Inflation in Deutschland sinkt auf 1,9 % – Energiepreise drücken, Dienstleistungen treiben weiter
Die Inflation in Deutschland hat sich im Februar 2026 leicht abgeschwächt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – bei +1,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Januar hatte sie noch +2,1 % betragen. Auch im Monatsvergleich blieb die Preisentwicklung moderat: Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber Januar um 0,2 %. Laut Destatis wirkt sich vor allem ein schwächerer Preisanstieg bei Lebensmitteln dämpfend auf die Gesamtinflation aus. Gleichzeitig treiben Dienstleistungen die Preise weiterhin deutlich nach oben.
Inhaltsverzeichnis
- Inflation in Deutschland sinkt auf 1,9 % – Energiepreise drücken, Dienstleistungen treiben weiter
- Energiepreise sinken weiter
- Lebensmittelpreise steigen nur moderat
- Dienstleistungen bleiben Inflationstreiber
- Kerninflation bleibt über 2 %
- Warenpreise steigen nur leicht
- Was Händler aus den Zahlen lernen können? Wenig
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Energiepreise sinken weiter
Einen wichtigen Beitrag zur moderaten Inflation leisten aktuell die Energiepreise. Insgesamt lagen die Preise für Energieprodukte im Februar 1,9 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Besonders deutlich verbilligte sich die sogenannte Haushaltsenergie:
- Erdgas: −4,4 %
- Strom: −4,1 %
- Fernwärme: −1,0 %
Auch Heizöl wurde günstiger (−4,7 %). Hintergrund sind unter anderem politische Maßnahmen wie reduzierte Übertragungsnetzentgelte für Strom und die Abschaffung der Gasspeicherumlage.
Die aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben sich laut Destatis noch nicht auf die Februar-Zahlen ausgewirkt.
Lebensmittelpreise steigen nur moderat
Ein weiterer Faktor für die etwas niedrigere Inflationsrate ist die Entwicklung bei Nahrungsmitteln. Diese verteuerten sich im Jahresvergleich nur um 1,1 %. Im Januar lag der Wert noch bei 2,1 %.
Allerdings zeigen einzelne Produkte weiterhin deutliche Preissprünge:
- Schokolade: +13,7 %
- Rind- und Kalbfleisch: +14,5 %
- Eier: +14,5 %
- Geflügelfleisch: +8,2 %
Deutlich günstiger wurden dagegen einige Grundnahrungsmittel:
- Butter: −32,9 %
- Speiseöle: −19,7 %
- Kartoffeln: −18,1 %
- Molkereiprodukte: −4,9 %
Die Preisentwicklung bei Lebensmitteln bleibt damit weiterhin sehr uneinheitlich.
Dienstleistungen bleiben Inflationstreiber
Während Energiepreise und Lebensmittel die Inflation bremsen, steigen die Preise im Dienstleistungssektor weiterhin deutlich.
Dienstleistungen verteuerten sich im Februar um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr und lagen damit erneut deutlich über der allgemeinen Inflationsrate.
Besonders stark stiegen die Preise bei:
- Dienstleistungen sozialer Einrichtungen: +7,0 %
- kombinierter Personenverkehr: +6,2 %
- Wartung und Reparatur von Fahrzeugen: +5,0 %
- Gesundheitsversicherungen: +4,4 %
- Gastronomie: +3,4 %
Auch die Nettokaltmieten stiegen um 2,1 %, was weiterhin eine wichtige Rolle für die Gesamtinflation spielt.
Wortfilter-Infobox: Wichtige Begriffe zur Inflation
In Berichten über Inflation tauchen häufig Fachbegriffe auf, die nicht sofort verständlich sind. Hier findest du die wichtigsten Begriffe aus der aktuellen Destatis-Meldung einfach erklärt.
Inflationsrate
Die Inflationsrate misst, wie stark die Preise für Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Sie zeigt also, wie schnell Geld an Kaufkraft verliert.
Verbraucherpreisindex (VPI)
Der Verbraucherpreisindex ist die wichtigste Kennzahl zur Messung der Inflation in Deutschland. Er bildet die durchschnittliche Preisentwicklung eines Warenkorbs aus typischen Konsumausgaben der Haushalte ab.
Kerninflation
Die Kerninflation beschreibt die Preisentwicklung ohne die besonders schwankungsanfälligen Bereiche Energie und Lebensmittel. Sie gilt als wichtiger Indikator dafür, wie stabil oder dauerhaft die Inflation tatsächlich ist.
Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)
Der HVPI wird nach EU-weit einheitlichen Regeln berechnet und dient als Vergleichsmaßstab für die Inflation im Euroraum. Die Europäische Zentralbank nutzt ihn zur Bewertung der Preisstabilität.
Wareninflation
Dieser Wert zeigt, wie stark sich die Preise für klassische Konsumgüter wie Lebensmittel, Kleidung oder Elektronik verändern.
Dienstleistungsinflation
Hier wird gemessen, wie stark Preise für Dienstleistungen steigen, zum Beispiel für Gastronomie, Transport, Versicherungen oder Reparaturen.
Vorjahresvergleich
Der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt, wie stark Preise innerhalb eines Jahres gestiegen sind. Diese Kennzahl wird meist für die offizielle Inflationsrate verwendet.
Vormonatsvergleich
Dieser Wert zeigt, wie stark sich Preise im Vergleich zum vorherigen Monat verändert haben. Er gibt Hinweise auf kurzfristige Preisbewegungen.
Kerninflation bleibt über 2 %
Ein genauer Blick auf die sogenannte Kerninflation zeigt, dass der Preisdruck in vielen Bereichen weiterhin hoch ist.
Die Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel lag im Februar bei 2,5 % – und damit deutlich über der Gesamtinflation von 1,9 %.
Das zeigt: Der Rückgang der Inflation wird derzeit vor allem durch Energiepreise und einzelne Lebensmittelgruppen verursacht, während viele andere Bereiche weiterhin teurer werden.
Warenpreise steigen nur leicht
Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im Februar um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr.
Einige Produkte verteuerten sich jedoch deutlich stärker:
- Kaffee, Tee und Kakao: +16,7 %
- alkoholfreie Getränke: +5,3 %
- Tabakwaren: +4,7 %
Günstiger wurden dagegen unter anderem:
- Haushaltsgroßgeräte: −3,1 %
Was Händler aus den Zahlen lernen können? Wenig
Für Händler im E-Commerce zeigen die aktuellen Inflationszahlen ein gemischtes Bild. Einerseits sorgt die moderate Inflation dafür, dass die Kaufkraft der Verbraucher stabil bleibt. Andererseits steigen insbesondere Dienstleistungen weiterhin deutlich – etwa in Bereichen wie Transport, Reparatur oder Gastronomie. Für den Onlinehandel relevant:
- Energiepreise sinken aktuell, was Logistikkosten stabilisieren kann
- Lebensmittelpreise steigen langsamer als zuletzt
- Dienstleistungen und Mobilität werden weiterhin teurer
Die Inflation bleibt damit zwar unter Kontrolle, aber in den Zahlen sieht keiner den Angriffskrieg der Amerikaner im Nahen-Osten. Dieser dürfte in den kommenden Monaten diese nicht schlechten Zahlen kaputt machen.





