Die Amazon SP-API Gebühren sind vom Tisch. Was im März noch als „Aufschub “ verkündet wurde, ist heute Morgen per Mail an die Solution Provider zur endgültigen Absage geworden. Amazon stoppt die geplanten Gebühren für die Selling Partner API komplett – jährliche Grundgebühr und Nutzungsgebühr fallen ersatzlos. Für Onlinehändler ist die Kostenlawine im Hintergrund damit final abgewendet.
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Amazon zieht heute Morgen den Stecker
Heute Morgen ging eine Mail von Amazon an alle Solution Provider raus. Wörtlich heißt es darin: „Wir hatten zuvor eine Änderung der Entwicklergebühren für die SP-API-Nutzung angekündigt und respektieren Ihr Feedback zu diesen geplanten Änderungen. Nach sorgfältiger Überlegung haben wir uns entschieden, zu diesem Zeitpunkt nicht mit der Einführung von Gebühren für die Nutzung der SP-API und jährliche Gebühren fortzufahren.“
Im März hatte Amazon die Gebühren nur „verschoben“ und für den Herbst neue Zeitpläne angekündigt. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Die Entscheidung steht.
Das Solution Provider Portal wird umgebaut
Amazon kündigt in der Mail bereits die nächsten Schritte an. In den kommenden Wochen verschwindet das Dashboard „Gebührenvorschau“ aus dem Solution Provider Portal (SPP). Anbieter, die bereits eine Kreditkarte hinterlegt haben, können diese ab sofort wieder löschen – Amazon stellt dafür im SPP einen direkten Link bereit.
Das ist die operative Bestätigung, dass die Gebühren wirklich gestoppt sind. Wenn Amazon die technische Infrastruktur zurückbaut, kommt sie so schnell nicht wieder.
Was ursprünglich geplant war
Im November 2025 hatte Amazon die neue Preisstruktur für die SP-API angekündigt. Geplant waren eine jährliche Grundgebühr für Lösungsanbieter und zusätzliche Kosten für hohe API-Nutzung. Im Februar 2026 ging die erweiterte Stufe live. Wie Wortfilter bereits im März berichtete , ruderte Amazon nach Kritik aus der Branche zurück und schob die Einführung erst einmal auf.
„Guten Tag!
Unsere Entwickler-Community ist uns sehr wichtig. Wir hatten zuvor eine Änderung der Entwicklergebühren für die SP-API-Nutzung angekündigt und respektieren Ihr Feedback zu diesen geplanten Änderungen. Nach sorgfältiger Überlegung haben wir uns entschieden, zu diesem Zeitpunkt nicht mit der Einführung von Gebühren für die Nutzung der SP-API und jährliche Gebühren fortzufahren.
Die Unterstützung Ihrer Innovationen, Entwicklungen und Wachstumschancen hat oberste Priorität. Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit, die es möglich macht, den Verkäufern bei Amazon hochwertige Lösungen bereitzustellen.
In den kommenden Wochen werden wir Aktualisierungen am Solution Provider Portal (SPP) vornehmen, die dieser Entscheidung entsprechen, beispielsweise das Entfernen des Dashboards „Gebührenvorschau“. Wenn Sie bereits eine Kreditkarte angegeben haben, können Sie diese jetzt über diesen Link im SPP löschen.
Wir möchten Sie weiterhin bei der Erstellung der nächsten Generation von Lösungen für Verkaufspartner unterstützen.
Vielen Dank für Ihr Engagement als wichtiger Teil in der Amazon Verkaufspartner-Community.
Betroffen wären ERP-Systeme wie JTL, Repricer, Analyse-Tools wie Amalyze oder Helium10 und Multichannel-Software gewesen. Jedes dieser Tools führt täglich Millionen API-Abfragen aus. Die Anbieter hätten die Mehrkosten an die Händler weitergegeben – aus einer technischen Infrastrukturmaßnahme wäre eine indirekte Gebührenerhöhung für Amazon-Seller geworden.“, so der Mail-Inhalt.
Amazon hatte ein Glaubwürdigkeitsproblem
Parallel zur API-Gebühr hatte Amazon seine Verkaufsprovisionen und FBA-Gebühren teilweise gesenkt. Diese Entlastung wäre durch teurere Händler-Tools faktisch aufgehoben worden. Die Marketingbotschaft „Wir senken die Gebühren“ hätte sich im operativen Alltag der Händler nicht wiedergefunden.
Auch deshalb war der Druck aus der Solution-Provider-Community groß. Softwareanbieter müssen Preise langfristig kalkulieren. Eine nutzungsabhängige API-Gebühr mit unklaren Volumenprognosen macht das praktisch unmöglich. Amazon hat diese Kritik nun in zweiter Runde anerkannt – und konsequent gehandelt.
Was Toolanbieter und Händler jetzt tun sollten
Solution Provider mit hinterlegter Kreditkarte sollten diese zeitnah über den SPP-Link entfernen. Solange das Dashboard „Gebührenvorschau“ noch existiert, kann ein Blick lohnen, um die eigene historische Nutzung zu dokumentieren – danach verschwindet die Übersicht.
Für Händler stellt sich die Frage, ob Toolanbieter, die in den vergangenen Monaten Preiserhöhungen mit steigenden API-Kosten begründet haben, ihre Tarife noch einmal überprüfen. Die JTL-Preiserhöhung ist hier nur das prominenteste Beispiel. Wer im laufenden Vertrag steht, hat jetzt ein neues Argument für die Verhandlung.
Was bleibt von der ganzen Episode
Die SP-API bleibt für Solution Provider kostenlos. Ein Präzedenzfall ist damit gesetzt: Amazon kann Gebühren-Pläne unter Marktdruck zurücknehmen. Das ist in der Geschichte des Konzerns selten genug, um es festzuhalten. Die Diskussion über die Monetarisierung der Amazon-Infrastruktur ist trotzdem nicht beendet – sie ist nur vertagt. Amazon wird in den kommenden Jahren neue Wege suchen, um aus dem eigenen Ökosystem zusätzliche Erlöse zu ziehen. Die SP-API gehört dann vermutlich nicht mehr dazu.





