97 Prozent der deutschen Industrieunternehmen setzen bereits Industrie-4.0-Anwendungen ein – und die nächste Stufe ist eingeläutet. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie rücken humanoide Roboter und KI-gestützte Automatisierung in den Fokus der deutschen Fertigung. Die Zahlen zeigen, wo die Industrie steht und wohin sie will.
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Industrie 4.0 ist gelebte Praxis – aber KI bleibt Nachzüglerthema
Die Bitkom-Befragung von 555 Industrieunternehmen ab 100 Beschäftigten (zur Presseinformation ) zeichnet ein klares Bild: Industrie 4.0 ist keine Vision mehr, sondern Alltag. 89 Prozent der befragten Unternehmen messen ihr eine sehr große oder eher große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit bei. KI folgt mit 78 Prozent auf dem Fuß.
Gleichzeitig sehen sich 46 Prozent der deutschen Industrieunternehmen beim KI-Einsatz als Nachzügler oder haben nach eigener Einschätzung den Anschluss bereits verpasst. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) befürchtet, die KI-Revolution zu verschlafen – neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert bringt es auf den Punkt: „KI ist nicht mehr nur eine einzelne Anwendung, sie wird zur wohl wichtigsten Basistechnologie in industrieller Entwicklung, Fertigung und Betrieb.“

Humanoide Roboter: Produktivitätsfaktor oder Hype?
Der Bereich, der die Gemüter am stärksten bewegt, sind humanoide Roboter. 64 Prozent der Industrieunternehmen sind überzeugt, dass sie die Industrie produktiver machen. 68 Prozent wollen, dass Deutschland sie schnell selbst entwickelt und auf den Weltmarkt bringt.
Auf der anderen Seite hält fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) humanoide Roboter für einen vorübergehenden Hype, 41 Prozent sagen, die Technologie koste mehr als sie bringe. Heute im Einsatz sind sie erst bei 6 Prozent der Unternehmen – 72 Prozent haben das Thema noch gar nicht auf dem Radar.
Der Blick in die Zukunft fällt dennoch positiv aus: 97 Prozent können sich zumindest langfristig vorstellen, dass humanoide Roboter in der Produktion breit eingesetzt werden. 20 Prozent rechnen damit innerhalb der nächsten zehn Jahre.

China gibt das Tempo vor – Deutschland liegt auf Platz drei
Im internationalen Vergleich sieht die Selbsteinschätzung der deutschen Industrie ernüchternd aus. Nur 10 Prozent der Unternehmen sehen Deutschland beim Thema Industrie 4.0 international vorne. China führt mit 34 Prozent, die USA folgen mit 21 Prozent.
Hinzu kommt der wirtschaftliche Druck: 58 Prozent der Industrieunternehmen befürchten, dass die aktuelle Konjunktur die Digitalisierung bremsen wird. 27 Prozent wollen 2026 trotzdem mehr in Industrie-4.0-Technologien investieren als im Vorjahr.

Was das für Onlinehändler mit Industriebezug bedeutet
Die Studie ist nicht nur für Produktionsbetriebe relevant. Wer Industriebedarf, Maschinen, Komponenten oder B2B-Produkte online verkauft, spürt die Verschiebungen direkt: Die Nachfrage nach automatisierungsnahen Produkten, Sensorik, Robotikzubehör und digitalisierten Fertigungshilfsmitteln wird durch diese Entwicklung mittelbar angetrieben. Gleichzeitig steigt der Druck, eigene Logistik- und Lagerprozesse zu digitalisieren – auch dort halten KI-basierte Lösungen und zunehmend physische Automatisierung Einzug.





