Ein neues eBay SEO Tool aus Bad Aibling will Onlinehändlern zu besseren Rankings verhelfen: MarketDock verbindet sich per OAuth mit dem eBay-Konto, liest alle aktiven Listings ein und bewertet sie nach einem eigenen Punktesystem, das eBays Suchalgorithmus Cassini nachbilden soll. Hinter dem Dienst steht Nico Maurer von Form-3d aus Bad Aibling. Das Tool richtet sich nur an gewerbliche Händler und läuft auf Deutsch und Englisch. Wir haben uns Funktionen, Preise und Datenschutz angesehen.

Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.

Ein Score von 0 bis 100 soll zeigen, wo es hakt

Kern ist die Cassini-Score-Analyse. Das Tool prüft jedes Listing nach eigenen Angaben gegen über 23 Faktoren – Titel, Kategorie, Item Specifics (die Produktmerkmale), Bildanzahl und Zeichenlänge. Für jeden Faktor gibt es eine Einzelbewertung, dazu einen Gesamtscore von 0 bis 100. So sieht ein Händler auf einen Blick, wo der größte Hebel liegt.

Wichtig zur Einordnung: Diese Skala ist die Metrik des Anbieters, keine offizielle eBay-Kennzahl. Cassini legt seine Gewichtung nicht offen, deshalb bleibt der Score eine Annäherung und kein Blick in eBays Maschinenraum.

Keywords kommen direkt aus der eBay-Suche

Die Live-Keyword-Recherche zieht ihre Daten aus echten eBay-Suchanfragen und ergänzt sie um eine KI-Bewertung samt Relevanz-Score. Händler sehen, welche Begriffe Käufer wirklich eingeben, und zu jedem Keyword auch dessen Score und die Position im Titel.

Dazu kommt die Konkurrenz-Analyse: Sie stellt die eigenen Listings den Top-Wettbewerbern derselben Kategorie gegenüber und zeigt die Lücke. Ein Marktpreis-Vergleich bündelt außerdem die Preise von eBay, Amazon, Geizhals und Otto auf einem Schirm.

Wenn die KI Titel und Beschreibung neu schreibt

Aus der Analyse erzeugt das Tool konkrete Vorschläge: einen optimierten Titel, eine überarbeitete Beschreibung und fehlende Produktmerkmale. Der Anbieter beschreibt den Ablauf in fünf Schritten – Account verbinden, Faktoren prüfen, Markt und Konkurrenz auswerten, KI-Vorschläge erzeugen, Score und Umsetzung.

Ergebnisse lassen sich per CSV exportieren. eBay ist erst der Anfang: Amazon.de, Kaufland und Otto sollen mit derselben Analyse-Logik folgen. Einen Termin nennt der Anbieter nicht.

Anbindung ohne Passwort, aber mit US-CDN

Die eBay-Verbindung läuft über OAuth 2.0, also ohne Passworteingabe beim Tool. Die Zugriffs- und Refresh-Tokens speichert MarketDock nach eigenen Angaben AES-256-verschlüsselt, Passwörter liegen als bcrypt-Hash vor. Tracking-Cookies setzt der Dienst keine, die Zahlung läuft über Mollie.

Für die KI-Analyse werden Produktdaten an Modelle übermittelt, laut Datenschutzerklärung auf EU-Servern und ohne Daten der Endkäufer. Als CDN dient Cloudflare, womit auch Verbindungsdaten in die USA fließen – abgesichert über das EU-U.S. Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln.

Gratis starten, danach wird gestaffelt

MarketDock beginnt mit 14 Tagen Test ohne Kreditkarte. Der kostenlose Starter erlaubt fünf Analysen pro Tag (maximal zehn im Monat) ohne Konkurrenz-Analyse. Base kostet 10 Euro im Monat mit 1.000 Listings und 20 Analysen täglich, Pro 20 Euro mit drei Nutzern, 5.000 Listings, 100 Analysen und Konkurrenz-Analyse.

Enterprise liegt bei 38 Euro im Monat ohne Limits und mit API-Zugang auf Anfrage. Wer jährlich zahlt, spart 20 Prozent. Eine kleine Unsauberkeit steckt im FAQ: Dort ist von einem „Business“-Tarif die Rede, den die Preisliste gar nicht führt.

Meinung des Autors

Der Cassini-Score taugt als Richtwert, solange Händler ihn nicht als eBay-Wahrheit lesen.

Als Kompass ist das Tool richtig gut. Es zeigt gravierende Mängel in den eigenen Listings, die einem im Tagesgeschäft entgehen – fehlende Merkmale, zu kurze Titel, verschenkte Keywords. Wer das schwarz auf weiß sieht, will sofort nachbessern.

Mir gefallen vor allem zwei Dinge: die Keyword-Recherche aus echten eBay-Suchen und der Score, der jede Schwäche einzeln benennt. Dazu der Preis – für 10 bis 20 Euro im Monat bekommt man eine Analyse, die sonst Stunden Handarbeit kostet. Das ist preiswert. Der Score bleibt die Sicht des Anbieters, aber als Arbeitsgrundlage ist er sein Geld wert.

Melde dich zum wöchentlichen Newsletter an!