Kritische Berichterstattung über Marktplätze kostet eBay am Ende 55,7 Millionen Dollar. So viel zahlen der Konzern und drei frühere Führungskräfte an Ina und David Steiner, die mit EcommerceBytes jahrelang kritisch über eBay berichteten – bis die Sicherheitsabteilung lebende Kakerlaken und einen Trauerkranz an ihre Privatadresse schickte, wie auch Wortfilter berichtet . Überrascht hat mich der Vergleich nicht. In der Dimension habe ich nichts Vergleichbares erlebt. Aber nach fast zwölf Jahren Wortfilter kenne ich jede Spielart von Gegenwind – vom eingeschlafenen Kontakt bis zum Tierkot im Briefkasten.

Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.

Je größer die Plattform, desto professioneller der Ärger

Ausgerechnet mit den großen Plattformen läuft der Umgang am saubersten. Wer viel Presse abbekommt, hat gelernt, damit umzugehen. Die Reaktionen fallen trotzdem sehr unterschiedlich aus.

eBay: Missfallen ohne Drohung

Mit eBay verbindet mich eine lange Geschichte, mal besser, mal schlechter, phasenweise volatil. Eines muss man dem Unternehmen lassen: Es macht seinem Missfallen Luft. Passt ein Bericht nicht ins Bild, spürst du das, aber eher subtil. Gespräche werden zäh, die Stimmung kippt, Kontakte schlafen ein.

Beeinflusst hat mich das nie. Es hat allerdings dazu geführt, dass eBay mich zeitweise lieber gar nicht mehr gesehen hätte.

Amazon: Ein Satz, der fast keine Drohung war

Ein früherer Pressesprecher sagte mir in einem persönlichen Gespräch sehr deutlich, dass ihm meine Art der Berichterstattung missfalle – und dass das Auswirkungen auf die künftige Zusammenarbeit haben könne. Eine Drohung war das nicht. Eindeutig war es trotzdem.

Otto: Funkstille, aber kein Streit

Mit Otto verbindet mich wenig. Kaum Austausch, kaum Berührungspunkte, kein Konflikt. Ich glaube sie nannten mich einmal einen kleinen unwichtigen Blogger.

Kaufland und Idealo: Nach München war die Bühne besetzt

Mit Kaufland gab es über Jahre einen guten Draht. Nach einer kritischen Phase meiner Berichterstattung änderte sich das. Deutlich wurde es nach einer Veranstaltung in München: Nach einem kontroversen Austausch auf der Bühne wollten weder Kaufland noch Idealo anschließend mit mir gemeinsam auf einer Bühne stehen. Vermutlich war ich an dem Tag zu direkt.

Das gehört dazu. Wer unabhängig berichtet, kann nicht erwarten, dass jeder dauerhaft begeistert ist.

TikTok redet, SHEIN und Alibaba schweigen

Bei den chinesischen Plattformen ist das Bild gespalten. Mit Alibaba und SHEIN gibt es praktisch keinen Kontakt, mit Temu doch. Mit TikTok aber ein ausgesprochen gutes Verhältnis: offen, professionell.

Genau das wäre der Maßstab. Man kann sich respektieren, ohne einer Meinung zu sein.

Je kleiner der Dienstleister, desto persönlicher der Angriff

Im Umfeld einiger E-Commerce-Dienstleister wird es emotional. Je kleiner das Unternehmen und je persönlicher die Kritik genommen wird, desto häufiger wird versucht, mir das Leben schwer zu machen.

Über Jahre läuft ein Blog, der fast ausschließlich gegen mich schrieb. Heute weiß ich, wer dahinterstand: ein Akteur aus dem Umfeld eines Dienstleisters, über dessen Gründer ich zuvor sehr kritisch berichtet hatte. Sie boten einst Bilder-Urheberschutz und in einem anderen Unternehmen Inkasso-Dienstleistung an. Juristisch waren die Betroffenen gegen mich vorgegangen – ohne Erfolg. Danach folgten die persönlichen Angriffe im Blog.

Aktualisiert wird er nicht mehr. Der Grund ist traurig: Sein Betreiber starb 2020.

Ein Einzelfall blieb das nicht. Versuche, meinen Ruf zu beschädigen oder meine Arbeit zu diskreditieren, gab und gibt es immer wieder. Richtig erfolgreich war keiner.

Tierkot, Fake-Inserate und meine angebliche Insolvenz

Was Leser selten mitbekommen: Persönliche Angriffe gehören zum Alltag.

  • Mir wurde Tierkot zugeschickt.
  • Mein Auto wurde mit meiner Telefonnummer zum Verkauf inseriert. Danach stand das Telefon nicht mehr still.
  • Im Netz wurde behauptet, ich sei insolvent.
  • Auf Kleinanzeigen erschienen Anzeigen, deren einziger Zweck es war, mich zu belästigen.

Mit sachlicher Kritik hat das nichts zu tun. Es geht ums Einschüchtern. Mit dem Fall Steiner ist das nicht vergleichbar. Das Prinzip dahinter schon: Wer kritisch berichtet und Missstände öffentlich macht, macht sich nicht nur Freunde.

Ein ERP-Anbieter, fremde Prozesskosten und Chats über meine Person

Ein Vorgang sticht heraus. Über einen größeren Anbieter von ERP- und Warenwirtschaftssystemen (Software zur Steuerung von Lager, Bestellungen und Buchhaltung) berichte ich regelmäßig kritisch.

Es wurde dort mehrfach versucht, Druck auf Personen auszuüben, die mit mir zusammenarbeiteten oder es vorhatten. Und es wurden außerdem Prozesskosten übernommen, die meiner ehemaligen Lebensgefährtin in gerichtlichen Auseinandersetzungen gegen mich entstanden sind. Mir liegen zudem Chats vor, in denen ordentlich abwertend über meine Person gesprochen wird.

Darüber berichte ich in Kürze ausführlich – mit Ross und Reiter!

Wer anonym austeilt, sagt mehr über sich als über mich

Gegenwind kann ich ab. Anonyme Kampagnen verstehe ich bis heute nicht. Wer meine Berichterstattung für falsch hält, hat Mittel: das Gespräch, die Gegendarstellung, den Rechtsweg. Und den öffentlichen Widerspruch. Aber bitte mit offenem Visier. Wer sich hinter anonymen Blogs, Fake-Profilen und Verleumdungskampagnen versteckt, sagt mehr über sich selbst aus als über den, den er treffen will.

89 Euro, 450 Euro – gute Presse steht nicht auf der Preisliste

Der überwiegende Teil der Zusammenarbeit läuft professionell, respektvoll und oft über viele Jahre. Viele Pressestellen wissen, dass kritische Berichterstattung kein persönlicher Angriff ist.

Unternehmen wollen auf Wortfilter auch werben. Dafür gibt es klare Wege. Ein Eintrag im Wortfilter-Dienstleisterverzeichnis kostet derzeit 89 Euro im Monat. Bezahlte Unternehmensvorstellungen und Sponsored Posts veröffentliche ich auf Anfrage Ein Sponsored Post mit Backlink startet bei 450 Euro, nach oben gibt es keine Grenze.

Meine Loyalität gehört nicht denen, über die ich schreibe

Unabhängiger Journalismus lebt davon, unbequeme Themen anzusprechen – in der großen Redaktion wie im spezialisierten Blog. Wer das tut, gefällt nicht jedem. Die meisten Unternehmen gehen professionell damit um. Einige nicht.

Meine Loyalität schulde ich nicht den Unternehmen, über die ich schreibe, sondern meinen Leserinnen und Lesern.

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