direkten Zugriff auf den Konzern verschafft hätte. Cohen hält knapp 9 Prozent an eBay und will mehr. Beendet ist der Machtkampf trotzdem nicht – er verlagert sich auf eine neue Ebene.

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Eine Abstimmung bremst Cohens Griff nach eBay

Auf der Hauptversammlung ging es um den sogenannten Proposal 4. Der Antrag hätte die Schwelle gesenkt, ab der Aktionäre eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen dürfen – von 20 auf 10 Prozent. Für Cohen zählt dieser Punkt: Mit seinen knapp 9 Prozent hätte er die neue Marke fast allein erreicht und eine Sondersitzung im Alleingang erzwingen können.

Daraus wird vorerst nichts. Rund 210 Millionen Aktien stimmten gegen den Antrag, etwa 157 Millionen dafür, wie BeInCrypto berichtet . Der eBay-Verwaltungsrat hatte vorab zur Ablehnung geraten. Damit ist einer der wichtigsten Hebel für die eBay-Übernahme blockiert.

56 Milliarden Dollar für einen fremden Marktplatz

Der Konflikt reicht bis in den Februar 2026 zurück. Damals legte GameStop ein Angebot über 125 Dollar je eBay-Aktie vor. Das entsprach einem Aufschlag von 46 Prozent auf den Schlusskurs vom 4. Februar. Insgesamt bewertete das Gebot eBay mit rund 56 Milliarden Dollar (etwa 48 Milliarden Euro), finanziert über eine Mischung aus Bargeld und GameStop-Aktien.

eBays Verwaltungsrat lehnte ab. Das Angebot sei weder glaubwürdig noch attraktiv, hieß es; Verhandlungen schloss der Konzern aus. Bemerkenswert ist die Größenordnung dieser eBay-Übernahme: Ein Videospielhändler greift nach einem weltweiten Marktplatz, der ein Vielfaches seines eigenen Werts auf die Waage bringt. Als das Gebot öffentlich wurde, sprang die GameStop-Aktie zudem um 9 Prozent nach oben.

Als eBay das Konto seines Angreifers sperrte

Kurz nachdem das Übernahmeangebot bekannt wurde, sperrte eBay Cohens persönliches Verkäuferkonto. Inzwischen hat der Konzern die Sperre wieder aufgehoben, doch die Episode heizte die öffentliche Fehde zwischen beiden Seiten weiter an.

Cohen spart außerdem nicht mit Kritik am eBay-Management. Öffentlich stellt er das Marketingbudget von 2,4 Milliarden Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) infrage und argumentiert, die Ausgaben hätten die eigentliche Funktion der Plattform kaum verbessert. eBay sei ein gut geführtes Unternehmen, dessen Potenzial das Management allerdings nicht ausschöpfe.

Jetzt droht der Griff direkt an die Aktionäre

Der gescheiterte Proposal 4 versperrt Cohen vorerst den Weg über die Gremien. Deshalb rückt eine andere Option in den Fokus: ein feindliches Übernahmeangebot direkt an die Aktionäre (Tender Offer). Dabei würde Cohen sein Gebot am Verwaltungsrat vorbei den Anteilseignern unterbreiten und damit testen, wie die eBay-Investoren ohne die Empfehlung des Boards entscheiden.

Für Onlinehändler zählt der Ausgang unmittelbar. eBay ist im DACH-Raum einer der wichtigsten Absatzkanäle. Wer den Konzern kontrolliert, entscheidet über Gebührenmodelle, Verkäuferregeln und die Ausrichtung der Plattform. Den nächsten Zug hat damit Cohen – und er kann den Verwaltungsrat komplett umgehen.

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