Im Januar 2026 haben 1.919 Unternehmen in Deutschland Insolvenz beantragt – 4,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) heute. Die Zahl zeigt eine Entwicklung, die auch wortfilter.de seit dem Start seines Newsletters vor einer Woche aus einer anderen Perspektive sieht: Eine auffällig hohe Zahl an E-Mails kommt als Bounce zurück. Adressen aus dem Jahr 2025, Händler, die einfach nicht mehr erreichbar sind.
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Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.
Was Destatis meldet
Die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 14. April 2026 : 1.919 beantragte Unternehmensinsolvenzen im Januar 2026. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich auf rund 3,1 Milliarden Euro – nach 5,3 Milliarden Euro im Januar 2025. Der Rückgang bei den Forderungen klingt wie eine gute Nachricht, ist es aber nicht: Er bedeutet lediglich, dass im Januar 2026 weniger wirtschaftlich bedeutende Großunternehmen betroffen waren. Dafür trifft es mehr kleine und mittlere Betriebe.
Die Insolvenzhäufigkeit bezogen auf 10.000 Unternehmen lag bei 5,4 Fällen. Am härtesten trifft es das Gastgewerbe (9,1 Fälle), Verkehr und Lagerei (8,6) sowie das Baugewerbe (7,8). Der Onlinehandel taucht in der Destatis-Statistik nicht als eigene Branche auf – aber er ist mittendrin.
Was unsere Bounce-Rate verrät
Seit einer Woche versendet wortfilter.de wieder einen Newsletter – an eine Liste, die auch aus dem Jahr 2025 stammt. Das Ergebnis ist bitter: Eine überraschend hohe Zahl an E-Mails bounced. Die Mailserver antworten mit „User unknown“ oder „Domain not found“. Die Adressen existieren nicht mehr.
Was bedeutet das konkret? Ein Onlinehändler, der sein Geschäft aufgibt, kündigt selten seinen Newsletter. Er schließt seinen Shop, gibt möglicherweise seine geschäftliche Mailadresse auf, und der Domainvertrag läuft aus. Irgendwann fängt der Mailserver an, alle eingehenden Mails mit einem Fehler zurückzuschicken. Genau das sehen wir.
Die Bounce-Rate ist ein Seismograf für das, was in der Breite des deutschen Onlinehandels gerade passiert. Natürlich gibt es andere Erklärungen für einzelne Bounces – Adresswechsel, IT-Probleme, Servermigrationen. Aber die Häufung in einer frischen Liste aus 2025 deutet darauf hin, dass die Händler aufgegeben haben.
Der Kontext: Onlinehandel unter Druck
Die Insolvenzzahlen von Destatis bilden nur einen Teil der Realität ab. Das Statistische Bundesamt erfasst ausschließlich Insolvenzen, die über ein gerichtliches Verfahren laufen. Wer sein Gewerbe still aufgibt, seinen Shop einfach abschaltet und keine Schulden hat, taucht in keiner Insolvenzstatistik auf. Die tatsächliche Zahl der Geschäftsaufgaben im Onlinehandel dürfte deutlich höher liegen.
Der bevh hatte für das erste Quartal 2026 keine Erholung gemeldet. Chinesische Plattformen wie Temu und Shein haben den Markt verändert. Steigende Retourenkosten, höhere Plattformgebühren, sinkende Margen – die Liste der Belastungen für kleine und mittlere Onlinehändler ist lang. Wer 2020 oder 2021 in den Onlinehandel eingestiegen ist, weil die Pandemie die Umsätze hochgetrieben hat, verkauft heute vielleicht nicht mehr.
Was das für dich bedeutet
Die Destatis-Zahlen für Januar 2026 sind ein Datenpunkt in einer längeren Reihe. Das Bundesamt weist selbst darauf hin, dass der tatsächliche Insolvenzantrag im Schnitt rund drei Monate vor der statistischen Erfassung liegt. Was wir jetzt sehen, spiegelt die Lage vom Oktober und November 2025 wider. Seither hat sich die konjunkturelle Lage nicht grundlegend verbessert.
Die Bounces in unserem Postausgang erzählen dieselbe Geschichte – nur stiller.





