eBay hat das Konto von Ryan Cohen, CEO von GameStop, dauerhaft gesperrt. Die Begründung: Aktivitäten, die nach Einschätzung des Marktplatzes die eBay-Community gefährden. Auslöser war ein Auktions-Stunt, mit dem Cohen sein 56 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für eBay öffentlich inszenierte. Für Onlinehändler ist der Fall ein Lehrstück darüber, wo eBay die Grenze zieht – auch bei prominenten Verkäufern.
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25 Auktionen, ein Eklat – und ein handsigniertes Kaufangebot
Cohen hatte rund 25 Privatartikel auf eBay eingestellt. Darunter: alte GameStop-Schilder, Videospiele, eine GameStop-Tasse, eine Master-Chief-Statue – und ein einzelnes Stück Teppich. Sein Motto laut eigener Aussage: „selling stuff on eBay to pay for eBay“. Jedes Listing enthielt eine handsignierte Kopie seines Übernahmeangebots an das eBay-Management. Die Tasse erreichte über 3.000 Dollar, die Master-Chief-Statue über 10.000 Dollar, insgesamt liefen zehntausende Dollar an Geboten auf, wie Yahoo Finance berichtet .
Dann zog eBay die Reißleine. Die Sperre ist permanent. Cohen veröffentlichte den Sperrhinweis selbst – darin zitiert eBay eine Standardformulierung zum Schutz der Community.
56 Milliarden für einen 11-Milliarden-Konzern
Der Hintergrund ist absurd genug, um die Sperre zur Randnotiz zu machen. GameStop hat eBay ein unaufgefordertes Übernahmeangebot gemacht: 125 Dollar je Aktie, in bar und in Aktien, Gesamtvolumen rund 56 Milliarden Dollar. Die Marktkapitalisierung von GameStop selbst liegt bei 11,29 Milliarden Dollar. Käufer kleiner als Ziel, Faktor fünf.
Die Finanzierung steht auf einem Bein. TD Bank hat ein Letter of Financing über 20 Milliarden Dollar zugesagt. Die restlichen 36 Milliarden sind offen. Cohen sprach in einem CNBC-Interview von „half cash and half stock“. Auf Nachfragen der Anchors Andrew Ross Sorkin und Becky Quick zur Rechnung kam Cohen ins Stocken.
Burry steigt aus, Moody’s stempelt „credit negative“
Michael Burry – der Investor, der die Finanzkrise 2008 vorhersagte – hat seine komplette GameStop-Position nach dem Angebot verkauft. Sein Kommentar: „Never confuse debt for creativity.“ Eine Warnung, die sitzt.
Moody’s stuft den geplanten Deal als „credit negative“ für eBay ein. Die Schuldenlast des Marktplatzes würde von 7 Milliarden auf 31 Milliarden Dollar steigen. Für eBay als operativ profitablen Konzern wäre das eine Belastung, die das Geschäft direkt trifft – auch das Geschäft mit den Händlern.
Was hinter dem Stunt wirklich steckt
Beobachter halten Cohens öffentliche Show für kalkuliert. Wenn der Lärm um die Übernahme den GameStop-Kurs treibt, wird der Aktien-Anteil des Angebots wertvoller pro Aktie – und das Volumen wird realistischer finanzierbar. GameStop ist seit 2021 ein Meme-Stock, Cohen kennt das Spiel.
Cohen verkaufte 2017 die Tierbedarfsplattform Chewy für 3,2 Milliarden Dollar an PetSmart. Bei eBay verspricht er 2 Milliarden Dollar Kosteneinsparungen im ersten Jahr. Wenn das Management ablehnt, kündigt er einen Proxy Fight um Sitze im eBay-Board an.





