Die FloOne Cloud-Wawi wirbt mit einem Preisdeckel von 119,90 € im Monat, direktem Kontakt zum Entwickler und einer vollautomatischen Differenzbesteuerung für Gebrauchtware. Hinter dem Angebot steht keine deutsche GmbH, sondern die SellerTech LLC aus Sheridan im US-Bundesstaat Wyoming – betrieben wird die Software laut Anbieter aus Frankfurt am Main. Wortfilter hat alle öffentlich zugänglichen Seiten von floone.de ausgewertet: Funktionen, Module, Preisstaffel, AGB, Wissensdatenbank und die Vergleichsseiten, die der Anbieter selbst gegen Billbee, JTL und Odoo gestellt hat. Dieser Beitrag beschreibt, was die Software laut Anbieter kann, welche Probleme von Onlinehändlern sie konkret adressiert und wo sie sich von JTL, PlentyONE, Afterbuy, DreamRobot und Billbee unterscheidet. Getestet wurde die Software nicht – alle Funktionsangaben stammen vom Anbieter.
Inhaltsverzeichnis
- LLC aus Wyoming, Telefonnummer aus Israel, Server in Deutschland
- Von eBay bis DATEV in drei Klicks – was im Basis-Tarif steckt
- Acht Module zwischen 19 und 129 Euro – das kostet der Ausbau
- 8,90 € Grundgebühr, Deckel bei 119,90 € – und 49 € je Extra-Nutzer
- Fünf Händlerprobleme, die FloOne lösen will
- Kein SLA, US-Fernzugriff, Löschung nach 30 Tagen – das Kleingedruckte
- FloOne gegen JTL, PlentyONE, Afterbuy, DreamRobot und Billbee
- Alleinstellungsmerkmal: Marge je Artikel im Mischsortiment – mit Vorbehalt
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LLC aus Wyoming, Telefonnummer aus Israel, Server in Deutschland
Das Impressum nennt als Anbieter die SellerTech LLC, 30 N Gould Street, Sheridan, WY 82801, USA. Diese Adresse ist ein bekannter Registered-Agent-Standort (ein Dienstleister, der für tausende Firmen als Zustelladresse fungiert). Als Kontakt steht eine israelische Mobilnummer (+972) mit WhatsApp-Option, eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in der EU gibt es nicht, stattdessen eine US-Steuernummer (EIN). Als EU-Vertreter nach Art. 27 DSGVO ist eine Agentur in Dublin benannt. Auf der Amazon-SP-API-Seite , die für Amazons Prüfer geschrieben ist, heißt es: Betrieb und Administration erfolgen aus Frankfurt am Main, die Daten liegen bei Hetzner in Deutschland.
Angaben zu Gründungsjahr, Kundenzahl oder Teamgröße fehlen auf der gesamten Website. Mehrere Formulierungen – „Du schreibst direkt mit dem Entwickler“, „Anfrage über das Hinweis-Feld auf dem Dashboard“ – deuten auf ein sehr kleines Team hin. Die Software selbst ist jung: Die WooCommerce-Anbindung ist laut Anbieter seit April 2026 produktiv, die ELSTER-Registrierung beim Bundeszentralamt für Steuern datiert ebenfalls auf April 2026, die Conrad-E-Rechnung läuft seit dem 14. September 2026 im Echtbetrieb. Die AGB tragen den Stand 22. Oktober 2026. Es gilt deutsches Recht, Gerichtsstand ist Frankfurt am Main.
Von eBay bis DATEV in drei Klicks – was im Basis-Tarif steckt
FloOne bezeichnet sich als Multichannel-ERP (Enterprise Resource Planning, hier: Warenwirtschaft mit Buchhaltungsanbindung) und als SaaS-Middleware (Software, die zwischen Marktplätzen, Zahlungsdiensten, Carriern und Buchhaltung vermittelt). Der Kern ist der Bestellimport aus allen angebundenen Kanälen alle 30 Minuten, die automatische Steuerklassifizierung beim Import und der Export als DATEV-Buchungsstapel im EXTF-Format (das Importformat für DATEV-Kanzleien). Die folgende Tabelle fasst zusammen, was laut Preisseite im Basis-Tarif enthalten ist.
| Bereich | Funktionen im Basis-Tarif (laut Anbieter) |
|---|---|
| Marktplätze & Shops | eBay, Amazon (SP-API), Shopify, WooCommerce, Mirakl (MediaMarkt, Saturn, Conrad, Galeria), Refurbed; Etsy „demnächst“ |
| Zahlungen | PayPal, Stripe; Shopify Payments, Klarna-Zuordnung bei Shopify; Billbee-Import optional |
| Versand | Labels für DHL, DPD, GLS, UPS, Internetmarke; Pickliste, Bulk-Labels, Print Cloud (Druck-Agent für Etikettendrucker), Tracking-Rückmeldung an eBay, Amazon, Shopify, WooCommerce, Mirakl, Refurbed |
| Rechnungen | PDF mit eingebetteter ZUGFeRD-XML (E-Rechnung nach EN 16931), Gutschriften mit eigenem Nummernkreis, Drift-Warnung bei nachträglicher Bestelländerung, VIES-Prüfung von USt-IDs, SMTP-Versand über den eigenen Mailserver |
| Buchhaltungs-Export | DATEV (EXTF, SKR03/SKR04, Beraternummer/Mandantennummer, Prüf-CSV), Lexoffice (Voucher-Push), sevDesk, BuchhaltungsButler |
| Steuerlogik beim Import | OSS-Steuersätze je EU-Lieferland, §13b Reverse Charge nach Leistungserbringer (eBay Europe vs. eBay GmbH, Amazon Luxemburg, Shopify Irland), §25a-Erkennung, Drittlandsexport, Kleinunternehmer |
| eBay-Gebühren | Import über Finances API, OCR-Abgleich der eBay-Monatsrechnung (FNEU/CREU-PDF) gegen API-Daten, Delta-Report |
| Artikel | SKU, EAN, Bilder, EK-Preise, Custom-Attributes, Bestandssync über alle Kanäle, automatische Artikelanlage beim Import, CSV-Import mit deutscher Header-Erkennung |
| GPSR | Hersteller-Stammdaten zentral, Crowd-Pool bekannter Marken, Auto-Anwendung auf Rechnung und eBay-Listing; Amazon/Shopify/Etsy „in Vorbereitung“ |
| Konto & Sicherheit | 2 Benutzer, Rollen (Owner, Admin, Buchhalter, Lager, Picker), Multi-Mandant (Kanzlei-Modus), 2FA, Login-Forensik 12 Monate, Admin-Zugriffsprotokoll, Tokens verschlüsselt at rest |
| Auswertung | Gewinn-Dashboard mit echten EK-Preisen, Refund-Analyse, Fehler-Queue |
| Historie | Bis zu 90 Tage rückwirkender Import (API-Limit der Marktplätze), historischer Erstimport kostenlos |
Noch nicht fertig sind laut Website: Amazon PAN-EU (innergemeinschaftliche Verbringungen zwischen FBA-Lagern – wartet auf eine zusätzliche Amazon-Rolle), Etsy, eine öffentliche REST-API (nur Beta-Warteliste), der ELSTER-Live-Submit der Umsatzsteuer-Voranmeldung (bislang PDF zum manuellen Eintragen) und ein Kanzlei-Dashboard für Steuerberater.
Acht Module zwischen 19 und 129 Euro – das kostet der Ausbau
Alles, was über Bestellimport, Rechnung, Versand und Export hinausgeht, ist Modul. Die Module sind laut Anbieter einzeln buchbar und einzeln kündbar. Preise netto pro Monat, Stand der Preisseite Oktober 2026.
| Modul | Preis/Monat | Inhalt (laut Anbieter) |
|---|---|---|
| Lager (WMS) | 129,00 € | Lager → Zone → Location mit Barcodes, Pick & Pack, Two-Stage-Picking, Mobile-PWA (Web-App ohne App-Store) mit Kamera-Scanner, Push bei neuer Pickliste, Offline-Queue mit Idempotency-Keys, Inventur (Voll/Zone/Spot), Wareneingang, Umlagerung, Pack-Verifikation per Scan, Produktivitätsreport |
| Dropshipping | 129,00 € | Übergabe an Lieferanten per Workflow-Regel, Sendungsnummer vom Lieferanten holen und an Marktplatz melden, Lieferantenbestand spiegeln, Probelauf, je Lieferant eigene Schnittstelle „auf Anfrage“ |
| Differenzbesteuerung (§25a) | 129,00 € | Einkaufsbelege auch bei Barzahlung, Eigenbeleg für Privatankauf, Aufzeichnungen nach §25a Abs. 6 UStG, Marge je Artikel auch negativ, Zwei-Konten-Split im DATEV-Export, Mischsortiment, Ausland; Einkauf-Modul enthalten |
| Einkauf | 39,00 € | Lieferantenbestellungen mit Teillieferungen, Wareneingang mehrfach je Bestellung, Bestell- und Zählliste als CSV, EK-Preis aus Wareneingang in Artikel übernehmen |
| eBay-Listing | 79,00 € | Single- und Varianten-Listings, Multi-Market DE/AT/CH, Bestand/Preis auf bestehende Angebote pushen, GPSR-Auto-Apply, Templates, Preview vor Push, Cooldown gegen Doppel-Pushes; Bulk-Push und Auktionen auf der Roadmap |
| Belege | 69,00 € | OCR für Eingangsrechnungen mit Buchungsvorschlag, Auto-Confirm mit 11 Prüfbedingungen (Standard: aus), Lieferanten-Matching über USt-ID, Beleg samt Bild im DATEV-Stapel, Erinnerung an fehlende Belege |
| Serienrechnungen | 19,00 € | Wiederkehrende Ausgangsrechnungen mit ZUGFeRD, pausierbar, Stopp nach drei Fehlläufen |
| Autoteile-Listing-App | 110,00 € | Mobile App zum Einstellen von Autoteilen bei eBay mit Fahrzeug- und Teiledaten; jede weitere Lizenz 55 € |
| FloOne Betreuung | 179,00 € | Fester Ansprechpartner, Reaktion bis zum nächsten Werktag zugesagt, Telefon und WhatsApp, Wartung individueller Anbindungen; eigener Servicevertrag |
Auffällig: Auf den Lösungsseiten zu Lager , Belegen und eBay-Listing steht noch „Preis auf Anfrage“, die Preisseite nennt feste Beträge. Die Seite „Warum FloOne?“ führt die Differenzbesteuerung unter „inklusive“, die Preisseite als 129-Euro-Modul. Die Auflösung liefert die Preisseite selbst: Die Erkennung von §25a beim Bestellimport ist im Basis-Tarif, die Einkaufserfassung und Margenberechnung sind Modul. Das UStVA-Modul mit ELSTER-Übermittlung wird auf der UStVA-Seite als „Buchhaltungs-Modul“ beschrieben, taucht in der Modulliste der Preisseite aber nicht auf.
8,90 € Grundgebühr, Deckel bei 119,90 € – und 49 € je Extra-Nutzer
Abgerechnet wird monatlich nachträglich nach importierten Bestellungen. Retouren, Gutschriften und Stornos im Importmonat zählen nicht. Zwei Benutzer sind enthalten, jeder weitere kostet 49,00 € im Monat – unabhängig von Rolle und Modulen. Dieser Posten taucht in den Vergleichsrechnungen des Anbieters nicht auf. Die Testphase dauert 30 Tage ohne Kreditkarte, danach ist eine Zahlungsmethode (Stripe oder Rechnung) nötig. Monatlich kündbar, keine Einrichtungsgebühr.
| Bestellungen/Monat | Staffelpreis | Monatspreis (Beispiel) |
|---|---|---|
| 0 | Grundgebühr | 8,90 € |
| 1–100 | + 0,22 €/Bestellung | 100 → 30,90 € |
| 101–300 | + 0,14 €/Bestellung | 200 → 44,90 € |
| 301–600 | + 0,09 €/Bestellung | 500 → 76,90 € |
| 601–1.000 | + 0,06 €/Bestellung | 1.000 → 109,90 € |
| 1.001–1.200 | + 0,05 €/Bestellung | 1.200 → 119,90 € (Cap) |
| ab 1.201 | + 0,055 € bzw. 0,06 €/Bestellung | 2.000 → 163,90 €; 5.000 → 328,90 € |
Beim Preis oberhalb des Deckels widerspricht sich die Website: Startseite und FAQ nennen 0,055 € je weiterer Bestellung, die Preisseite 0,06 €. Bei 5.000 Bestellungen macht das 19 € Unterschied im Monat. Die Umsatzsteuer kommt obendrauf – per Reverse-Charge-Verfahren (der Kunde meldet die Steuer selbst an und zieht sie als Vorsteuer wieder ab), weil der Anbieter in der EU nicht umsatzsteuerlich registriert ist. Dafür ist eine gültige USt-IdNr. des Händlers Pflicht. Kleinunternehmer ohne USt-IdNr. fallen damit praktisch aus der Zielgruppe.
Fünf Händlerprobleme, die FloOne lösen will
Die Lösungsseiten sind durchgehend nach dem Muster „Das Problem – Die Lösung“ aufgebaut. Die folgende Tabelle ordnet die fünf Probleme, die am häufigsten wiederkehren, der jeweils beschriebenen Funktion zu.
| Problem im Händleralltag | Was FloOne laut Anbieter tut |
|---|---|
| Der Steuerberater bekommt einen Billbee-CSV-Export und bucht 3–4 Stunden im Monat von Hand; eBay-Gebühren werden aus PDFs abgetippt, Erstattungen manuell zugeordnet. | Fertiger DATEV-Buchungsstapel mit Einzelbuchung je Transaktion, Geldtransit über 1360/1460, identische Belegnummern für automatischen OPOS-Ausgleich, Prüf-CSV zur Kontrolle. Verkäufe, Gebühren und Erstattungen aus allen Kanälen in einer Datei. |
| eBay-Gebühren werden falsch gebucht: Provisionen der eBay Europe S.à r.l. gehören unter §13b Reverse Charge, Leistungen der eBay GmbH enthalten 19 % Vorsteuer. Fehler führen zu Vorsteuerkorrekturen. | Erkennung des Leistungserbringers je Gebührenposition, Buchung mit dem passenden Steuerschlüssel; OCR-Abgleich der Monatsrechnung gegen die API-Summe, Rechnungsbetrag hat Vorrang. |
| Gebrauchtware neben Neuware: §25a Abs. 6 UStG verlangt getrennte Aufzeichnungen, die Rechnung darf für §25a-Positionen keine Steuer ausweisen, die Marge muss je Artikel ermittelt werden – in Excel. | Je Artikel §25a oder Regelbesteuerung, je Position in derselben Bestellung getrennt besteuert, Versand regulär, Eigenbeleg beim Privatankauf, Marge automatisch (auch negativ = 0 € Steuer), DATEV-Split auf 8193/8191 bzw. 4138/4136. §25a-Ware läuft nicht über OSS. |
| Conrad stellt auf das One-Creditor-Modell um: Der Händler muss Conrad für jede Bestellung eine XRechnung nach EN 16931 stellen, max. 16 Zeichen Rechnungsnummer, keine Gutschriften, Versandpauschale 3 € unter 85 € netto. Fehlerhafte Rechnungen werden abgelehnt, die Zahlung verzögert sich. | XRechnung 3.0 automatisch beim Versand, alle Conrad-Pflichtfelder inkl. Seriennummern/IMEI, Urheberrechtsabgabe je Position, Versandpauschale nach Regel, Versand nur der XML an Conrads Rechnungseingang, Gutschriften gesperrt. Validiert mit dem KoSIT-Prüfer. Einrichtung als Dienstleistung zum Festpreis. |
| GPSR-Daten (Hersteller, EU-Verantwortlicher, Warnhinweise) müssen je Plattform und je SKU gepflegt werden; Marktplätze nehmen Listings ohne Daten aus dem Verkauf. | Hersteller als zentrale Entität, Artikel verweist darauf, Änderung wirkt auf alle künftigen Rechnungen und eBay-Listings; Crowd-Pool für bekannte Marken; Export für Amazon/Shopify, bis die Auto-Anwendung dort kommt. |
Zwei weitere Punkte betreffen Amazon-Händler: Der Anbieter beschreibt, dass Amazons eigene Rechnungsfunktion (VCS) weder §25a-Rechnungen noch den §13b-Ausweis für Gebühren der Amazon Services Europe S.à r.l. abdeckt – FloOne beantragt dafür die SP-API-Rollen „Tax Invoicing“ und „Direct-To-Consumer Shipping“. Und für PAN-EU-Teilnehmer soll jede Lagerverschiebung zwischen EU-Ländern als innergemeinschaftliche Verbringung (fiktive Lieferung nach §3 Abs. 1a UStG) mit DATEV-Doppelbuchung, ZM-Datei und UStVA-Zeile 41 erfasst werden – diese Funktion ist noch nicht freigeschaltet.
Kein SLA, US-Fernzugriff, Löschung nach 30 Tagen – das Kleingedruckte
Die AGB vom 22. Oktober 2026 sind ungewöhnlich ausführlich für einen Anbieter dieser Größe. Relevante Punkte für Onlinehändler: Eine Verfügbarkeitsquote wird ausdrücklich nicht vereinbart (§ 8), Wartungsfenster werden 48 Stunden vorher angekündigt. Der Anbieter kann den Vertrag mit drei Monaten Frist kündigen, der Kunde monatlich. Preisänderungen sind höchstens einmal pro Kalenderjahr mit vier Wochen Ankündigung und Sonderkündigungsrecht möglich. Nach Vertragsende bleiben die Daten 30 Tage abrufbar, dann werden sie unwiderruflich gelöscht – eine Langzeitarchivierung für die zehnjährige Aufbewahrungspflicht leistet FloOne ausdrücklich nicht, der Händler muss exportieren. E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Endkunden löscht das System 30 Tage nach Zustellung automatisch und nicht abschaltbar.
Datenschutzrechtlich räumt der Anbieter selbst ein, dass Wartungs- und Supportzugriffe aus den USA eine Drittlandübermittlung nach Kapitel V DSGVO darstellen, abgesichert über Standardvertragsklauseln. Transaktionale E-Mails laufen über den US-Dienst Resend. Der Kunde muss laut AGB eigene Backups ziehen und jeden Export vor Weitergabe an Finanzamt oder Steuerberater selbst prüfen; eine Verletzung dieser Prüfpflicht gilt als Mitverschulden. FloOne übermittelt keine Steueranmeldungen und erzeugt für OSS nur die Meldedatei.
FloOne gegen JTL, PlentyONE, Afterbuy, DreamRobot und Billbee
Der Vergleich stützt sich auf die öffentlichen Preis- und Funktionsseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026, alle Beträge netto. Afterbuy hat zum 1. Juli 2026 neue Tarife eingeführt , Billbee rechnet nach einem Preis-Slider ab. JTL hat sein Modell ebenfalls umgestellt: Die Wawi-Edition „Start“ ist kostenlos und bindet laut JTL-Preisseite über 30 Marktplätze ohne Zusatzlizenz an – jede Bestellung von Amazon, eBay oder Shopify kostet aber ein Auftragspaket (100 Bestellungen 25 €, 250 → 45 €, 500 → 79 €, 1.000 → 129 €, 10.000 → 699 €; darüber ab 0,22 € je Auftrag). Der DATEV-Export (JTL2DATEV) ist erst ab der Edition Advanced (99 € im Jahresabo, 119 € monatlich) enthalten, Pro kostet 329/369 €. Dazu kommt ein Windows-Server mit MS-SQL – gehostet ab rund 50 € im Monat. Die Aussage auf FloOnes JTL-Vergleichsseite, eazyAuction sei eine „separate kostenpflichtige Lizenz“, ist damit überholt. Die fünf Anbieter wurden für diesen Beitrag nicht befragt.
| Kriterium | FloOne | JTL-Wawi | PlentyONE | Afterbuy | DreamRobot | Billbee |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anbieter / Sitz | SellerTech LLC, Wyoming (USA); Betrieb Frankfurt | JTL-Software GmbH, Hückelhoven | PlentyONE GmbH, Kassel | ViA-Online GmbH, Krefeld | DreamRobot GmbH, Bielefeld | Billbee GmbH, Twistetal |
| Betriebsmodell | Cloud, Browser + Mobile-PWA | Windows-Desktop + MS-SQL, lokal oder gehostet (Hosting ab ca. 50 €/Monat) | Cloud | Cloud | Cloud | Cloud |
| Einstiegspreis | 8,90 € + 0,22 €/Bestellung | Start 0 € + Auftragspaket 100 = 25 € + Hosting ca. 50 € ≈ 75 € | Lite 59 € (5 Nutzer) | Starter 19 € (12 Monate) bzw. 23 € monatlich, bis ca. 330 Transaktionen, darüber 0,25 € | Basic/100 29,95 € (12 Monate), + 0,20 €/Bestellung darüber | 9 € + Staffel (100 Bestellungen ≈ 48 €) |
| Beispiel 500 Marktplatz-Bestellungen/Monat | 76,90 € | Start + 500er-Paket 79 € + Hosting ≈ 129 €; mit DATEV-Export (ab Advanced 119 €) ≈ 248 € | Lite 59 € / Lite+ 99 € | Growth 59 € + Transaktionspaket (200er 25 €, 2.000er 89 €) ≈ 100–150 € | Basic/500 49,95 € | ca. 125 € |
| Obergrenze | 119,90 € ab 1.200, darüber 0,055–0,06 € | Auftragspaket 10.000 = 699 €, Edition Pro 369 €, Enterprise auf Anfrage | Scale 229 €, Ultimate auf Anfrage | Partner-Tarif bis 50.000 Transaktionen 499 € | Professional bis 50.000, No-Limit auf Anfrage | kein Cap, 0,84 €/Bestellung ab 3.500 bis 20.000 |
| Enthaltene Nutzer | 2, weitere 49 € | unbegrenzt (alle Editionen); WMS-Nutzer 119 €/Monat je weiterem | 5 (Lite) | Sub-Accounts 14,90 € | 1 (Basic), weitere 5 € | unbegrenzt |
| DATEV-Export | nativ, inkl. §13b/OSS/§25a-Split, Prüf-CSV | JTL2DATEV ab Advanced (99/119 €/Monat), nicht in Start | über Plugins/Drittanbieter | Buchhaltungsmodul ab Growth | Buchhaltungsexport | DATEV-Export vorhanden |
| §25a Differenzbesteuerung | Marge je Artikel, Mischsortiment je Position, Zwei-Konten-Split (Modul 129 €) | Artikel-Kennzeichnung und Rechnungshinweis; Margenbuchung nicht beworben | auf der Preisseite nicht beworben | Artikel-Kennzeichnung; Margenbuchung nicht beworben | Artikel-Kennzeichnung; Margenbuchung nicht beworben | Nutzer bemängeln fehlende Unterstützung (ProvenExpert) |
| Lager/WMS | Modul 129 €, mobile PWA | WMS Start 0 € (bis 500 Aufträge), Mobile-App ab WMS Advanced 119/129 €, WMS Pro 349/379 € | enthalten | enthalten | enthalten, Pick & Pack | Bestandsführung; VentoryOne ab 200 Bestellungen |
| eBay-Listings anlegen | Modul 79 € | eazyAuction in allen Editionen enthalten, Bestellabruf über Auftragspaket (s. o.) | enthalten | enthalten | enthalten (Lister) | enthalten |
| Versandlabels | DHL, DPD, GLS, UPS, Internetmarke im Basis-Tarif | Shipping 2.0 Start 0 € (eigene Carrier-Verträge erst mit Advanced), Shipping Advanced 63/75 € | enthalten | enthalten | enthalten | enthalten |
| Mirakl / Conrad E-Rechnung | Mirakl im Basis-Tarif; Conrad-XRechnung mit Festpreis-Einrichtung | über Connector | Mirakl-Anbindungen vorhanden | über Schnittstellen-Partner | App-Tarife je Marktplatz | über Schnittstellen |
| Support | Direkt mit dem Entwickler; Betreuung 179 € | Community (Start), Bronze/Silber/Gold je Edition, Servicepartner ca. 120 €/Std. | Ticket, Account-Manager | Ticket, Hotline | E-Mail, Telefon ab Profi | Ticket, Forum |
| Hosting | Hetzner, Deutschland | eigener Server oder Hoster (ab ca. 50 €), JTL-Cloud-ERP ab 49,99 € | Deutschland | Deutschland | Deutschland | Deutschland |
Bei reinen Bestellkosten liegt FloOne im Bereich von 200 bis 2.000 Bestellungen deutlich unter Billbee und auf Höhe von DreamRobot und Afterbuy – solange zwei Benutzer reichen. Gegenüber JTL fällt der Vergleich je nach Ausbau unterschiedlich aus: Wer nur Bestellungen abholen und versenden will, zahlt bei JTL mit Start-Edition, 500er-Paket und Hosting rund 129 € – mehr als FloOne. Wer den DATEV-Export braucht, landet bei JTL durch die Pflicht zur Advanced-Edition bei rund 248 €, bei FloOne bleibt er bei 76,90 €. Wer bei FloOne Lager, §25a und eBay-Listing dazubucht, liegt bei weiteren 337 € im Monat.
Alleinstellungsmerkmal: Marge je Artikel im Mischsortiment – mit Vorbehalt
Ein Alleinstellungsmerkmal lässt sich benennen: die durchgängige §25a-Kette vom Eigenbeleg beim Privatankauf über die automatische Margenberechnung je Artikel bis zum DATEV-Split auf die Automatikkonten 8193/8191 – und das für Gebraucht- und Neuware in derselben Bestellung, mit korrekt regulär besteuertem Versand und ohne OSS für die §25a-Positionen. Keiner der fünf Vergleichsanbieter bewirbt auf seiner Website eine automatische Margenbuchung je Artikel mit DATEV-Kontensplit; die Kennzeichnung einzelner Artikel als differenzbesteuert samt Rechnungshinweis ist bei JTL, Afterbuy und DreamRobot vorhanden, die Margenermittlung bleibt dort Aufgabe des Steuerberaters oder einer Zusatzlösung. Der Anbieter selbst formuliert es so: „Kein anderes Tool kann das so sauber.“ Ein zweites Merkmal ist die Conrad-One-Creditor-XRechnung mit KoSIT-Validierung, die seit September 2026 produktiv läuft – ein Bedarf, der durch Conrads Modellwechsel gerade erst entstanden ist.
Der Vorbehalt: Das §25a-Modul kostet 129 € im Monat. – Wer Gebrauchtware neben Neuware verkauft und seinem Steuerberater bislang Excel-Listen schickt, findet hier das erste Tool, das diese Liste überflüssig machen will. Ob es das hält, entscheidet nicht die Website, sondern der erste DATEV-Import beim Steuerberater.




