Amazon hat sich erstmals offiziell zu den Auszahlungs-Problemen bei der DD+7-Umstellung geäußert. Ein Unternehmenssprecher räumt einen technischen Fehler ein, der eine kleine Gruppe europäischer Händler vom geplanten Migrationstermin abgehängt hat. Das Statement liegt wortfilter.de als erstes vor und ordnet die Lage offiziell ein, über die wortfilter bereits berichtet hat . Auch andere Medien hatten zuletzt scharfe Kritik geübt und schnelles Handeln gefordert. Amazon liefert nun die Zahlen, die Begründung und den Verweis auf „Disburse on Demand“. „Disburse on Demand“ ist eine Funktion bei Amazon Seller Central, die es Verkäufern ermöglicht, verfügbares Guthaben manuell und täglich auszuzahlen, ohne auf den regulären Auszahlungszyklus zu warten.
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95 Prozent waren längst dran – diese Händler sind jetzt nachgezogen
Ein Amazon-Sprecher erklärt zuerst gegenüber wortfilter.de: „Earlier this month, we began transitioning the small percentage of sellers who remain on a pre-2016 legacy disbursement policy to our current standard practice. 95% of sellers already operate under this standard policy, where funds become available seven days after delivery. The seven-day period ensures customers have adequate time to receive and review their purchases, initiate returns, and submit any claims. We provided those sellers with over six months‘ notice and support through the transition.“
Übersetzt: Amazon hat Anfang Mai die letzten Konten umgestellt, die noch auf der alten Auszahlungsrichtlinie von vor 2016 lagen. 95 Prozent aller Seller arbeiten nach Unternehmensangaben schon länger mit der Sieben-Tage-Frist nach Lieferung. Die betroffenen Händler seien über sechs Monate vorab informiert worden.
Technischer Fehler in Europa – Amazon kontaktiert betroffene Seller direkt
Amazon teilt mit, dass eine kleine Zahl europäischer Verkäufer wegen eines technischen Fehlers nicht zum ursprünglich kommunizierten Datum migriert wurde. Das Problem sei behoben, diese Konten seien inzwischen auf die Standardrichtlinie umgestellt. Betroffene würden direkt kontaktiert, um den geänderten Zeitplan zu klären.
Damit bestätigt der Konzern, was Händler seit Tagen melden: stornierte Auszahlungen, nicht abrufbares Guthaben, verschobene Termine. Die Ursache lag nach Unternehmensangaben nicht in der Richtlinie selbst, sondern im Rollout.
Disburse on Demand bleibt – aber nur für freigegebenes Guthaben
Wichtig für die tägliche Liquiditätsplanung: Wer auf die Standardrichtlinie umgestellt wurde, hat weiterhin Zugriff auf Disburse on Demand. Damit lässt sich das verfügbare Guthaben alle 24 Stunden anfordern. Verfügbar ist aber ausschließlich das, was die Sieben-Tage-Rücklage bereits passiert hat. Der Saldo im Backend ist regelmäßig höher als der tatsächlich abrufbare Betrag – das ist genau der Punkt, an dem viele Seller in den letzten Tagen über die Kommunikation gestolpert sind.
Amazon stellt die Logik so dar: Die Sieben-Tage-Rücklage gibt Kunden Zeit für Rückgaben und Reklamationen. Disburse on Demand verkürzt den Zugriff auf freigegebenes Geld, das sonst erst im Standard-14-Tage-Zyklus auf das Bankkonto fließen würde. Beide Mechanismen sollen sich ergänzen.
Was Onlinehändler jetzt prüfen sollten
Wer in den letzten zwei Wochen stornierte Auszahlungen oder unklare Salden hatte, sollte die Posteingänge nach einer Amazon-Nachricht mit dem aktualisierten Migrationstermin durchsehen. In Seller Central zeigt die Transaktionsansicht unter „Zurückgestellte Transaktionen“, welche Beträge wann freigegeben werden. Der Button für Disburse on Demand sollte ab dem genannten Termin wieder zuverlässig auszahlbares Guthaben zeigen.
Die tägliche Auszahlung auf Anfrage bleibt damit das zentrale Werkzeug, um Geld schneller aus dem System zu ziehen – sobald die Sieben-Tage-Rücklage durchlaufen ist.




