Der Onlineshop riccardo-zigarette.de der Riccardo Onlinestore GmbH, geführt von Geschäftsführer Lorenz Endler, hat über einen langen Zeitraum Vapes, Liquids und E-Zigaretten ohne gesetzlich vorgeschriebene Altersverifikation an Kunden verkauft – und das mit hoher Wahrscheinlichkeit in voller Kenntnis des Rechtsverstoßes. Ein Testkauf am heutigen Tag belegt, dass der Kauf von Nikotinprodukten ohne jegliche Altersprüfung möglich ist. Gleichzeitig behauptet der Shop im eigenen Footer, die gesetzliche Altersprüfung erfolge „sicher im Bestellprozess“. Das ist nachweislich falsch.

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Die Beweislage ist eindeutig – Testkauf ohne jede Schranke

Am heutigen Tag wurde bei riccardo-zigarette.de ein Testkauf durchgeführt. Das Ergebnis: Der Kauf von Vapes und E-Zigaretten ist ohne jede Altersverifikation abschließbar. Kein Alterscheck. Ohne Identitätsnachweis. Nicht ein einziger Mechanismus, der sicherstellt, dass der Käufer das gesetzlich vorgeschriebene Mindestalter von 18 Jahren erreicht hat.

Das ist ein klarer Verstoß gegen § 10 des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) . Der Paragraph schreibt vor, dass Anbieter von Tabakwaren und verwandten Erzeugnissen – zu denen E-Zigaretten und Vapes ausdrücklich zählen – sicherstellen müssen, dass ihre Produkte ausschließlich an Personen angeboten werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Im Fernabsatz, also beim Onlinehandel, bedeutet das: eine zuverlässige, technische Altersverifikation vor Abschluss des Kaufvorgangs. Riccardo-zigarette.de hat diesen Nachweis nicht. Es gibt ihn schlicht nicht.

Schwerwiegend ist der Hinweis im Footer der Website. Dort steht wörtlich: „Jugendschutz: Keine Abgabe an Personen unter 18 Jahren! Der Verkauf erfolgt ausschließlich an Erwachsene. Die gesetzliche Altersprüfung erfolgt sicher im Bestellprozess.“

Diese Aussage ist falsch. Im Bestellprozess findet keine Altersprüfung statt. Der Satz ist nicht nur eine Fehlinformation – er ist eine juristisch relevante Dokumentation, das belegt, dass dem Unternehmen die gesetzliche Pflicht bekannt war. Man wusste, dass eine Altersprüfung erforderlich ist. Man hat sie kommuniziert. Und man hat sie nicht umgesetzt. Das ist vorsätzliches Handeln.

Ein Checkout ohne Altersverifikation ist einfacher, schneller und billiger. Marktübliche Altersverifikations-Dienste kosten in der Regel um die 70 Cent pro Prüfung. Bei einem hohen Bestellvolumen summiert sich das schnell zu einem erheblichen Kostenfaktor. Wer die Prüfung weglässt, spart Geld – auf Kosten des Jugendschutzes und auf Kosten des Gesetzes. Und er macht den Kauf bequem. Die Altersverifikation ist ein Conversion-Killer.

Die PayPal-Ausrede der Riccardo Onlinestore GmbH ist juristisches Blabla

Nach dem Testkauf wurde die Riccardo Onlinestore GmbH telefonisch konfrontiert. Die Antwort einer Supportmitarbeiterin – abgegeben im Beisein einer Zeugin – war verblüffend: PayPal führe eine Altersverifikation durch, deshalb brauche man im Shop keine eigene.

Diese Aussage ist sachlich falsch und rechtlich unhaltbar. PayPal verifiziert kein Alter. Jeder Mensch ab einem bestimmten Mindestalter kann ein PayPal-Konto eröffnen, ohne sein tatsächliches Alter zu beweisen. Es gibt keine zuverlässige, rechtsverbindliche Altersüberprüfung durch PayPal, die den Anforderungen des § 10 JuSchG genügt. Gerichte haben dies bereits klargestellt: Ein PayPal-Konto gilt nicht als Altersverifikation im Sinne des Jugendschutzrechts.

Maßgeblich ist das Urteil des OLG Hamm (Az. 4 U 11/16), das klarstellt, dass Zahlungsanbieter keine hinreichende Altersverifikation im Sinne des Jugendschutzgesetzes leisten. Das OLG Köln hat in vergleichbaren Fällen ebenfalls geurteilt, dass der Versandhändler selbst sicherstellen muss, dass nur Erwachsene nikotinhaltige Produkte erwerben können – und zwar vor Abschluss des Kaufvorgangs. Die Verlagerung dieser Pflicht auf einen Zahlungsdienstleister reicht nicht aus.

Die Aussage der Mitarbeiterin ist damit nicht nur falsch, sondern zeigt, mit welcher Leichtfertigkeit die Riccardo Onlinestore GmbH mit einer gesetzlichen Pflicht umgeht, die dem Schutz von Kindern und Jugendlichen dient.

Lorenz Endler trägt persönliche Verantwortung

Die Riccardo Onlinestore GmbH sitzt in Essen. Geschäftsführer ist Lorenz Endler. Als Geschäftsführer trägt er die persönliche Verantwortung für die Einhaltung gesetzlicher Pflichten im Betrieb des Onlineshops. Die fehlende Altersverifikation ist eine bewusste Entscheidung im Checkout-Prozess. Der Footer-Text belegt, dass die Rechtslage bekannt war. Wer weiß, was das Gesetz verlangt, und es trotzdem nicht umsetzt, handelt vorsätzlich.

§ 28 Abs. 1 JuSchG sieht für Verstöße gegen § 10 Bußgelder von bis zu 50.000 Euro vor. Bei nachgewiesenem vorsätzlichem Handeln ist die Ausschöpfung des Bußgeldrahmens nicht nur möglich, sondern angemessen. Darüber hinaus können Strafverfolgungsbehörden prüfen, ob durch den jahrelangen illegalen Betrieb erzielte Gewinne abgeschöpft werden müssen. Das Instrument der Gewinnabschöpfung ist im deutschen Recht vorgesehen und wird in vergleichbaren Fällen angewendet.

Anzeigen gestellt – Behörden sind informiert

Der Verstoß wurde nach dem Testkauf umgehend bei folgenden Stellen angezeigt: Das Ordnungsamt Essen (zuständige Behörde am Firmensitz der Riccardo Onlinestore GmbH) wurde per E-Mail an [email protected] informiert. Sachbearbeiter Fischer ist zuständig.

Die Internet-Beschwerdestelle unter internet-beschwerdestelle.de hat ebenfalls eine Meldung erhalten. Zusätzlich wurde eine Meldung beim jugendschutz.net , der zentralen Stelle für Jugendmedienschutz, eingereicht.

Es liegt nun an den Behörden, den dokumentierten Verstoß zu verfolgen, die Schwere der Ordnungswidrigkeit zu bemessen und konsequent zu ahnden.

Bestellbeleg dokumentiert den Verstoß lückenlos

Die Anzeige beim Ordnungsamt Essen, Herrn Fischer, wurde mit folgendem Sachverhalt erstattet: Am 21. April 2026 um 13:32 Uhr wurde unter Zeugen ein Kauf auf riccardo-zigarette.de abgeschlossen. Als Zeugin steht XXXXX YYYYY, Chemnitzerstr. 15, 66955 Pirmasens, zur Verfügung. Die Bestellbestätigung der Riccardo Onlinestore GmbH trägt die Auftragseingangskennung 177677114550535 und weist als Kaufartikel ein nikotinhaltiges Liquid aus: „187 Strassenbande – Spring Break – 10 ml Nikotinsalz Liquid“ mit einer Nikotinstärke von 10 mg/ml zum Preis von 7,90 Euro, Gesamtbetrag 13,85 Euro inklusive Versand. Der gesamte Bestellprozess wurde ohne eine einzige Aufforderung zur Altersverifikation abgeschlossen. Die Bestellbestätigung liegt als Nachweis vor.

Was dieser Fall für den gesamten E-Commerce bedeutet

Fälle wie Riccardo-zigarette.de schaden nicht nur Kindern und Jugendlichen – sie schaden dem gesamten Onlinehandel. Wer als Händler die gesetzlichen Pflichten einhält, Altersverifikations-Dienste einsetzt und damit höhere Kosten und einen komplizierteren Checkout in Kauf nimmt, wird durch Wettbewerber bestraft, die sich über das Gesetz hinwegsetzen. Das ist Wettbewerbsverzerrung in Reinform. Es ist unlauter, und es ist illegal.

Darüber hinaus liefern solche Fälle genau das Bild, das dem E-Commerce schadet: das Bild einer Branche, die Gesetze als optional betrachtet und Profitinteressen über den Schutz von Minderjährigen stellt. Dieses Bild ist falsch für die große Mehrheit der seriösen Händler – aber es klebt an der gesamten Branche, sobald Unternehmen wie die Riccardo Onlinestore GmbH ungestraft operieren.

Die Behörden in Essen haben jetzt die Gelegenheit zu zeigen, dass der Jugendschutz im Onlinehandel tatsächlich durchgesetzt wird.

Und das passierte nach meinem Anruf

Der Shop war Stunden nach meinem Anruf abgeschaltet worden. Da ist es den Verantwortlichen dann doch noch bewusst geworden, dass bei ihnen die Hütte gerade beginnt lichterloh zu brennen. Weitere Stunden später war der Shop wieder online. Und siehe da, mit Altersverifikation.

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