TikTok Shop Vietnam legte im vergangenen Jahr um 83 Prozent zu und hält inzwischen 44 Prozent des Marktes – Shopee schrumpft, der heimische Anbieter Tiki ist faktisch raus. Gleichzeitig kehrt Temu in den USA zurück, obwohl Washington die Zollfreigrenze gekippt hat. SHEIN dreht Dropshippern ab Ende Juni den Hahn zu, und Alibaba sowie Temu greifen nach Koreas zweitgrößter Handelskette. Diese China-News zeigen, wie schnell sich die Kräfte auf den Marktplätzen verschieben – und ab dem 15. Juni mischt TikTok Shop in vier weiteren EU-Märkten mit.

Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.

TikTok Shop springt auf 44 Prozent – Tiki ist raus

Zwischen Mai 2025 und April 2026 setzten Vietnams vier größte Plattformen zusammen 13,6 Milliarden US-Dollar um – ein Plus von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem 2026 Vietnam E-Commerce Market Report von Q&Me hervor, wie Blue Hole berichtet .

Shopee bleibt mit 53 Prozent Marktanteil und 7,29 Milliarden Dollar Umsatz vorne, verliert aber kräftig – ein Jahr zuvor waren es noch 61 Prozent. TikTok Shop Vietnam wuchs dagegen um 83 Prozent auf 5,96 Milliarden Dollar und kletterte von 33 auf 44 Prozent. Lazada fiel auf 3 Prozent. Der heimische Anbieter Tiki brach um 82 Prozent auf 5 Millionen Dollar ein und spielt im Massenmarkt keine Rolle mehr.

353 Millionen Besuche: Temu trotzt dem Zoll-Aus

Temu hat in den USA wieder Boden gutgemacht. Der Marktdaten-Dienst Similarweb zählte im April rund 353 Millionen Besuche auf der US-Website, 5,55 Prozent mehr als im März, wie EEN berichtet .

Damit holt Temu den Verkehr zurück, der nach dem Wegfall der De-minimis-Freigrenze (zollfreie Einfuhr von Kleinsendungen unter 800 Dollar) eingebrochen war. Die Nachfrage der US-Kunden bleibt also stabil, trotz der neuen Regeln.

Temu streicht die Werbung auf X um 95 Prozent

Mit dem Ende der 800-Dollar-Freigrenze und höheren Zöllen fährt Temu sein US-Werbebudget zurück. In den ersten fünf Monaten sank die Ausgabe auf X um 95 Prozent, auf YouTube und TikTok jeweils um 74 Prozent, auf Snapchat um 46 Prozent und auf Instagram um 10 Prozent, wie EEN berichtet .

Rund 75 Prozent des Budgets fließen weiter zu Meta. Pinterest legte um 66 Prozent zu und verdoppelte seinen Anteil am Werbemix auf 12 Prozent. Die monatlichen App-Downloads in den USA blieben mit 5,5 bis 6,8 Millionen stabil, die aktiven Nutzer pro Monat stiegen um 21 Prozent. Temu wirbt also gezielter und günstiger.

SHEIN dreht Dropshippern ab Juni den Hahn zu

SHEIN schränkt ab dem 30. Juni 2026 die Funktion „exported address shipping“ ein. Betroffen sind teilverwaltete und eigenständige Händler im US-Markt, wie Ebrun berichtet .

Künftig müssen Händler ihre Sendungen über von SHEIN freigegebene Logistikpartner abwickeln und die Abholung über die Plattform buchen – Ausnahmen gelten nur für Übergrößen und Sonderkategorien. SHEIN will damit virtuelle Lager unterbinden, die lokale Bestände und Lieferungen nur vortäuschen. Händler mit Dropshipping-Modellen und kleine Spediteure trifft die Regel hart.

POIZON holt sich russische Marken ins Boot

POIZON (in China als Dewu bekannt) startet in Russland ein Local-to-Local-Programm. Russische Marken und Händler dürfen direkt auf der Plattform verkaufen und vor Ort ausliefern, wie EEN berichtet .

Erster lokaler Partner ist der Kosmetikhersteller Farres. POIZON unterstützt die Verkäufer bei Listings, Bildmaterial, Kundenservice und Auftragsabwicklung und will so weitere russische Marken auf die Plattform holen.

Erster Roboter-Börsengang – Meituan zahlt mit

Unitree Robotics hat am 1. Juni die Prüfung für den Börsengang am STAR Market der Shanghai Stock Exchange bestanden. Das Unternehmen wird damit Chinas erster börsennotierter Hersteller verkörperter KI-Roboter (Embodied AI), wie das National Business Daily berichtet .

Unitree will 4,202 Milliarden Yuan (rund 540 Millionen Euro) einsammeln, vor allem für die Entwicklung intelligenter Robotik-Modelle. Zu den Investoren zählen Meituan, Alibaba und Tencent – Meituan ist der größte externe Anteilseigner. Der Umsatz stieg von 159 Millionen Yuan (2023; rund 20 Millionen Euro) über 393 Millionen (2024; rund 50 Millionen Euro) auf 1,699 Milliarden (2025; rund 217 Millionen Euro). Aus einem Verlust von 11 Millionen Yuan (rund 1,4 Millionen Euro) wurde ein Gewinn von 95 Millionen (2024; rund 12 Millionen Euro) und 278 Millionen (2025; rund 36 Millionen Euro).

Anker wagt den Sprung an die Börse in Hongkong

Anker Innovations hat am 3. Juni einen Börsenantrag am Hauptboard der Hong Kong Stock Exchange eingereicht. Begleitet wird der Schritt von CICC, Goldman Sachs und JPMorgan, wie egainnews berichtet .

Den Erlös will Anker in Forschung und Entwicklung, den Ausbau globaler Vertriebskanäle, die Marke und das Betriebskapital stecken.

80.000 Händler: Yiwu strebt an die Börse

Die Yiwu China Commodities City hat einen Antrag auf eine H-Aktien-Notierung in Hongkong gestellt, begleitet von HSBC und CITIC Securities. Der Konzern betreibt den größten Großmarkt für Kleinwaren der Welt, wie die Shanghai Securities News berichtet .

Ende 2025 verfügte der Markt über mehr als 1,6 Millionen Quadratmeter Mietfläche, rund 80.000 Händler und über 2,1 Millionen Artikel (SKUs) in 26 Kategorien. Der Umsatz wuchs von 11,28 Milliarden Yuan (2023; rund 1,4 Milliarden Euro) auf 19,71 Milliarden (2025; rund 2,5 Milliarden Euro), ein jährliches Plus von 32,2 Prozent. Der Erlös soll die internationale Expansion und die Handelsplattform Chinagoods stärken.

Alibaba und Temu greifen nach Koreas Nummer zwei

Homeplus, Südkoreas zweitgrößte Discount-Kette, sucht einen Käufer. Im Zuge eines gerichtlich begleiteten Sanierungsverfahrens hat das Unternehmen mehr als zehn Investoren angesprochen, darunter Alibaba, Temu und die Lotte Group, wie Cross-Border Black Horse berichtet .

Bis zum 3. Juli muss Homeplus die Finanzierung sichern. Zuvor verkaufte die Kette ihr Express-Geschäft für 120,6 Milliarden Won an NS Shopping. Sollten Alibaba oder Temu zugreifen, wäre das ein Sprung der chinesischen Plattformen in den ostasiatischen Einzelhandel.

TikTok Shop startet am 15. Juni in vier EU-Märkten

TikTok Shop geht am 15. Juni 2026 in Polen, den Niederlanden, Belgien und Österreich an den Start und baut sein Europa-Geschäft weiter aus. Händler können sich seit dem 1. Juni registrieren und Produkte listen, wie EEN berichtet .

Kunden kaufen und bezahlen direkt in der TikTok-App, ohne auf externe Seiten umgeleitet zu werden. Deutschland ist noch nicht dabei – die Nachbarmärkte zeigen aber, wohin die Reise geht.

27,45 Milliarden Dollar: So groß ist TikTok Shop schon

TikTok Shop setzte im ersten Quartal 2026 weltweit 27,45 Milliarden Dollar um (GMV, Bruttowarenwert). Südostasien bleibt der stärkste Wachstumsmotor, wie egainnews berichtet .

Allein die Region steuerte 19,15 Milliarden Dollar bei – mehr als 70 Prozent des gesamten Plattformumsatzes – und wuchs um über 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

200 Millionen Euro Strafe – und Rekord in Australien

Die EU-Kommission hat Temu mit einer Strafe von 200 Millionen Euro belegt, weil die Plattform gegen den Digital Services Act (DSA) verstoßen hat, wie die Chinesellers-Übersicht zeigt .

Im Geschäft läuft es trotzdem: In Australien erreicht Temu 4,7 Millionen Nutzer, ein Plus von 24 Prozent, und bleibt die meistgeladene Shopping-App des Landes. Über 700 Kategorien und Lieferzeiten von teils einem Tag treiben das Wachstum, wie Cross-Border Trends berichtet .

AliExpress macht in den USA und Brasilien Druck

AliExpress hat die USA, Südkorea und Lateinamerika zu den drei wichtigsten Märkten für 2026 erklärt. Während der Mai-Kampagne stieg der US-Umsatz (GMV) um über 50 Prozent, die Zahl neuer Händler-Registrierungen sprang um 120 Prozent, wie Ebrun berichtet .

In Brasilien unterzeichnete AliExpress eine Absichtserklärung mit der Post Correios, um die Zustellung in entlegene Regionen und die letzte Meile zu verbessern, wie EEN berichtet .

JD.com greift nach britischem Händler für 2 Milliarden Pfund

JD.com plant laut Medienberichten die Übernahme des britischen Onlinehändlers The Very Group für 2 Milliarden Pfund (rund 2,69 Milliarden Dollar), wie Ebrun berichtet .

Käme der Deal zustande, würde JD.com seine Position im britischen Markt deutlich ausbauen und seine Auslandsexpansion beschleunigen.

Chinas Logistik gräbt sich in Europa und die USA ein

Chinas Logistikkonzerne bauen ihre Netze im Westen aus. COSCO Shipping sicherte sich eine 50-Jahre-Konzession im spanischen Hafen Tarragona für ein neues Mehrzweck-Terminal auf rund 510.600 Quadratmetern samt Bahn-Güterbahnhof, wie Xinde Marine News berichtet .

In Savannah (US-Bundesstaat Georgia) nahm SinoPost zusammen mit COSCO am 1. Juni ein gemeinsames Lager mit 32.600 Quadratmetern in Betrieb, das in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Bestellungen pro Tag abwickelt und an FedEx, UPS und Amazon Ground andockt, wie SinoPost berichtet . Parallel vertieft SF Express die Zusammenarbeit mit Vietnam Post für einen China-Vietnam-Korridor, wie SF International berichtet .

Die Lehre: China rückt vom Rand ins Zentrum

Die Meldungen zeigen ein Muster. Chinesische Plattformen wachsen dort, wo lokale Anbieter schwächeln – in Vietnam, Russland und Korea. Gleichzeitig holen sich Anker, Yiwu und Unitree über Börsengänge frisches Kapital für die nächste Expansionsrunde.

Der Wettbewerb für Onlinehändler verlagert sich von billigen Einzelsendungen hin zu Kapital, Logistik und lokalen Strukturen. Wer auf Amazon, eBay oder im eigenen Shop verkauft, bekommt es mit Gegnern zu tun, die in jedem Markt gleichzeitig aufrüsten.

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