Auf dem OMR Festival in Hamburg haben Otto Group und Google ihre Pläne für Agentic Commerce vorgestellt. KI-Agenten sollen den Einkauf im Netz künftig eigenständig erledigen, von der Produktsuche bis zur Bestellung. Otto-CEO Petra Scharner-Wolff und Google-Deutschland-Chef Philipp Justus skizzierten auf der Bühne, wie sich die Rolle des klassischen Webshops verschiebt. Konkret zu sehen war ein KI-Assistent in der OTTO-App auf Basis von Google Gemini. Google bringt zugleich ein offenes Protokoll für die Kaufabwicklung auf den Markt.
Inhaltsverzeichnis
- OMR-Bühne: KI-Agent kauft, der Webshop verliert die Hauptrolle
- OTTO-App mit Gemini: KI-Assistent berät per Text und Sprache
- Universal Commerce Protocol: Google öffnet den Checkout für KI-Agenten
- Vom Produkt zur Lösung: KI kennt Budget, Routinen und Vorlieben
- Hintergrund: Otto-Konzern setzt seit Jahren auf generative KI
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OMR-Bühne: KI-Agent kauft, der Webshop verliert die Hauptrolle
Rund 70.000 Besucher kamen zum OMR Festival nach Hamburg. Otto-CEO Petra Scharner-Wolff und Philipp Justus, Country Manager Germany und VP Central Europe bei Google, diskutierten dort die Auswirkungen generativer KI auf das Onlineshopping. Scharner-Wolff bezeichnete Agentic Commerce als Paradigmenwechsel, der den E-Commerce neu definiert. Den Bericht der Otto Group dazu findest du in der Story „Agentic Commerce: Ready for Takeoff?“ auf ottogroup.com.
Auf der Bühne ging es um drei Fragen: Wie verändert KI das Onlineshopping. Welche Konsequenzen hat das für die Kundenbeziehung. Und warum strategische Investitionen auch in unsicheren Zeiten weiterlaufen. Eine vollständige Trennung vom klassischen Webshop sei nicht in Sicht, sagte Scharner-Wolff. Sie schloss eine vollständig autonome Shopping-Welt aus.
OTTO-App mit Gemini: KI-Assistent berät per Text und Sprache
In der OTTO-App läuft ein KI-Assistent auf Basis von Google Gemini. Er versteht natürliche Sprache per Text oder Stimme, erkennt Intention und Kontext und liefert passende Produktvorschläge. Besucher des OMR Festivals konnten das System an einem Demo-Stand im Google-Haus ausprobieren.
Der Assistent steht für die heutige Stufe des AI Commerce, also das KI-gestützte Einkaufen. Die nächste Stufe ist laut Otto Group bereits in Vorbereitung. Beim Agentic Commerce übernehmen KI-Agenten den gesamten Einkaufsprozess eigenständig, von der Suche bis zur Bestellung.
Universal Commerce Protocol: Google öffnet den Checkout für KI-Agenten
Google treibt den Wandel mit dem Universal Commerce Protocol (UCP) voran. Das Protokoll ist offen, plattformunabhängig und ermöglicht eine Kaufabwicklung direkt über Google-Plattformen. UCP steht weltweit jedem für die Entwicklung zur Verfügung. Die UCP-gestützte Checkout-Funktion von Google wird derzeit nur für Nutzer in den USA ausgerollt.
Justus begründete den Schritt mit verändertem Nutzerverhalten und komplexeren Suchanfragen. Beim Agentic Commerce löst der KI-Agent klassische Produktsuche, Vergleich und Bezahlvorgang in einem Fluss ab. Eine Marktprognose der Boston Consulting Group vom September 2025, auf die sich Branchenanalysen wie der Bericht „Agentic Commerce and Payments 2026″ von eMarketer beziehen, sieht den Anteil agentengeführter Einkäufe in den kommenden Jahren bei über einem Viertel der E-Commerce-Ausgaben.
Vom Produkt zur Lösung: KI kennt Budget, Routinen und Vorlieben
Agentic Commerce geht über die heutige Webshop-Interaktion hinaus. Die KI versteht individuelle Präferenzen, Budgets und Routinen der Kunden. Statt Produkten stehen passende Lösungen im Vordergrund. Das Einkaufserlebnis wird laut Otto Group individueller und personalisierter.
Der persönliche KI-Agent wird künftig häufiger der Startpunkt beim Onlineshopping sein. Damit verschiebt sich die Rolle des klassischen Webshops. Scharner-Wolff nannte ein konkretes Beispiel: Das nächste Paar Socken kaufe vielleicht der Agent. Das Sommerkleid für den Italienurlaub oder die neuen Kopfhörer wollten Kunden auch in Zukunft selbst aussuchen.
Hintergrund: Otto-Konzern setzt seit Jahren auf generative KI
Auf der Plattform OTTO laufen nach Konzernangaben mehr als 70 KI-Produkte über die Wertschöpfungskette hinweg. Die Otto Group reagierte auf den Aufstieg generativer KI mit einem systematischen Ausbau. Bei Manufactum berät ein KI-Shopping-Advisor digital. Die Witt-Gruppe nutzt generative KI für SEO-optimierte Produktbeschreibungen, etwa für Suchbegriffe wie „Kleider für Brautmütter“. Die Texte fließen automatisiert ins Content-Management-System des Shops.
Die Otto Group ist ein international tätiger Handels- und Servicekonzern mit Sitz in Hamburg und rund 36.300 Mitarbeitenden. Die Infrastruktur für ihre SAP-Systeme liegt seit dem Wechsel auf Google Cloud bei einem niederländischen Rechenzentrum des Google-Konzerns.




