Das E-Commerce-Wachstum in Europa verlagert sich – weg von den großen Märkten. Während Onlinehändler vor allem auf Deutschland, Großbritannien und Frankreich schauen, ziehen Türkei und Bulgarien davon. Beide Länder führen die europäische Wachstumstabelle bis 2029 an, mit jährlichen Steigerungsraten von 12,9 und 12,5 Prozent. Auch Polen, Portugal und Moldau holen schnell auf. Die Daten stammen vom Marktforscher ECDB und zeigen, wo sich der Blick für eine Expansion künftig lohnt.

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Türkei und Bulgarien lassen den Westen stehen

Laut den aktuellen Zahlen von ECDB wächst der Onlinehandel in der Türkei zwischen 2025 und 2029 mit einer durchschnittlichen Jahresrate (CAGR, dem mittleren jährlichen Wachstum) von 12,9 Prozent. Bulgarien folgt dicht dahinter mit 12,5 Prozent. Beide Märkte liegen damit klar vor den etablierten Volkswirtschaften Westeuropas.

Die Spitzengruppe besteht jedoch nicht nur aus diesen zwei Ländern. Auch Bosnien-Herzegowina, Moldau, Polen, Malta und Portugal zeigen deutliches Aufholpotenzial. Dort steigt die Akzeptanz für den Onlinehandel, zugleich verbessert sich die digitale Infrastruktur.

ECDB-Grafik: E-Commerce-Wachstum in Europa 2025 bis 2029 nach Ländern, CAGR
Wachstumsraten (CAGR) im europäischen E-Commerce 2025–2029. Quelle: ECDB

Fünf Treiber, die den Osten nach vorn bringen

Das Wachstum in diesen Märkten stützt sich auf mehrere Faktoren. Erstens gibt es noch viel Raum nach oben, denn die Zahl der Onlinekäufer wächst laufend. Zweitens werden die Marktplatz-Ökosysteme stärker, regionale wie internationale Anbieter drängen hinein. Drittens steigt die Verbreitung digitaler Zahlungsmittel, was Bezahlung und Lieferung vereinfacht.

Dazu kommt der Mobile Commerce (Einkauf per Smartphone): Viele Konsumenten dort kaufen zuerst über Apps. Und der schnelle Warenumschlag über Quick Commerce (Lieferung binnen Minuten oder weniger Stunden) macht den Onlinekauf zusätzlich attraktiv. Die Ausgangslagen unterscheiden sich allerdings deutlich: Die Türkei ist groß und bevölkerungsreich mit einem dynamischen Handel, Bulgarien ist kleiner und noch im Aufbau.

Wo für deutsche Onlinehändler die Chance liegt

Die reifen Märkte im Westen bleiben wegen ihrer Größe wichtig. Das schnellste Wachstum kommt jedoch aus Ländern, die ihr Potenzial gerade erst freisetzen. Bei der Expansionsplanung gehören Ost- und Südosteuropa deshalb nach oben auf die Liste.

Wer früh in diese Märkte geht, sichert sich Reichweite, bevor die großen Plattformen die Nachfrage abdecken. Die Zahlen von ECDB liefern dafür die Grundlage. Der nächste Wachstumsschub für den europäischen Onlinehandel liegt im Osten – wer ihn verschläft, überlässt das Feld den anderen.

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