Der Onlinehändler Galaxus hat gemeinsam mit YouGov 2.663 Personen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich zu ihren Schlafgewohnheiten befragt. Das Ergebnis liefert Onlinehändlern im Bettwaren-Segment verwertbare Marktdaten: Europa schläft zwar im selben Bett – aber mit unterschiedlichem Zubehör.

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Was teilen, was trennen: der Bettdecken-Split

In Italien und Frankreich schlafen vier von fünf Paaren unter einer gemeinsamen Decke. In Österreich und Deutschland bevorzugen drei von fünf Paaren individuelle Bettdecken. Für Onlinehändler, die europaweit verkaufen, bedeutet das: Produktlisting und Sortimentsplanung müssen nach Zielmarkt differenziert werden. Wer in Deutschland und Österreich Bettdecken-Sets für Doppelbetten anbietet, sollte zwei Einzeldecken (135×200 cm) als Standardoption führen. Für den italienischen und französischen Markt ist dagegen die gemeinsame Doppelbettdecke (200×200 cm oder 240×220 cm) das marktgerechte Format – Angebote mit zwei Einzeldecken stoßen dort auf geringere Nachfrage.

Das gilt auch für Bezüge: Im DACH-Raum laufen Kissenbezüge und Bettdeckenbezüge als Einzelartikel. In Italien und Frankreich sind Sets mit einer großen Deckenbezug-Einheit die Norm. Wer beide Märkte mit einem einheitlichen Sortiment bedient, verschenkt Conversion-Potenzial.

Schnarchen als Produkttreiber

Jede zweite Person in Europa stört sich am Schnarchen des Partners. Frauen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz sind mit zwei von drei Betroffenen überdurchschnittlich stark belastet. Das befeuert eine Produktkategorie, die auf Marktplätzen wächst: Anti-Schnarch-Produkte, Schlafkopfhörer mit ANC sowie Schlaftracker. Händler, die diese Kategorien führen, profitieren von einem dauerhaften Nachfragesockel – unabhängig von saisonalen Effekten. Oder aber ihr präsentiert eine werbeaussage wie zum Beispiel „Mit dieser Decke schnarcht dein Partner weniger“.

Unruhiger Schlaf als zweiter Störfaktor

Am zweithäufigsten nennen Befragte den unruhigen Schlaf des Partners als Störquelle. Weitere Konfliktherde sind unterschiedliche Schlafrhythmen und Deckenklau. Letztes Stichwort ist buchstäblich ein Kaufmotiv: Wer die Decke nicht teilen will, kauft eine zweite. Händler können diesen Bedarf mit Bundles (zwei Einzeldecken + zwei Bezüge) gezielt adressieren.

Getrennte Zimmer: Nischenmarkt

Fast ein Fünftel der Befragten in der Schweiz und den Nachbarländern schläft in getrennten Betten, Zimmern oder Wohnungen. Das entspricht einem Kaufimpuls für vollständige Bettausstattungen – zweimal alles. Wer Matratzen, Bettgestelle oder Bettwaren-Sets als Einzelprodukte ohne Paardynamik bewirbt, trifft diese Käufergruppe.

Einordnung

Galaxus ist als Onlinehändler selbst im Bettwaren-Segment aktiv und nutzt die Daten zur Sortimentskommunikation. Für andere Onlinehändler sind die Zahlen trotzdem verwertbar – als Basis für marktspezifische Produktbeschreibungen, Listing-Anpassungen und Werbekampagnen nach Zielland. Und der Autor ist sich sicher, nass über 95% aller KMU diese oder ähnliche Zahlen innerhalb ihrer Kategorien nicht kennen und nicht umsetzen.

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