JTL Mitarbeitende haben sich zu einer verdeckten Gruppe zusammengeschlossen und suchen die Öffentlichkeit. Der Investor HG Capital und damit der Verantwortliche Benedikt Joeris, steht massiv in der Kritik. Kürzlich erschien in der offiziellen JTL-Software-Gruppe auf Facebook ein Posting mit der Überschrift „Die Stimme aus dem Untergrund“. Minuten später war es verschwunden. Wortfilter.de liegt der Screenshot vor, dazu eine Mail vom 3. Juli 2026, die über das Whistleblower-Formular einging. Beide Quellen richten sich an denselben Adressaten: den britischen Finanzinvestor Hg, seit Oktober 2023 Hauptgesellschafter der JTL-Software GmbH.

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Minuten sichtbar, dann gelöscht

Das Posting stand unter dem Accountnamen „Peter Leo Wischhusen“. Ob dahinter eine reale Person steckt oder ein gemeinsames Pseudonym der Gruppe, lässt sich von außen nicht klären. Die Mail an das Whistleblower-Formular von wortfilter.de ist mit „Peter“ gezeichnet. Der Screenshot zeigt zwei Likes und einen Zeitstempel von neun Minuten. Danach war der Beitrag aus der Gruppe entfernt.

Hier der vollständige Wortlaut, wie er im Screenshot dokumentiert ist:

Die Stimme aus dem Untergrund

Wer wir sind:
Wir sind eine geschlossene, wachsende Gruppe von aktiven Mitarbeitern aus dem Herzen des Unternehmens. Wir sehen täglich, wie die Substanz von JTL für kurzfristige Excel-Tabellen der Investoren geopfert wird.

Unsere Mission:
Wir werden die Augenwischerei und das taktische Vorgehen des Managements nicht länger schweigend hinnehmen. Die Fassade des „fairen Arbeitgebers“ bröckelt, und wir beschleunigen diesen Prozess.

Die Strategie:
Die Wahrheit kommt ans Licht – und zwar häppchenweise. Wir werden die realen Zustände, das Missmanagement und den Umgang mit Mitarbeitern koordiniert und sukzessive über verschiedene Kanäle (Social Media, Bewertungsportale, Branchen-Insider, Fachpresse) an die Öffentlichkeit bringen.

Motto der Gruppe:
Wenn ein Investor die Identität eines Unternehmens zerstört, verliert er das Recht auf das Schweigen derer, die es aufgebaut haben.

Die Gruppe kündigt damit selbst an, koordiniert und portionsweise vorzugehen. Diese Ansage gehört zur Einordnung dazu. Wer eine Kampagne ankündigt, betreibt eine Kampagne.

65 Milliarden Dollar und ein Fonds namens Mercury

Hg ist ein Londoner Private-Equity-Haus, das ausschließlich in Software und softwarenahe Dienstleistungen investiert. Zum Zeitpunkt des JTL-Einstiegs meldete Hg rund 400 Mitarbeiter, 65 Milliarden US-Dollar verwaltetes Vermögen und über 50 Portfoliounternehmen mit einem aggregierten Unternehmenswert von mehr als 135 Milliarden US-Dollar. Zu den bekanntesten Deals zählen der 12,2 Milliarden Dollar schwere Kauf des skandinavischen Softwarehauses Visma im Jahr 2020, die Übernahme von Ideagen für eine Milliarde Pfund 2022 und zuletzt der Zugriff auf OneStream für rund 6,4 Milliarden Dollar im Januar 2026.

JTL Software Posting

JTL landete nicht in einem dieser Milliardenfonds. Der Einstieg lief über Hg Mercury 4, den Fonds für kleinere Mittelstandsziele. Die börsennotierte HgCapital Trust plc steuerte davon rund 8,1 Millionen Pfund bei, weitere institutionelle Hg-Kunden investierten daneben. Die Gesamtsumme blieb unveröffentlicht. Im Vorfeld hatten die Gründer Thomas und Janusch Lisson die Investmentbank Houlihan Lokey mandatiert, kolportiert wurde eine Bewertung zwischen 200 und 300 Millionen Euro.

Der Notartermin fand am 6. Oktober 2023 statt, die Pressemitteilung folgte am 12. Oktober. Hg beriet dabei die Kanzlei Milbank unter Führung der Partner Norbert Rieger und Sebastian Heim, JTL wurde von Dechert um Private-Equity-Partner Dominik Stühler betreut. Die Gebrüder Lisson blieben als Minderheitsgesellschafter und im Beirat an Bord.

Das sind die Verantwortlichen bei Hg

Das öffentliche Gesicht des Deals ist Benedikt Joeris , Partner bei Hg. Er zeichnete in der Mitteilung vom Oktober 2023 für die Investmentthese verantwortlich und verwies darauf, dass Hg seit fast zwei Jahrzehnten im ERP-Segment aktiv sei und dort rund acht Milliarden Dollar investiert habe.

Zum 1. Juli 2024 wurde Dario Tato CFO von JTL . Zuvor arbeitete er als Principal bei Hg. Der Investor besetzte damit die Finanzfunktion des Portfoliounternehmens aus den eigenen Reihen. JTL formulierte das in der Mitteilung offen und hob Tatos Erfahrung in Private Equity und M&A hervor.

Parallel wechselte die operative Spitze komplett. Wolfgang Hilpert kam im Januar 2024 als CPTO, Sebastian Evers übernahm Ende April 2024 den CEO-Posten vom bisherigen Chef Ralph Schweiker. Evers verantwortete zuvor bei d.velop als Co-CEO die SaaS-Transformation. Innerhalb von neun Monaten nach dem Einstieg saß damit eine neue Geschäftsführung im Haus, das Finanzressort in der Hand eines früheren Hg-Manns.

Der CTO, der beim Dienstleister ebenfalls unterschreibt

Die anonyme Mail hebt einen Punkt hervor, der sich vollständig aus öffentlichen Quellen belegen lässt. Seit dem 16. Juli 2025 ist Rafael Regh CTO von JTL . Gleichzeitig führt er als Geschäftsführer die Coduct Solutions GmbH, ein auf Cloud-Transformation spezialisiertes Beratungshaus. JTL schreibt das selbst in die Pressemitteilung.

Coduct beriet JTL bereits monatelang bei der Cloud-Strategie, bevor Regh den CTO-Posten übernahm. Er half nach Darstellung des Unternehmens dabei, die technologische Basis der JTL-Cloud zu schaffen. Danach rückte er an die Spitze der Technikorganisation, die über Aufträge an externe Dienstleister entscheidet. Laut Impressum vertritt Regh die Coduct GmbH gemeinsam mit Dr. Daniel J. Kurth, eingetragen unter HRB 35887 beim Amtsgericht Kleve. Zur Coduct-Gruppe mit rund 100 Mitarbeitenden gehören außerdem der PIM-Anbieter Ainavio, bei dem Regh als CTO wirkte, sowie die CODE LEAP AG, deren Aufsichtsrat er vorsaß.

Trotzdem stellt sich eine Governance-Frage: Wer verhandelt auf welcher Seite, wenn JTL Entwicklungsleistungen einkauft und der Einkaufsverantwortliche beim Anbieter Geschäftsführer ist. Genau diese Frage stellt die anonyme Quelle, und sie beantwortet sie mit dem Verdacht auf gesteuertes Outsourcing. Belege dafür liegen wortfilter.de nicht vor.

50 Kündigungen, kein Betriebsrat, Führungsebene unverändert

Anfang März 2026 trennte sich JTL von rund 50 Mitarbeitenden , etwa einem Viertel der Belegschaft. Die Betroffenen erfuhren davon in einem unternehmensweiten Call. Wenige Stunden später lagen Aufhebungsverträge im Postfach, kurz darauf waren die Systemzugänge gesperrt.

Betroffen waren nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld vor allem Entwicklung, Support, Produktmanagement und Dokumentation. Die Führungsebenen blieben unverändert. Einen Betriebsrat gibt es bei JTL bis heute nicht , entsprechend entfiel die Anhörung nach § 102 BetrVG. Presseanfragen von wortfilter.de zu Umfang und Hintergrund blieben damals unbeantwortet.

Wer die Chronologie nebeneinanderlegt, erkennt das Muster, das die Gruppe beschreibt: Zukäufe und Preisanhebungen auf der einen Seite, Personalabbau in der Produktentwicklung auf der anderen. Sieben Zukäufe zählte wortfilter.de innerhalb von zwei Jahren, darunter countX, GREYHOUND, ninepoint und Returnless.

Was in der Mail steht

Die Zuschrift vom 3. Juli 2026 erhebt vier Vorwürfe. Erstens ein Kennzahlen-Diktat: Entscheidungen richteten sich nach den KPI-Erwartungen der Investoren statt nach dem Bedarf der Händlerbasis. Zweitens eine internationale Matrixorganisation, die kurze Wege ersetze und Kompetenzgerangel erzeuge. Drittens die Verlagerung von Kernaufgaben an externe Dienstleister. Viertens der Vorwurf, JTL lasse kritische Bewertungen auf kununu über Medienanwälte systematisch entfernen und schöne so den Arbeitgeber-Score.

Hallo Marc,

nachfolgendes nochmals als E-Mail:

Peter am 03.07.2026 um 12:57
Nachfolgendes hat nichts mit dem Thema zu tun, aber wir möchten Infos zu dem Chaos, was bei JTL herrscht mit Dir teilen und hoffen eine gute Reichweite zu erreichen!

Investoren-Rendite statt Händler-Fokus: Wie Private Equity die DNA von JTL zerlegt

Die JTL-Software GmbH war jahrelang der Liebling des deutschen E-Commerce-Mittelstands: bodenständig, nah am Kunden und getragen von einem hochmotivierten, internen Entwickler- und Support-Team. Doch seit dem Einstieg des Private-Equity-Giganten Hg Capital im Jahr 2023 und der vollständigen Übernahme durch den neuen CEO im Spätsommer 2024 bröckelt die Fassade. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Interner Druck, die Auslagerung von Kernkompetenzen und eine aggressive PR-Strategie, die sogar vor der systematischen Löschung von Arbeitnehmer-Kritik auf Plattformen wie Kununu nicht zurückschreckt, bestimmen das Bild.

Hier ist die Zusammenfassung der internen Abläufe und strukturellen Verwerfungen bei JTL:

  1. Der „Private Equity“-Effekt: Hg Capital und der radikale Kulturwandel

Seit dem Einstieg des Investors Hg Capital hat sich der Fokus von JTL radikal verschoben. Ging es früher darum, eine stabile, bezahlbare ERP-Lösung für Online-Händler zu entwickeln, steht heute die Maximierung des Unternehmenswerts („Shareholder Value“) für den späteren Weiterverkauf im Vordergrund.

Kennzahlen-Diktat statt Praxisnähe: Entscheidungen werden nicht mehr danach getroffen, was die Händlerbasis benötigt, sondern welche Kennzahlen (KPIs) die Investoren in London sehen wollen.

Das Matrix-Experiment: JTL wird derzeit in eine komplexe, internationale Matrixorganisation gepresst. Grenzübergreifende Hierarchien ersetzen die kurzen Dienstwege. Das führt intern zu massiver Ineffizienz, Kompetenzgerangel und Frust auf Management-Ebene, während der Gründer-Spirit komplett ausradiert wurde.

  1. Kahlschlag beim Personal: Druck, Outsourcing und Überlastung

Das Verhalten der neuen Geschäftsführung gegenüber der Belegschaft hat zu einem historischen Tiefpunkt der Mitarbeiter-Moral geführt. Um die Profitabilität künstlich aufzublähen, wird ein drastischer Sparkurs auf dem Rücken der Angestellten gefahren:

Stellenabbau durch die Hintertür: Unter dem Deckmantel von „Umstrukturierungen“ werden gezielt Stellen im Kernbereich (Entwicklung, QA, Support) gestrichen. Versprochene Gehaltserhöhungen werden wortlich gestrichen, usw.

Die Outsourcing-Falle: Anstatt auf das über Jahre aufgebaute, interne Know-how zu setzen, lagert JTL Kernaufgaben zunehmend an externe Dienstleister (wie z. B. Coduct) aus. Das Ziel ist klar: Personalkosten flexibilisieren und die Bilanz für den Investor bereinigen.
Und Achtung: der CTO von JTL Rafael Regh ist gleichzeitig GF von der Firma Coduct!

Zusammenbruch der verbleibenden Teams: Die verbleibenden Mitarbeiter und Teamleiter müssen die Last der entlassenen Kollegen auffangen. So kapitulieren Führungskräfte reihenweise unter der Arbeitslast, während das Management die Augen verschließt.

  1. Zensur im Netz: Das systematische Löschen von Kununu-Bewertungen

Wer wissen will, wie es wirklich um die Stimmung bei JTL steht, fand auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu lange Zeit ein verheerendes Bild. Mitarbeiter warnten vor der toxischen Kultur und dem Investorendruck. Doch JTL reagiert darauf mit einer aggressiven Lösch-Taktik:

Einschaltung spezialisierter Kanzleien: JTL nutzt wohl Medienanwälte, um reihenweise kritische Bewertungen auf Kununu unter dem Vorwand „unwahrer Tatsachenbehauptungen“ oder „fehlendem Mitarbeiternachweis“ anzugreifen und löschen zu lassen.

Künstliche Image-Pflege: Durch diese systematische Zensur wird der Kununu-Score künstlich geschönt, um potenziellen Bewerbern und den Händlern eine heile Welt vorzugaukeln, die es intern längst nicht mehr gibt.

  1. Die Schere zwischen LinkedIn-PR und der Realität

Besonders skurril ist die Diskrepanz zwischen der internen Realität und der öffentlichen Selbstdarstellung der Geschäftsführung und teilweise einiger „Arschkriecher“. Auf Plattformen wie LinkedIn feiert sich das Management regelmäßig selbst für das Erreichte (was auch immer das sein mag?)

Die Realität für Händler: Während die PR-Maschine läuft, spüren die Online-Händler die Auswirkungen des internen Chaos hautnah: Preiserhöhungen bei den Lizenzen, ein spürbar überlasteter Support und Verzögerungen bei wichtigen Software-Updates. Wenn die Entwickler, die das System kennen, weggespart oder durch Externe ersetzt werden, leidet am Ende die Stabilität des gesamten E-Commerce-Systems der Kunden.

Fazit für Wortfilter.de: Ein Warnsignal für den Markt

Die Entwicklung bei JTL zeigt das klassische Lehrbuch-Beispiel dafür, was passiert, wenn ein mittelständischer Software-Anbieter in die Fänge von aggressivem Private Equity gerät. Die Leidtragenden sind nicht nur die Mitarbeiter, die verheizt oder vor die Tür gesetzt werden, sondern langfristig auch die Online-Händler. Ein ERP-System lebt von Kontinuität, Support und tiefer Marktkenntnis. Wenn diese Werte einer kurzfristigen Rendite-Optimierung geopfert werden, verliert JTL genau das, was es einst großgemacht hat: Das Vertrauen seiner Nutzer.
Und noch zum Schluss soll ewrwähnt werden: Es sind schon viele Mitarbeitende krankheitsbedigt ausgefallen. Dies aufgrund der agressiven und menschenunwürdigen Politik der GF!

Zum Kununu-Vorwurf gehört eine juristische Einordnung. Das Löschen von Arbeitgeberbewertungen ist ein legaler und stark beworbener Markt. Seit der Entscheidung des OLG Hamburg (Az. 7 W 11/24) muss ein Portal eine Bewertung entfernen, wenn es die Beschäftigteneigenschaft des Verfassers auf Rüge hin nicht individualisiert nachweisen kann. Dutzende Kanzleien werben offensiv mit Pauschalpreisen für dieses Verfahren. Eine gelöschte Bewertung beweist deshalb überhaupt nichts über den Löschgrund. Ob JTL diesen Weg genutzt hat, ist offen.

Sechs Stimmen, eine Tendenz: der Blick auf kununu

Das kununu-Profil zeigt im Modul „Puls“ für die vergangenen vier Wochen eine negative Grundstimmung, basierend auf sechs Teilnehmenden, davon vier neue Angaben in der laufenden Woche. Diese Stichprobe ist klein, und niemand sollte daraus eine Belegschaftsumfrage machen. Als Momentaufnahme passt sie allerdings zu den negativen Bewertungen der Jahre 2025 und 2026 .

Auf Glassdoor liest sich das Bild ähnlich. Dort beschreiben Bewertende eine teils toxische Stimmung, schwache Führungsqualität, hohe Arbeitslast in Spitzenzeiten, zahlreiche Eigenkündigungen und fehlenden Ersatz für ausgeschiedene Kolleginnen und Kollegen. Solche Portale bilden immer eine Selbstselektion ab. Unzufriedene schreiben häufiger. Trotzdem ergibt die Kombination aus Massenentlassung, Bewertungslage und organisierter Gegenöffentlichkeit ein konsistentes Bild.

80 Millionen Umsatz, 15.000 Kunden – deine Rechnung

Auf der Partner Convention Ende Mai 2026 in Siegburg meldete JTL mehr als 80 Millionen Euro Umsatz bei rund 15.000 zahlenden Kunden . Seit 2023 hat sich der Umsatz damit auf das 2,8-Fache erhöht, während die Kundenzahl kaum zulegte. Rechnerisch entfallen rund 5.333 Euro pro Kunde und Jahr auf JTL, etwa 444 Euro im Monat.

Getragen wird dieses Wachstum von Preisanhebungen und Zukäufen. Seit dem 1. April 2026 gilt die dritte Preisrunde innerhalb von zwei Jahren: Advanced stieg von 99 auf 119 Euro monatlich, Pro von 299 auf 369 Euro. Die automatische Hochstufung bestehender Lizenzen löste im April einen massiven Shitstorm aus , weil Testaccounts und alte Community-Versionen plötzlich als kostenpflichtige Editionen abgerechnet wurden.

Damit schließt sich der Kreis zum Personalabbau. Wenn Entwicklung, Support und Dokumentation ein Viertel ihrer Leute verlieren, während die Lizenzpreise steigen, verschiebt sich das Verhältnis von Leistung und Preis. Genau darauf zielt die Kritik der Belegschaft.

Warum Hg jetzt liefern muss und bisher nur Chaos produziert hat

Private Equity funktioniert über einen Exit. Der Fonds Hg Mercury 4 kaufte 2023, üblich sind Haltedauern von vier bis sechs Jahren. Damit läuft die Uhr, und der Bewertungshebel liegt bei wiederkehrendem Umsatz je Kunde. Preisanhebungen wirken sofort auf die Kennzahl, Investitionen in Produktqualität wirken erst später. Diese Asymmetrie sagt mehr über die Vorgänge bei JTL als jede CEO Ansprache oder PM.

Wortfilter.de hat JTL und Hg nicht um Stellungnahme zu den erhobenen Vorwürfen gebeten, da sämtliche Presseanfragen der Vergangenheit nicht beantwortet wurden. Aber vielleicht ändert sich das ja demnächst.

Die Gruppe hat angekündigt, häppchenweise nachzulegen. Der nächste Beleg entscheidet, ob hier eine verärgerte Minderheit schreibt oder eine Belegschaft, die ihrem Investor die Rechnung präsentiert.

Meine persönliche Einschätzung: Hg & Benedikt Joeris haben den Deal nicht mehr im Griff

Der Deal scheint sich nicht zur Zufriedenheit von Joeris zu entwickeln. Die Umstellung auf ein Cloud-System kommt nicht voran. Fristen sind gerissen. Und da wirkt die Suche nach Entwicklern in Vietnam (Wortfilter hat hierüber noch nicht berichtet) wie ein hilfloses Unterfangen. Das ganze „JTL wird toller“-Narrativ ist im Grunde implodiert. Damit Joeris und Co. überhaupt etwas Positives berichten können, mussten Mitarbeiter raus, Preise hoch, Druckmaximierung, um etwas vorzeigen zu können. Meine ehrliche Meinung: Hg und Benedikt Joeris haben sich verzockt. Und das mächtig. Es bleibt zu hoffen, dass da mal keiner so genau hinter die Zahlen schaut. Sonst hat es sich bei Hg ausgejoerist!

Den sich organisierenden Mitarbeitenden wünsche ich ganz viel Kraft, Erfolg und Glück. Und ich stehe als Medienpartner mit einem ganz offenem Ohr immer zur Verfügung.

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