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BPEX-Prognose: Weihnachtsgeschäft tritt auf der Stelle – und das doof für Seller

Paketmengen stagnieren trotz Weihnachtszeit

Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) legt seine Prognose für das Jahresendgeschäft vor. Viel Bewegung gibt es nicht. Für November und Dezember erwartet der Verband lediglich ein Plus von 1 bis 2 Prozent bei den Sendungsmengen. Rund 750 Millionen KEP-Sendungen sollen in diesem Zeitraum durch die Sortieranlagen laufen. Das ist praktisch identisch mit dem Vorjahr.

In den Spitzen­tagen rechnen die Paketdienste mit bis zu 21 Millionen Sendungen pro Tag. Dafür werden erneut bis zu 20.000 zusätzliche Arbeitskräfte und 17.000 Fahrzeuge in den Betrieb geholt. Operativ läuft die Branche also im bekannten Modus.

B2C wächst leicht – B2B schwächelt

Getrieben wird das geringe Wachstum allein durch den B2C-Bereich. Rund 450 Millionen Pakete sollen an private Haushalte gehen – ein kleines Plus gegenüber 2024. Das entspricht etwa 9 Millionen Zustellungen täglich.

Im B2B-Segment sieht es anders aus. Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen, Investitionszurückhaltung und geopolitische Unsicherheiten sorgen dafür, dass der Geschäftskundenmarkt weiter unter Druck steht. Hier rechnet der Verband mit einem Rückgang.

Faktenbox: Was ist der BPEX?

Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) ist der zentrale Branchenverband der Kurier-, Express- und Paketwirtschaft (KEP) in Deutschland. Der Verband entstand 1982 unter dem Namen BIEK und firmiert seit April 2024 als BPEX. Sitz des Verbands ist Berlin.

Der BPEX vertritt die politischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Interessen der Paketdienste gegenüber Bundesregierung, Bundestag, Behörden, Medien und der Öffentlichkeit. Außerdem koordiniert der Verband Marktanalysen, erstellt Studien, bewertet Regulierungsvorhaben und tritt als Sprecher der KEP-Branche auf.

Mitglieder des BPEX

Zum Verband gehören die großen Paketdienstleister in Deutschland. Die Mitgliedsunternehmen (Stand: letzte valide Quellen) umfassen unter anderem:

  • DPD Deutschland GmbH
  • GLS Germany GmbH & Co. OHG
  • Hermes Germany GmbH
  • GO! Express & Logistics Deutschland GmbH
  • Night Star Express GmbH Logistik
  • nox Germany GmbH
  • Weitere verbundene KEP-Unternehmen über die genannten Dachorganisationen

Über diese großen Firmen vertritt der BPEX indirekt rund 3.500 mittelständische KEP- und Logistikunternehmen in Deutschland. Die Branche bewegt in Summe Milliardenumsätze, mehrere Milliarden Sendungen jährlich und beschäftigt viele Tausend Menschen.

Rolle und Aufgaben

Der Verband formuliert gemeinsame Branchenpositionen und engagiert sich in verschiedenen Arbeitsfeldern:

  • Wettbewerb & Marktstruktur: Einsatz für faire Wettbewerbsbedingungen und transparente Zustellinfrastruktur.
  • Stadtlogistik & Infrastruktur: Förderung von Paketstationen, Mikrodepots, alternativen Zustellmethoden und effizienter Innenstadtlogistik.
  • Arbeits- & Sozialpolitik: Positionen zu Arbeitssicherheit, Qualifizierung, Löhnen und Beschäftigung in der Branche.
  • Digitalisierung & Innovation: Bewertung und Unterstützung neuer Technologien und automatisierter Logistikprozesse.
  • Regulierung & Politikberatung: Einschätzung neuer Gesetzesinitiativen, Erstellung von Stellungnahmen und Branchenanalysen.

Der BPEX ist damit einer der wichtigsten Ansprechpartner für Politik, Ministerien und Medien, wenn es um die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung der Paketlogistik geht.

Wirtschaftliches Umfeld belastet die Branche

Die Analyse verweist auf ein insgesamt schwieriges Marktumfeld: Stagnation, Lieferkettenverschiebungen, Regulierung und Sanktionen. All das drückt die Entwicklung des KEP-Marktes und nimmt der Branche die Hoffnung auf eine Trendwende.

BPEX-Chef Marten Bosselmann fordert deshalb Entlastungen und warnt davor, dass steigende Kosten die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen gefährden.

Einordnung: Für Onlinehändler wird es bitter

Schaut man auf die Zahlen und legt sie neben die aktuellen Indizes zu Konsumklima und Geschäftsklima, wird schnell klar: Das Weihnachtsgeschäft wird für den Onlinehandel sehr schlecht ausfallen.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: In den BPEX-Daten sind auch die massenhaft importierten China-Pakete enthalten. Wenn die Gesamtmenge nur um 1 bis 2 Prozent steigt, heißt das für deutsche und europäische Händler zwangsläufig einen massiven Rückgang. Und zwar ziemlich sicher im niedrigen zweistelligen Bereich.

Nach Jahren wirtschaftlicher Anspannung ist das ein harter Schlag. Für 2026 bedeutet das vermutlich, dass wir im ersten Quartal wieder mehr Insolvenzen im Handel sehen werden.

Einordnung: Das „Mimimi“ der Paketdienste

Ein zweiter Punkt fällt auf: Die Branche klagt über steigende Kosten. Dieser Satz kommt verlässlich in jedem Jahr, wirkt aber zunehmend schief.

Denn gleichzeitig erhöhen die Paketdienste regelmäßig ihre Preise – und zwar nicht knapp. Dazu kommen Peak-Zuschläge, die die Händler jedes Jahr erneut schlucken müssen. Zusammengenommen liegt die Belastung für Händler deutlich über dem, was mit Energiekosten oder Inflation begründet werden kann.

Vor diesem Hintergrund wirkt das Klagen des Verbandes eher wie ein Ritual. Oder wie eine sehr gut einstudierte Beschwerde, die nicht mehr viel mit der Realität der eigenen Preispolitik zu tun hat.

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