Eine neue Bitkom-Befragung zeigt: Ein Drittel der Deutschen fühlt sich von digitaler Technik häufig überfordert. In Gesprächen mit Onlinehändlern zeichnet sich dasselbe Bild ab. Viele kennen KI nur dem Namen nach, andere lehnen sie fürs eigene Geschäft komplett ab. Wer den Anschluss verliert, fällt im Wettbewerb zurück.
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60 Prozent der Älteren kapitulieren – und der Rest?
Die Zahlen stammen aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 1.005 Menschen ab 16 Jahren telefonisch befragt wurden. 33 Prozent fühlen sich häufig von digitalen Technologien überfordert, 12 Prozent davon sehr häufig. Bei den über 75-Jährigen sind es 60 Prozent.
Auch in der Gruppe der 16- bis 49-Jährigen trifft das auf jeden Vierten zu (26 Prozent). Zwischen Männern (32 Prozent) und Frauen (35 Prozent) liegt kaum ein Unterschied. Anlass der Veröffentlichung ist der Digitaltag am 26. Juni 2026 mit bundesweit über 2.000 Aktionen.
ChatGPT getestet – und wieder weggelegt
Bei Onlinehändlern dürften die Werte kaum besser ausfallen. In zahlreichen Gesprächen der vergangenen Monate ist dem Autor dieses Bild begegnet: KI im Onlinehandel ist als Schlagwort bekannt, der praktische Umgang fehlt. Viele Händler haben ChatGPT einmal getestet und danach zur Seite gelegt.
Eine Schulung, die über das Ausprobieren hinausgeht, hat kaum jemand erhalten. Manche lehnen den Einsatz für das eigene Geschäft sogar grundsätzlich ab. Das Wissen über Einsatzfelder, Kosten und Grenzen bleibt lückenhaft.
Wer KI meidet, verschenkt Marge
Produktbeschreibungen, Bildbearbeitung, Kundenservice, Preisbeobachtung – KI im Onlinehandel greift längst in den Alltag ein. Wer diese Werkzeuge meidet, arbeitet langsamer und teurer als die Konkurrenz, die sie nutzt.
Der Einstieg verlangt keine Programmierkenntnisse. Ein klar umrissener Anwendungsfall, ein passendes Tool und ein paar Stunden Einarbeitung reichen für den Anfang. Den ersten Schritt macht, wer einen konkreten Anwendungsfall auswählt und ihn durchzieht.
Der blinde Fleck kostet bald Umsatz
Aus Sicht des Autors ist der Befund alarmierend. KI im Onlinehandel hebt die Produktivität in Marketing, Service und Logistik – ein großer Teil der Händler bleibt davon ausgeschlossen. Die Bitkom-Studie zeigt auch, wo die Lösung liegt: 86 Prozent der Befragten wollen Digitalkompetenzen schon in der Schule sehen, 47 Prozent wünschen sich öffentliche Weiterbildungsangebote.
Auf staatliche Angebote zu warten, hilft dem eigenen Shop wenig. Wer heute lernt, mit KI zu arbeiten, sichert sich den Vorsprung von morgen.




