Mit den Afterbuy Preisen 2026 bricht der Krefelder Multichannel-Anbieter mit einer Mechanik, die viele Onlinehändler seit Jahren kritisiert haben: Inflationsausgleich und Bestandsschutzgebühr werden abgeschafft. Ab dem 1. Juli 2026 gilt ein neues Modell mit vier klaren Tarifen – Starter, Growth, Pro und Partner – und monatlich änderbaren Transaktionspaketen. Die maximale Vertragslaufzeit sinkt auf zwölf Monate, die Kündigungsfrist auf drei Monate. Das ist die erste echte Strukturreform seit Einführung der bisherigen Mechanik. Und sie ersetzt diese Mechanik, statt sie zu ergänzen.
Inhaltsverzeichnis
- Was Afterbuy abschafft – und warum das ein Befreiungsschlag ist
- Vier Tarife statt gewachsenes Chaos
- Transaktionspakete: monatlich änderbar – das ist neu
- Was die Umstellung kostet – drei konkrete Rechenbeispiele
- Kurze Kündigungsfristen – endlich Freiheit für Händler
- Der EC1-Hebel – jetzt muss Afterbuy auch liefern
- Eure Meinung ist gefragt
Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.
Was Afterbuy abschafft – und warum das ein Befreiungsschlag ist
Der jährliche Inflationsausgleich, seit 2019 auf individueller Bemessungsgrundlage erhoben, fällt in den neuen Tarifen komplett weg. Auch die ab 2021 eingeführte Bestandsschutzgebühr für ältere Tarifmodelle entfällt. Beide Aufschläge waren der zentrale Kritikpunkt vieler Kunden. Sie galten als intransparent und kumulierten über die Jahre oft erheblich. Mit der Umstellung enden diese Mechanismen vollständig.
Auch die Flatrate-Optionen für Powerseller und Sub-Accounts verschwinden. Stattdessen kommt ein einheitliches Paketmodell. Wer mehr Volumen hat, stuft hoch. Wer weniger braucht, geht runter. Und zwar monatlich zum Folgemonat – nicht erst nach Ablauf einer Mindestlaufzeit. Diese Flexibilität war im alten Modell so nicht gegeben.
Vier Tarife statt gewachsenes Chaos
Die neue Tarifstruktur richtet sich nach Transaktionsvolumen. Starter (vormals Basic) deckt bis ca. 330 Transaktionen pro Monat ab und kostet 19 Euro im Monat bei zwölfmonatiger Laufzeit. Growth (vormals Seller) liegt bei 59 Euro, Pro (vormals Powerseller) bei 149 Euro. Der Partner-Tarif ist High-Volume-Händlern ab ca. 11.200 Transaktionen pro Monat sowie Bestandskunden mit historischen Sondervereinbarungen vorbehalten und wird individuell verhandelt.
Inklusivleistungen wachsen deutlich. Growth bekommt 250 MB Bilderservice und 100 CRM-Tickets pro Monat. Pro liefert 1.000 MB und 1.000 Tickets plus Statistik Pro. Partner kommt mit 5.000 MB und 3.000 Tickets. eRechnung, DKIM-Mailservice (in Entwicklung) und die neue Temu-Anbindung sind ab Growth dabei. Die Details und alle Pakete listet Afterbuy auf der neuen Preisseite . Zum Vergleich mit den alten Konditionen lohnt sich ein Blick auf die bisherige Preisstruktur .
| Position | Vorher | Nachher | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Beispiel A · Seller → Growth (250 Transaktionen/Monat, ohne Aufschläge) | |||
| Grundgebühr | 39,90 € | 59,00 € | |
| Transaktionen / Paket | 37,50 € | 25,00 € | |
| Überschuss-Transaktionen | – | 12,50 € | |
| Summe pro Monat | 77,40 € | 96,50 € | ▲ +25 % |
| Beispiel B · Powerseller (Flatrate) → Pro (2.000 Transaktionen/Monat) | |||
| Grundgebühr | 99,90 € | 149,00 € | |
| Transaktionen / Flatrate | 99,90 € | 89,00 € | |
| Summe pro Monat | 199,80 € | 238,00 € | ▲ +19 % |
| Beispiel C · Powerseller mit Bestandsschutz + Inflationsausgleich → Partner | |||
| Grundgebühr | 99,90 € | 240,00 € | |
| Transaktions-Flatrate | 99,90 € | inkl. | |
| Bestandsschutzgebühr | 24,10 € | entfällt | |
| Inflationsausgleich | 16,10 € | entfällt | |
| Summe pro Monat | 240,00 € | 240,00 € | ● 0 % |
Alle Beträge netto, zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Quelle: Afterbuy GmbH
Transaktionspakete: monatlich änderbar – das ist neu
Verfügbar sind Pakete mit 200, 500, 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 freien Transaktionen ab Growth. Pro und Partner bieten zusätzlich 20.000 und 50.000. Die Preise reichen von 25 Euro (200er) über 89 Euro (2.000er) bis 499 Euro (50.000er). Ab 50.000 Transaktionen verhandelt Afterbuy individuell. Wichtig: Wer überschüssige Transaktionen außerhalb des Pakets fährt, zahlt 25 Cent pro Stück (Starter und Growth) bzw. 15 Cent (Pro). Auch Zusatzmodule wie Schnittstellen oder verkürzte Abrufintervalle sind monatlich kündbar.
Was die Umstellung kostet – drei konkrete Rechenbeispiele
Afterbuy legt drei Beispielrechnungen offen. Ein Seller mit 250 Transaktionen pro Monat ohne Aufschläge zahlte bisher 77,40 Euro und kommt im Growth-Tarif auf 96,50 Euro – plus 25 Prozent. Ein Powerseller mit Flatrate und 2.000 Transaktionen steigt von 199,80 Euro auf 238 Euro – plus 19 Prozent. Wer heute Powerseller mit Bestandsschutz und Inflationsausgleich ist und bei 240 Euro liegt, landet im Partner-Tarif bei stabilen 240 Euro – also null Prozent Veränderung.
Die Tarife sind teurer als die alten Grundgebühren. Dafür entfallen die dynamischen Aufschläge, und die Inklusivleistungen wachsen. Wer heute schon mit Bestandsschutz oder Inflationsausgleich zahlt, profitiert am stärksten von der Umstellung. Sein Gesamtpreis bleibt stabil, der dynamische Mechanismus verschwindet.
Kurze Kündigungsfristen – endlich Freiheit für Händler
Die Standardlaufzeit sinkt auf zwölf Monate, die Kündigungsfrist von sechs auf drei Monate. Wer flexibler bleiben will, wählt den Monatsvertrag mit höherem Monatspreis. Wer sparen will, bucht 24 Monate freiwillig. Niemand muss länger als zwölf Monate gebunden sein. Das ist eine echte Verbesserung – und ein klares Bekenntnis dazu, Kunden über Produktqualität zu halten, nicht über Vertragsbindung.
Bestandskunden werden zum jeweiligen Vertragsverlängerungstermin in das neue Modell überführt. Afterbuy greift nicht in laufende Vertragslaufzeiten ein. Die Information geht den Kunden Ende Mai 2026 schriftlich zu. Drei Wochen Widerspruchsfrist sind eingeräumt. Wer vor seinem regulären Vertragsende wechseln möchte, kann das ab dem 1. Juli 2026 aktiv beim Sales-Team beantragen.
Der EC1-Hebel – jetzt muss Afterbuy auch liefern
Afterbuy gehört seit 2024 zur EC1 Group, gemeinsam mit Gambio, DreamRobot und BayGraph. CEO Friedhelm Tauber führt die Gruppe seit Anfang 2026. Die Pricing-Reform ist Teil eines breiteren Modernisierungsprogramms. Damit die Reform aufgeht, muss Afterbuy jetzt auch produktseitig liefern. Spannend wäre, wenn DreamRobot sich klarer als Einsteiger-Lösung positioniert und der Wechsel ins Profi-System Afterbuy für Händler per 1-Klick funktioniert. Auch BayGraph gehört tiefer in die Systeme integriert – inklusive KI-Optimierungen, Repricer und Amazon-Lösungen.
Aus unternehmensnahen Kreisen ist außerdem zu hören, dass die Afterbuy-API weiter ausgebaut werden soll. Für wechselwillige JTL-Kunden ist das ein Argument. Das jetzige Paket ist günstig und wirkt wie eine „Keine-Kopfschmerzen“-Lösung. Wer aus einer komplexen Eigenlösung kommt, findet hier eine planbare Alternative ohne Inflationsspirale.
Eure Meinung ist gefragt
Die Umstellung ist nachvollziehbar, transparent und für viele Bestandskunden ein Befreiungsschlag. Sie ist aber auch eine Wette darauf, dass Kunden eine ehrliche Preisstruktur mit etwas höheren Grundgebühren akzeptieren – statt jährlicher Aufschläge im Kleingedruckten. Was sind eure Meinungen dazu? Schreibt es in die Kommentare.




