Westfalia.de wieder online: Neue Eigentümer, bekannte Namen – und ein Logistikzentrum zum Verkauf
Die Traditionsmarke Westfalia ist zurück. Wortfilter berichtete über das Abschalten der Seite . Seit November 2025 ist der Onlineshop westfalia.de wieder online. Betreiber ist nun die Hajus AG, wie aus Unternehmensdaten hervorgeht.
Laut North Data ist die Hajus AG aus der Hamelner Brauhaus AG hervorgegangen. Die Marke Westfalia wurde offenbar aus der Insolvenzmasse übernommen und im Oktober 2025 auf die Hajus AG umgeschrieben.
Damit stellt sich Westfalia neu auf – mit Akteuren, die im E-Commerce keine Unbekannten sind.
Vorstand mit E-Commerce-Erfahrung
Aktueller Vorstand der Hajus AG ist Stanislav Maer. Maer ist Mitgründer von autoteile-meile.de und war zudem an reifen.de beteiligt, das heute zur Delticom AG gehört. Und es gibt Bezüge zu Autodoc.
Die Hajus AG ist damit kein Newcomer im Onlinehandel. Zum Portfolio gehören unter anderem auch Plattformen wie:
- boni-shop24.de
- ich-zapfe.de
Westfalia reiht sich also in eine bestehende E-Commerce-Struktur ein und zwar als neue Markenakquisition.
Altes Westfalia-Logistikzentrum in Hagen steht zum Verkauf
Parallel zum Neustart des Shops wurde bekannt, dass das ehemalige Westfalia-Logistikzentrum in Hagen veräußert werden sol l.
Eckdaten der Immobilie:
- Kaufpreis: 10,8 Mio. Euro
- Lagerfläche: ca. 21.000 m²
- Grundstück: über 30.000 m²
- Zusätzliche Expansionsfläche: ca. 7.000 m²
- Büro- & Sozialflächen: ca. 1.700 m²
- Betrieb: bis Mitte 2025 aktiv genutzt
Die Immobilie wird inklusive Fördertechnik, Flurförderzeugen und Hochregalanlagen mit rund 8.000 Stellplätzen angeboten.
Herzstück ist eine Demag-Förderanlage, die einen automatisierten Pick-&-Pack-Prozess mit einer Kapazität von bis zu 1.200 Aufträgen pro Stunde ermöglicht. Laut Verkäufer ist die Anlage betriebsbereit und sofort nutzbar.
Lage: Stark – keine Frage
Das Logistikzentrum liegt verkehrsgünstig zwischen den Autobahnen A1 und A45.
Die Paketzentren von DHL und DPD sind laut Angaben nur zwei Minuten entfernt. Ein 24/7-Betrieb ist grundsätzlich möglich.
Für E-Commerce-Unternehmen oder Logistikdienstleister hat das objektiv eine sehr gute Lage.
Aber: Der Preis ist kein Schnäppchen
Trotz der guten Ausstattung ist der aufgerufene Kaufpreis von 10,8 Mio. Euro angesichts der aktuellen Marktlage für Logistikimmobilien ambitioniert.
Noch wichtiger: Die genannte Kapazität von 1.200 Aufträgen pro Stunde klingt beeindruckend – relativiert sich aber schnell.
Rechenbeispiel:
- 1.200 Aufträge / Stunde
- 8-Stunden-Schicht = 9.600 Aufträge pro Tag
Für größere E-Commerce-Player ist das keine High-End-Skalierung, sondern eher gehobenes Mittelmaß.
Wer über Mehrschichtbetrieb, Peak-Zeiten oder starkes Wachstum nachdenkt, sollte sehr genau kalkulieren.
Meinung
Na, dann können wir hoffen, dass westfalia.de jetzt überlebt. Der Shop hat in den vergangenen Jahren turbulente Zeiten erlebt. Die neuen Marken- und Domaininhaber sind erfahren und scheinen finanziell gut aufgestellt zu sein. Sie verfügen über ausgeprägtes Datenverständnis, was sich aus ihren Erfahrungen im Automotive-E-Commerce ableiten lässt. Spannend sind dabei die Verflechtungen zu Autodoc sowie der Umstand, dass in den C-Level-Strukturen Personen mit russischem Hintergrund überwiegen.
Der Preis der Logistikimmobilie wirkt allerdings ambitioniert. Die monatlichen Kosten für eine Hypothek dürften sich – je nach Finanzierung – zwischen 30.000 und 50.000 Euro bewegen. Hinzu kommen Betriebs- und Personalkosten. Damit sich das rechnet, muss über das Lager ein erhebliches Auftragsvolumen laufen.




