Frachtraten Asien Europa Mai 2026: Die großen Linienreedereien drehen kräftig an der Preisschraube. CMA CGM und Hapag-Lloyd heben die FAK-Sätze auf der Route Asien–Europa und Mittelmeer ab dem 15. Mai an. Einzelne 40-Fuß-Container sollen bis zu 7.200 Dollar kosten. MSC zieht den Bunkerzuschlag für Asien–USA und Asien–Kanada ab dem 1. Mai an. Maersk passt den Schwergutaufschlag von Fernost nach Lateinamerika und in die Karibik an.
Inhaltsverzeichnis
- Bis zu 7.200 Dollar pro Container – wer das jetzt zahlt
- Q4-Ware kalkulieren: Marge oder Preisaufschlag
- Sinotrans an der Spitze – China verändert die Spielregeln
- Amazon Buy Shipping mit Übersee-Lager – ein Detail mit Folgen
- UPS schrumpft, SF und STO Express explodieren
- Die Lehre aus dem Mai – wer jetzt nicht rechnet, verliert Q4
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Bis zu 7.200 Dollar pro Container – wer das jetzt zahlt
Die Erhöhungen landen direkt bei den Importeuren. Wer Ware aus China auf eigene Rechnung verschifft, zahlt direkt. Wer FOB einkauft und dem Spediteur den Seeweg überlässt, sieht den Aufschlag auf der nächsten Rechnung. Das gilt auch für kleinere Onlinehändler, die per Sammelcontainer (LCL) buchen – die Reedereiraten werden anteilig durchgereicht.
Die Linien begründen den Schritt mit gestiegenen Kraftstoffpreisen, höheren Routen-Betriebskosten und den Spannungen im Nahen Osten. Wer das Rote Meer meidet und um das Kap der Guten Hoffnung fährt, ergänzt 10 bis 14 Tage Laufzeit. Diese Mehrkosten landen jetzt in den Surcharges. (Sina )
Q4-Ware kalkulieren: Marge oder Preisaufschlag
Das Timing ist heikel. Wer für Q4 produziert, ordert genau jetzt. Verschiffung im Juni, Ankunft im Juli oder August, Lagerung bis zum Weihnachtsgeschäft. Die Frachtraten Asien Europa Mai 2026 sind also die Basis für die Einkaufskalkulation der nächsten sechs Monate.
Drei Hebel bleiben: Bestellmenge bündeln, um FCL statt LCL zu fahren. Lieferanten-Inco-Terms auf DDP umstellen und das Frachtrisiko an den chinesischen Lieferanten geben. Oder den Endpreis anpassen. Wer auf Marktplätzen mit harter Preisbindung verkauft – Amazon, Kaufland, eBay – hat den dritten Hebel kaum.
Fachbegriffe: Container-Logistik
FAK (Freight All Kinds): Pauschalrate der Reederei pro Container, unabhängig von der Ware. Gilt auf einer festen Route (z. B. Shanghai–Hamburg) und wird oft alle 14 Tage angepasst. Wer im Spotmarkt bucht, zahlt den aktuellen FAK-Satz.
Bunkerzuschlag: Aufschlag für den Schiffstreibstoff, getrennt von der Basisfracht. Heißt je nach Reederei BAF, EBS oder LSS. Steigt der Ölpreis oder fährt das Schiff einen längeren Umweg, schiebt die Reederei den Zuschlag einseitig nach oben.
FOB (Free on Board): Incoterm, bei dem der chinesische Lieferant die Ware bis an Bord des Schiffes im Abgangshafen liefert. Ab dort trägt der Käufer Fracht, Versicherung und Risiko. Standard im China-Import.
DDP (Delivered Duty Paid): Incoterm, bei dem der Lieferant alles übernimmt – Fracht, Zoll, Steuern, Lieferung bis zur Tür des Käufers. Frachtkosten und Risiko liegen beim chinesischen Lieferanten, der Preis ist dafür höher.
FCL (Full Container Load): Ein Container für einen Auftraggeber allein. Lohnt sich ab etwa 12 Kubikmetern Ladung. Günstiger pro Kubikmeter als die Sammelvariante.
LCL (Less than Container Load): Sammelcontainer. Mehrere Auftraggeber teilen sich einen Container, abgerechnet wird nach Volumen. Höherer Preis pro Kubikmeter, mehr Hafenhandling, längere Laufzeit.
TEU (Twenty-foot Equivalent Unit): Maßeinheit für Containerkapazität. Ein 20-Fuß-Container = 1 TEU, ein 40-Fuß-Container = 2 TEU. Spediteur-Rankings werden in Millionen TEU pro Jahr gemessen.
Sinotrans an der Spitze – China verändert die Spielregeln
Parallel zur Ratenerhöhung verschiebt sich der Markt. Sinotrans führt das Transport-Topics-Ranking 2026 der weltweit 50 größten Seefracht-Spediteure an, mit 4,925 Millionen TEU. Kuehne+Nagel und DSV folgen auf Platz zwei und drei. 16 chinesische Firmen stehen auf der Liste, einer mehr als im Vorjahr. COSCO Shipping Logistics Supply Chain klettert auf Rang fünf, Ningbo Port Southeast Logistics auf Rang sechs. (Sina )
Bei der Spediteurssuche kommen chinesische Anbieter aus dem Hinterzimmer ins Frontoffice. COSCO startet in Chongqing vier Komplettlogistik-Produkte für den neuen Land-See-Korridor – darunter eine festpreisbasierte Land-See-Strecke und eine Direktverbindung Qinzhou–Naher Osten für Fahrzeuge aus Chongqing. Festpreise auf einer Asia-Route sind ungewöhnlich. Wer kalkulierbare Kosten will, hat eine neue Option.
Amazon Buy Shipping mit Übersee-Lager – ein Detail mit Folgen
GoodCang ist einer der ersten zertifizierten Übersee-Warehouse-Anbieter im Amazon-Buy-Shipping-Programm. Verkäufer, die Bestand in einem GoodCang-Lager halten, generieren Versandlabels künftig direkt über Amazons Buy-Shipping-Tool – mit dem dazugehörigen Käuferschutz. (GoodCang )
Der Vorgang ist klein, die Wirkung größer. Amazon zertifiziert damit den Direktversand aus China-Lagern an EU-Kunden über das eigene Versandsystem. Für Marketplace-Händler, die mit chinesischen Anbietern konkurrieren, verschärft sich der Wettbewerb in den Versandkosten. Wayfair geht den gleichen Weg und hat YQN Overseas Warehouse und WestPost als erste zertifizierte Lagerpartner aufgenommen. (yilan )
UPS schrumpft, SF und STO Express explodieren
UPS meldet für das erste Quartal 2026 einen Umsatzrückgang auf 21,2 Milliarden Dollar. Das US-Inlandsgeschäft verlor 2,3 Prozent, Supply Chain Solutions sogar 6,5 Prozent. Nur das Auslandsgeschäft legte 3,8 Prozent zu. (UPS )
STO Express dagegen legt 94,29 Prozent Nettogewinn drauf, bei 30,74 Prozent Umsatzplus auf 15,69 Milliarden RMB. (Sina ) SF Holding meldet 13,05 Prozent Gewinnplus auf 2,53 Milliarden RMB. (SF ) DSV bündelt sein weltweites Paketgeschäft unter der neuen Marke DSV Parcel mit 19 Ländermärkten und einer Lösung für Cross-Border-E-Commerce. (DSV )
Die Lehre aus dem Mai – wer jetzt nicht rechnet, verliert Q4
Die Linienreedereien haben sich gegen einen weiteren Ratenkollaps entschieden. Die Erhöhungen sind koordiniert, die Begründung – Treibstoff, Routen, Nahost – ist seit Monaten dieselbe. Wer im April noch zu 4.500 Dollar je 40-Fuß-Container nach Hamburg verschifft hat, zahlt im Mai potenziell 60 Prozent mehr. Die nächste Frage ist nicht, ob die Raten weiter steigen, sondern wer sie bezahlt – Hersteller, Spediteur, Händler oder Endkunde.





