Bereits im Dezember wussten Medien zu vermelden, dass Alibaba in Deutschland und Frankreich Büros eröffnet. Unklar ist bisweilen die Strategie, die Alibaba damit verfolgt. Neuigkeiten gibt es nun von der B2B Plattform Alibaba.com.

Alibaba und seine Helfer

Alibaba wählte nun die Innsbrucker Agentur ICC als globalen Servicepartner aus. Sie steht deutschsprachigen Händlern als Partner zur Verfügung und hilft, deren Produkte auf Alibaba.com verfügbar zu machen. Das Ziel ist es, bei der Verbreitung deren Produkte auf den Märkten in Asien, Nordamerika und Indien Hilfestellung zu leisten. Als 1. Onlinehändler wird ein Tiroler Naturshop betreut: 4betterdays.com.

Das Aufgabengebiet der ICC besteht aus 2 Bereichen: Zum Einen ist es Aufgabe der Agentur, interessierte Händler zu identifizieren und umfangreich zu Schulen. Zum Anderen leistet die Agentur technische Hilfestellung, zum Beispiel bei der Anbindung von Alibaba an bestehende Warenwirtschaftssysteme.

Informationen aus 1. Hand

In einem Gespräch mit Herrn Frischmann, Geschäftsführer der ICC, erhielt ich Informationen aus 1. Hand. Der Fokus von Alibaba liegt zunächst auf der eigenen B2B Plattform. Ziel sei es, deutschsprachige Händler mit ihren Produkten auf Alibaba zu listen. Die Zielmärkte sind Asien, Nordamerika und Indien.

Hierfür stehen umfangreiche Schulungsprogramme der ICC zur Verfügung. Technisch bietet Alibaba mit seiner API eine hervorragende Lösung, damit sich Händler oder Dienstleister anbinden können. Alibaba und Herr Frischmann freuen sich auf Kontakte zu Schnittstellenentwicklern. Der ICC unterstützt interessierte Händler aber auch bei der Produktrecherche sowie bei der Einrichtung kompletter Auftritte und Shop-Lösungen.

Händler erhalten auch bei der Logistik umfangreiche Hilfestellung. Mit Logistikpartnern und Warehouse-Services in den Märkten, stehen den Händlern umfangreiche Möglichkeiten zur Verfügung, die den Verkauf in den Zielregionen erleichtern.

Interessierte Händler und Dienstleister können sich an Albin Sikman von der ICC wenden. Seine Kontaktdaten könnt ihr bei mir erfragen. Leider sind die Informationen noch sehr dürftig. Der ICC betonte, dass das Projekt grade erst starte.

Wer handelt schon auf Alibaba.com?

Schaut selber einmal auf Alibaba.com. Dort findet ihr schon ein paar deutsche Anbieter. Ihr könnt eure Suchergebnisse nach Regionen ordnen. Viele der Anbieter sind Handelshäuser, die sich ausschließlich mit dem In- und Export von Gütern beschäftigen. Allerdings findet ihr auch die einen oder anderen kleinen Händler, die ebenfalls auf eBay und Amazon präsent sind. Ich habe mit mehreren kleineren Händlern, die dort ihre Produkte anbieten, gesprochen. Zusammenfassend berichten alle, dass sie ein durchaus erfolgreiches und lohnendes Geschäft auf Alibaba installiert haben. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass sich diese Erfahrung auf die B2B Plattform Alibaba.com beschränkt.

Was kostet der Spaß?

Es gibt bei Alibaba 3 Preismodelle. Den „Gold Supplier Basic“, „Standard“ und „Premium“. Der Basic-Tarif kostet 1399 $ und wird mit einem Anfragepaket in Höhe von 500 $ als Einstieg angeboten. Da Alibaba auch eine Vielzahl von Rabatten gewährt, macht es Sinn, vor Buchung eines Tarifes nach einem Preisnachlass zu fragen. Hier die Kontaktmailadresse: [email protected]

Mein Fazit:

Es findet sich auf Alibaba ein ganzer Blumenstrauß von deutschen Angeboten. Händler, echte Hersteller und sogar mehrere Brauereien habe ich gefunden. Teilweise sind deren Accounts bis zu 8 Jahre alt. Daraus lässt sich ableiten, dass das B2B Geschäft auf Alibaba.com funktioniert.

Wer Unterstützung für seine Aktivitäten in China und dem Aufbau eines China-Geschäfts benötigt, kann sich gerne an mich wenden. Ich leite eure Anfragen gerne an eine in Deutschland lebende Chinesin weiter, die beratend tätig ist.

Ich finde die Plattform Alibaba.com sehr interessant und habe selbst langjährig Erfahrungen sammeln dürfen. Ich selber nutzte Alibaba.com zur Beschaffung. Also den Import.

Die B2C Plattform Aliexpress.com öffnet sich leider noch nicht für europäische Händler und somit bleibt es nach wie vor nur chinesischen Händlern vorbehalten, ein weltweites B2C-Geschäft zu etablieren. Das finde ich schade.