Spoiler: Ja, dringend. Gestern. Der Fall ist eigentlich ein ganz einfacher. Ein deutscher Händler, der seine Firma in Zypern hat, dessen Amazon-Konto wurde gesperrt. Da liegen gerade 80.000 Euro drauf, und die will er natürlich wieder freibekommen. Er hat es selbst versucht – hat nicht geklappt. Dann ist er zu einem Dienstleister gegangen – hat auch nicht geklappt. Am Ende landet die Sache bei mir.
Ich helfe Händlern wirklich gerne, wenn es darum geht, Konten, Guthaben oder auch Lagerbestände wieder freizubekommen. Und ja, ich mache das kostenlos.
Inhaltsverzeichnis
Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.
Los geht es
Also habe ich den Fall bei Amazon eingespielt. Amazon hat sich dann mit dem Händler in Verbindung gesetzt, die Kommunikation lief an. Alles ganz normal. Zum Schluss wurde noch ein Dokument angefordert: ein Bankdokument, das den wirtschaftlich Berechtigten bestätigt. Die Anforderungen waren klar. Fünf Punkte, die erfüllt sein müssen. Die standen sauber in der Mail von Amazon.

Zum dumm um ein Loch in den Schnee zu pinkeln
Der Händler lässt das Dokument erstellen, lädt es hoch, schickt es an den Dienstleister, der Dienstleister schickt es an mich. Ich schaue drauf – und sehe sofort: Die Bankkontonummer fehlt. Das heißt ganz klar: Das Dokument ist falsch. Es erfüllt die Anforderungen nicht. Und jetzt mal ehrlich – wie schwer kann es sein, fünf Punkte abzuhaken? Einmal die Anforderungen lesen, einmal prüfen, Häkchen dran, fertig. Das ist doch wirklich keine Raketenwissenschaft.

Ich habe dem Seller dann höflich und mit viel Empathie zurückgeschrieben und bekam eine Antwort. Die deutet darauf hin, dass die Bankbestätigung gar nicht von der Firma stammt, sondern von der privaten Bank des Directors, also des wirtschaftlich Berechtigten. Das heißt, sie haben noch nicht einmal verstanden, was für ein Dokument überhaupt gefordert war. Auch auf diese Nachricht habe ich geduldig, respektvoll und sehr höflich geantwortet:

Und das habe ich dann auch noch geprüft: Ich habe mir die ursprüngliche Mail von Amazon genommen, Screenshot gemacht, in ChatGPT hochgeladen und übersetzen lassen. ChatGPT übersetzt das sauber. Also selbst daran kann es nicht liegen.
Ich frage mich wirklich: Warum darf so jemand überhaupt auf Amazon verkaufen? Mit solchen Händlern will ich als Kunde, also als Verbraucher, nichts zu tun haben. Da bist du doch verloren. Das ist eine intellektuelle Flughöhe, bei der einem echt nichts mehr einfällt.
Ganz ehrlich: Eigentlich müsste ich Amazon schreiben, sie sollen alle Bemühungen einstellen. Der Händler hat auf Amazon nichts zu suchen. Mit den 80.000 Euro macht er wahrscheinlich eh nur den nächsten Fehler. Er sollte Büroklammern aufsammeln gehen.
Ein Intelligenztest muss her. Zumindest aber ein Eignungstest
Das ist doch genau das Problem: Händler, die nicht in der Lage sind, einfache Anforderungen zu verstehen und umzusetzen, bringen den gesamten Online-Handel in Verruf. Die machen Probleme, die halten sich nicht an Regeln – nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie es schlicht nicht können.
Und ja, das klingt hart, aber es ist nun mal so: Es gibt kluge Menschen und es gibt weniger kluge Menschen. Und es kann nicht jeder Häuptling sein. So sehr wir uns das auch manchmal einreden wollen.
Deshalb mal ganz provokant gedacht: Vielleicht brauchen wir wirklich so etwas wie einen Eignungstest. Einen Intelligenztest, bevor jemand auf Amazon verkaufen darf. Und wenn Amazon das einführt, ziehen die anderen Marktplätze nach.
Und wenn man das noch einen Schritt weiterdenkt, dann sollte das vielleicht sogar Voraussetzung sein, um überhaupt ein Gewerbe zu starten.
Stichwort: Händlerführerschein.
Nimm es mir nicht krumm, aber bei solchen Fällen kann ich wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Ich mache das alles freiwillig, ohne Bezahlung, einfach um zu helfen – und dann scheitert es an so etwas Grundlegendem. Wir brauchen einfach einen verpflichtenden Händlerführerschein. Und wir müssen aufhören unsere Kids dafür zu loben, wenn sich sich ordentlich den Po abputzen. Was sagst du dazu?





